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Castlelake denkt über ein Übernahmeangebot für Easyjet nach und trotz hoher Hürden üben die Anleger sich schon mal in Vorfreude

Gelingt der Easyjet-Aktie so der Befreiungsschlag?

NTG24 - Castlelake denkt über ein Übernahmeangebot für Easyjet nach und trotz hoher Hürden üben die Anleger sich schon mal in Vorfreude

 

Der Krieg im Nahen Osten hat die Airlines direkt vom Boom in eine mittelschwere Krise befördert. Hohe Kerosinpreise belasten die Branche. Zwar wird darauf mit höheren Ticketpreisten reagiert, was die Nachfrage jedoch nicht unbedingt ankurbelt. Mit Blick auf das anstehende Sommergeschäft wird über Zurückhaltung bei den Buchungen berichtet, wenn auch bei einem weiterhin starken Last-Minute-Geschäft.

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Easyjet (GB00B7KR2P84) hat die Auswirkungen der Kerosinkrise bereits zu spüren bekommen. Das bis Ende März laufende Halbjahr ist zwar immer eher schwach. Die Verluste weiteten sich in diesem Jahr aber noch einmal von 297 auf 377 Millionen Pfund aus, und das trotz höherer Umsätze. Da die Kerosinpreise auf hohem Niveau verharren und einige Experten sogar schon vor Engpässen warnen, wurde die Stimmung an der Börse zuletzt nicht besser.

 

 

 

Eine unerwartete Wendung verschaffte der Easyjet-Aktie am Montag aber nun etwas frischen Wind. Wie das britische Portal „Betaville“ berichtete, hat der US-Investor Castlelake wohl Interesse an einem Übernahmeangebot. Dies wurde gegenüber Medien auch schon bestätigt. Weitere Details gibt es zwar noch nicht. Easyjet reagierte aber bereits, wenn auch eher nüchtern. Erwartet wird ein Angebot, welches möglichst gute Konditionen für die eigenen Aktionäre bietet.

 

Easyjet: Kann das was werden?

 

Die Märkte reagierten prompt und die Easyjet-Aktie schoss am Montag zeitweise um rund acht Prozent in die Höhe, ehe sie es sich zu Handelsschluss bei 4,96 Euro bequem machte. Dort ließ sich noch immer ein Tagesplus in Höhe von 4,4 Prozent feststellen. Gehofft wird darauf, dass im Falle einer Übernahme ein großzügiger Aufschlag gezahlt wird. Sicher sein können Anleger sich darüber aber bislang noch nicht einmal ansatzweise.

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Werbebanner EMH PM Trade Castlelake ließ wissen, dass die Überlegungen sich noch in einem frühen Stadium befinden würden und es keine Gewissheit darüber gebe, ob tatsächlich ein Übernahmeangebot zustande kommt. Auch habe man mit dem Verwaltungsrat bisher nicht über das Thema gesprochen. Abseits davon fragt sich auch, ob eine Übernahme einer europäischen Airline durch einen US-Investor überhaupt sinnvoll ist. Denn in einem solchen Fall könnte Easyjet wichtige Rechte für den Flugbetrieb in der EU verlieren.

Betriebslizenzen in der EU und Großbritannien sind direkt an die Mehrheitsverhältnisse von Airlines geknüpft. Nur wenn die Unternehmen sich mehrheitlich im Besitz europäischer Eigner befinden, werden die Rechte für Flüge innerhalb der EU erteilt. Dem könnte Castlelake sich zwar anpassen, indem bei der Übernahme auf alternative Strukturen zurückgegriffen wird. Inwieweit über solche Optionen nachgedacht wird, ist derzeit aber vollkommen offen.

 

Eine günstige Gelegenheit?

 

Trotz der gestrigen Erholung notiert die Easyjet-Aktie derzeit noch 27 Prozent tiefer als letztes Jahr um diese Zeit. Von dieser Warte aus betrachtet scheint die Gelegenheit für eine Übernahme günstig zu sein. Schließlich könnte der Preis in die Höhe schießen, sollte die Lage bei den Kerosinmärkten sich irgendwann wieder normalisieren. Wann dann die nächste Krise für Kaufgelegenheiten sorgen mag, ist nicht abzusehen. Wer also Interesse an Easyjet hat, dürfte nicht allzu viel Zeit verlieren wollen.

Solange es sich aber lediglich um Gedankenspiele handelt, tun Anleger gut daran, sich nicht allzu sehr auf das Thema einzuschießen. Die Blicke richten sich bevorzugt weiterhin auf fundamentale Entwicklungen, die zuletzt eher zu Sorgenfalten auf der Stirn führten. Für das laufende Jahr gab das Unternehmen gar nicht erst eine Gewinnprognose ab. Im April wurde zudem bereits eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Ohne eine Übernahme oder sonstige disruptive Faktoren scheint Easyjet sich also eher im Sinkflug zu befinden. Das führt zu einem nicht zu unterschätzenden Risiko bei spontanen Investments. Sollte ein Übernahmeangebot ausbleiben, dürften die letzten Aufschläge recht schnell wieder kassiert werden.

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02.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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