Steigende Treibstoffkosten und sinkende Buchungen setzen Easyjet zu, doch das Unternehmen bleibt dennoch optimistisch
Für Easyjet wird es nicht einfacher
Der Krieg im Nahen Osten hat enorme Auswirkungen auf die Luftfahrtbranche. Womit schon seit Anfang März gerechnet wurde, das macht sich in den Zahlen der Airlines nun immer stärker bemerkbar. Das jüngste Beispiel dafür ist der britische Billig-Flieger Easy-Jet, bei dem die Verluste sich spürbar ausweiteten.
Im vergangenen Halbjahr machten Easyjet (GB00B7KR2P84) nicht nur höhere Kerosinkosten zu schaffen. Gleichzeitig sing es auch mit den Buchungszahlen abwärts, sodass die Verluste von 401 Millionen Pfund aus dem Vorjahr nochmals auf 552 Millionen Pfund anstiegen. Letzteres entspricht umgerechnet rund 638 Millionen Euro.
Da sich bei den hohen Ölpreisen derzeit keine Besserung abzeichnet, wird natürlich auch der Blick in die Zukunft eingetrübt. Easyjet bemüht sich aber darum, die Anleger zu beruhigen. Trotz der kurzfristigen Unsicherheit sei man gut aufgestellt, ließ Konzernchef Kenton Jarvis wissen. Die Liquidität wurde auf 4,7 Milliarden Pfund beziffert und beim Sommerflugplan soll es keinerlei Einschränkungen geben. Reagiert habe man aber auf die schwächere Nachfrage auf der Langstrecke.
Kapazitäten wurden wohl etwas umverteilt und auf Inlands- sowie Städterouten konzentriert. Die Auslastung für das zweite Halbjahr soll derzeit bei 58 Prozent liegen. Gerechnet wird fest mit einer deutlichen Steigerung, da es die Kundschaft momentan eher zu kurzfristigen Buchungen treibe. Die Anleger scheinen dem Unternehmen Vertrauen zu schenken. Trotz der mauen Ergebnisse hielt die Aktie sich zuletzt stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Easyjet: Davon hängt alles ab
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten lastet weiterhin auf Easyjet und es könnte noch unschöner werden. Beim Aktienkurs wurde dies zwar bereits eingepreist. Doch je länger die Kerosinpreise auf ihrem aktuellen Niveau verharren, desto teurer wird es für die Airline. Weitere Preissteigerungen könnten die Verluste auch problemlos noch ansteigen lassen. Eine defensive Haltung ist daher wahrscheinlich nicht der schlechteste Ansatz.
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22.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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