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Grüne Energiewende macht Verfügbarkeit von Rohstoffen kritisch

Energietechnologien verstärken die Bedeutung strategischer Rohstoffe

 

Die grüne Energiewende führt zu einem exponentiellen Anstieg der Nachfrage nach ,,grünen Mineralien‘‘ wie Lithium, Kobalt und Nickel, aber auch Zink, Graphit und Kupfer. Daraus dürfte in den kommenden Jahren eine zunehmende Verwendungskonkurrenz erwachsen, welche den Innovationsdruck zu ihrer Substitution hochhält. Verstärkt werden dürfte die angespannte strategische Lage durch die regionale Ungleichverteilung der entsprechenden Lagerstätten.

Im Zuge der weltweiten Programme für eine beschleunigte ,,grüne Energiewende‘‘ hat sich die Bedeutung der dafür benötigten Rohstoffe schlagartig erhöht. Wie die neue Studie mit dem Titel ,,The Role of Critical Minerals in Clean Energy Transitions‘‘ der Internationalen Energie Agentur IEA feststellt, ist der strategische Wert dieser Mineralien kaum zu überschätzen.

Die Nachfrage nach diesen Rohstoffen dürfte bis 2040 enorm wachsen. Am stärksten ist der Studie zufolge Lithium betroffen. Die Nachfrage nach grünen Energietechnologien dürfte bis 2040 voraussichtlich zwischen 74 % und 92 % der weltweiten Gesamtnachfrage ausmachen.

Die Nachfrage nach Kobalt und Nickel soll demnach ähnlich verlaufen. 2040 könnten so zwischen 40 % und 70 % der globalen Kobalt-Nachfrage und 30 % bis 60 % der globalen Nickel-Nachfrage von erneuerbaren Energien ausgehen.

Dieser Sprung der weltweiten Nachfrage nach diesen ,,grünen‘‘ Mineralien könnte eine Verdoppelung oder sogar eine Vervierfachung für den Sektor ,,grüne Energien‘‘ erfordern, was die steigende Verwendungskonkurrenz deutlich werden lässt.

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Werbebanner Trading SeminarDie Nachfrage nach diesen Mineralien durch den ,,grünen Sektor‘‘ lag 2020 bei rund 7 Mio. Tonnen. Um bis 2050 eine Netto-Null-Energiebalance zu erreichen, würde der Sektor im Jahr 2040 auf der Basis aktueller Technologien 43 Mio. Tonnen nachfragen. Dies entspräche einer Versechsfachung der Menge von 2020!

Die ,,grünen Rohstoffe‘‘ für erneuerbare Energien werden vor allem in Elektrofahrzeugen und Batteriespeichern verwendet.

Noch größer ist der Bedarf für die erneuerbare Stromerzeugung, vor allem bei Kupfer, Zink und Silizium, die in Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren verwendet werden.

Elektrofahrzeuge und Batterien könnten in einigen Jahren eine ebenso große Nachfrage nach grünen Rohstoffen generieren wie jene für die Stromerzeugung, sollte das Ziel Netto-Null erreicht werden. Besonders groß ist die Nachfrage in diesem Bereich für Lithium, Kupfer, Nickel und Graphit.

Die derzeitigen Vorkommen für viele der ,,grünen Mineralien‘‘ konzentrieren sich auf wenige Staaten. Nach Angaben der IEA kamen 2019 fast 70 % des Kobalts aus der Demokratischen Republik Kongo, und etwa 60 % der Seltenen Erden und des Graphits exportierte China. Bei Nickel schließlich machten nur 3 Länder mehr als 50 % der Weltproduktion aus: Indonesien lieferte 33 %, die Philippinen 12 % und Russland 11 %.

 

Und was ist das Fazit?

 

Der strategische Wert der für die globale Energiewende notwendigen Rohstoffe ergibt sich zum einen aus dem exponentiellen Anstieg der Nachfrage nach ihnen, zum anderen aber auch aus der Konzentration der Vorkommen auf wenige Staaten. Es sind deshalb verstärkt Substitutions-Tendenzen zu erwarten, die umso schneller beginnen dürften, je größer der Ressourcen-Egoismus wird. Zudem dürfte die Verwendungskonkurrenz auch innerhalb der Teilsektoren der Energiewende zunehmen.

 

07.06.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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