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Die relative Entwicklung von Gold, Silber, Platin und Palladium

Die kurz- und mittelfristige relative Performance der Edelmetalle

NTG24 - Die relative Entwicklung von Gold, Silber, Platin und Palladium

 

Die absolute wie relative Entwicklung der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium ist einen Blick auf verschiedenen Zeitskalen wert. Sie geben Hinweise für Handelsstrategien und zeigen absolute Trends an. In unterschiedlich hohen Korrelationen lassen sich Ansatzpunkte für die Gewichtung in mittel- und langfristig ausgerichteten Portfolien finden. Dabei ist vor allem Silber einen zweiten Blick wert.

Die Entwicklung der in US-Dollar gehandelten Edelmetalle Gold (XC0009655157), Silber (XC0009653103), Platin (XC0009665545) und Palladium (XC0009665529) ist im Portfolio-Management nicht nur absolut relevant, sondern auch relativ.

Zum einen lassen sich daraus Handelsstrategien entwickeln, etwa ,,Short Silber, Long Platin‘‘. Zum anderen ist die relative Entwicklung auch Ausgangspunkt bei der Frage, welche Metalle in einem definierten Zeithorizont relativ über- oder untergewichtet werden sollen.

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Werbebanner EMH PM TradeIn Chart 1 ist die Entwicklung von Gold, Silber, Platin und Palladium seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine Ende Februar 2022 abgebildet, der Auslöser der derzeit immer noch laufenden Korrektur an den Kapitalmärkten war. Hinzugekommen sind seitdem eine sich beschleunigende Inflationsrate und ein sich verstärkender konjunktureller Abschwung weltweit. In Bezug auf diesen Kontext hat jedes Edelmetall seine eigene Reaktionsfunktion. Bei Platin und Palladium kommt die Kombination aus dem Abgasskandal und der beschleunigten Hinwendung zur Elektromobilität als Megatrend hinzu.

Chart 1 zeigt nun, dass sich seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine Gold mit Abstand am stabilsten gezeigt hat. Dies entspricht weitgehend der Wirtschaftsgeschichte, in der Gold ein kognitiver Anker in Krisen und Turbulenzen war.

Auch der stärkere Rückgang von Silber im Vergleich zu Gold war zu erwarten. Weniger zu erwarten war die mittelfristig geringere Volatilität von Platin gegenüber Palladium. Dies dürfte aber unter anderem daran liegen, dass Palladium stärker von westlichen Sanktionen gegenüber Russland betroffen ist als Platin.

Chart 1 zeigt aber auch, dass die stärkere Abwärtsbewegung von Palladium zuletzt zum Stillstand gekommen ist.

Die kurzfristig stärkere Aufwärtsbewegung von Silber läßt sich zudem mit der Erwartung eines Aufholeffektes gegenüber Gold erklären. Denn hier kämpft die höhere Sensitivität von Silber mit seiner hohen Korrelation gegenüber dem Goldpreis.

Mittelfristig ist also davon auszugehen, dass sich die Impulsrichtung von Gold und Silber angleichen.

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Palladium in US-Dollar auf TradingView

 

Chart 2 zeigt nun die mittelfristige Perspektive, die ihren Beginn in dieser Betrachtung im Corona-Crash im März 2020 hat.

Dabei zeigt sich, dass Silber im Sommer 2020 in einem ,,Slingshot-Move‘‘ erst stark fiel, dann aber deutlich stärker stieg als seine Schwestermetalle. In der darauffolgenden Korrektur gab Silber dann aber diesen Vorsprung wieder zum großen Teil ab.

 

Palladium in US-Dollar auf TradingView

 

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Werbebanner ClaudemusChart 3 zeigt schließlich die Entwicklung der 4 Edelmetalle seit der Finanzkrise 2008/2009. Auch damals brachen aus relativer Sicht vor allem Palladium, Platin und Silber ein. In der dann folgenden Erholung fiel diese dann aber bei Silber nicht nur gegenüber Gold stärker aus, sondern auch jene von Palladium war deutlich stärker als jene von Platin – auch ohne Dieselskandal! Dieser vergrößerte dann aber ab 2015 die massive Outperformance von Palladium gegenüber den drei anderen Edelmetallen, vor allem jedoch gegenüber Platin.

Aus Sicht einer Handelsstrategie wäre damals ,,Long Palladium, short Platin‘‘ eine erfolgreiche Positionierung gewesen. Ab Sommer 2020 erhielten die Edelmetalle einen neuen Aufwärtsimpuls, bei dem dann Silber deutlich stärker stieg als Gold. An dieser Stelle wäre ,,Long Silber, Short Gold‘‘ eine erfolgreiche Handelspositionierung gewesen.

 

Palladium in US-Dollar auf TradingView

 

Und was ist das Fazit?

 

In einer Betrachtung über verschiedene Zeithorizonte ergeben sich interessante Ergebnisse für die Edelmetalle, sowohl aus relativer wie auch aus absoluter Perspektive. Sollte es kurzfristig zu weiterhin schwachen Edelmetallen kommen, dürfte Silber stärker abgeben als Gold.

Die Ansätze einer Bodenbildung bei Palladium sind dabei deutlich erkennbar. Da der Rückgang bei Palladium aber insbesondere durch die Sanktionen des Westens stärker war, könnte sich eine Entspannung überproportional positiv auf den Palladiumpreis auswirken. Mittelfristig dürfte jedoch aufgrund des großen Preisunterschieds zwischen Platin und Palladium eine Handelspositionierung ,,Long Platin, short Palladium‘‘ durchaus erfolgreich sein.

Aus Sicht der Geldgeschichte sei aber auch daran erinnert, dass praktisch nur Gold und Silber als Geld verwendet wurden. Da Silber eben aufgrund seiner Knappheit entmonetarisiert wurde, hat Silber vor allem gegenüber Platin und Palladium Gold einen von der relativen Entwicklung des Preises unabhängigen Grund für relative Stärke.

Die sich stetig leerenden physischen Bestände von Silber an den Terminbörsen, aber auch die Positionierung der dortigen kommerziellen Händler zeigt, dass die Märkte auf eine spannende Phase der absoluten und relativen Preisentwicklung der Edelmetalle zusteuern.

 

29.07.2022 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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