Der Irankrieg wirkt sich wohl härter als gedacht auf Easyjet aus und die Aussicht auf höhere Verluste treibt die Anleger in die Flucht
Die Aussichten von Easyjet trüben sich merklich ein
Aufgrund des Irankriegs sind die Börsianer bei Airlines schon seit einer Weile zurückhalten. Denn dass der Konflikt im Segment herbe Auswirkungen haben wird, steht außer Frage. Nun beschäftigte sich der britische Billigflieger Easyjet erstmals mit konkreten Zahlen, welche an den Märkten überhaupt nicht gut ankommen.
Insbesondere höhere Treibstoffkosten machen Easyjet (GB00B7KR2P84) schwer zu schaffen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, erwartet das Unternehmen im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Vorsteuerverlust von 540 bis 560 Millionen Pfund. Das entspricht am oberen Ende umgerechnet 644 Millionen Euro und liegt damit deutlich über der Analystenschätzung, welche bei 394 Millionen Pfund (ca. 451 Mio. Euro) lag.
Für das Sommergeschäft hat sich Easyjet nach eigenen Angaben zwar zu rund 70 Prozent hinsichtlich des Treibstoffes abgesichert. Doch bei den restlichen Mengen macht sich deutlich bemerkbar, dass die Preise sich in den letzten Wochen in etwa verdoppelt haben. Hinzu kommt eine Zurückhaltung von Reisenden nicht nur in die Krisenregion selbst, sondern auch zu umliegenden Destinationen wie die Türkei oder Ägypten.
Die Nachfrage nach Inlandsflügen und zu Zielen im westlichen Mittelmeerraum lege hingegen zu. Das scheint aber nicht auszureichen, um Rückgänge an anderer Stelle auszugleichen. Wie die Lage sich weiter entwickeln mag, hänge nun maßgeblich davon ab, was in den nächsten ein bis zwei Wochen im Nahen Osten geschieht. Immerhin gibt es aktuell die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden und nachlassende Ölpreise.
Easyjet im Sinkflug
Blind auf bessere Zeiten verlassen wollen die Anleger sich nicht. Die Easyjet-Aktie reagierte auf die neuerliche Prognose mit Verlusten von 5,7 Prozent am Donnerstag und der Kurs fiel nach zarten Erholungsversuchen an den vorherigen Tagen auf 4,31 Euro zurück. Seit Kriegsbeginn im Nahen Osten ging es um fast 20 Prozent in die Tiefe.
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17.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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