Risikoaufschlag bei Hapag-Lloyd, eBay setzt den Rotstift an, auch BASF bleibt im Sparmodus und Nvidia schlägt wieder Skepsis entgegen
Es geht angespannt weiter an den Börsen
Kurse bei DAX und Co. nur knapp unter ihren Rekordwerten mögen es etwas kaschieren, doch die Märkte sind weiterhin schwer nervös und die Sorgen werden nicht kleiner. Von anhaltenden Konjunktursorgen über KI-Zweifel machen sich schon seit Längerem ungute Gefühle bemerkbar. Dazu kam nun am Wochenende der nächste Krieg im Iran und in der Nacht zu Montag brach schließlich auch die Hizbullah ihre Waffenruhe mit Israel.
Dieses Thema beschäftigt momentan vor allem die Ölpreise und all jene Unternehmen, die direkt von der Schließung der Straße von Hormus, Flughäfen und dergleichen mehr betroffen sind. Die Reederei Hapag-Lloyd (DE000HLAG475) reagierte bereits und kündigte für Fracht von und nach dem oberen Golf, dem Persischen Gold und dem Arabischen Golf einen sogenannten „Kriegsrisikozuschlag“ an. Jener liegt bei 1.500 US-Dollar je Standardcontainer und 3.500 Dollar je Kühlcontainer oder Spezialcontainer.
Gelten sollen die Zuschläge für alle Buchungen, die ab oder nach heute ausgestellt werden. Das Unternehmen bezeichnet das Ganze als notwendig, um mit operativen Anpassungen aufgrund von „Störungen im gesamten Netzwerk“ zurechtzukommen. Der Aktie wird es voraussichtlich nicht schaden, dass Hapag-Lloyd nun mehr je Container verdient. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels konnten die Anleger aber noch nicht reagieren.
eBay streicht Stellen trotz Wachstum
Abseits des Konflikts, der momentan die Schlagzeilen füllt, ist noch immer Berichtssaison an der Börse. In dieser Hinsicht konnte eBay (US2786421030) mit den letzten Quartalszahlen durchaus mit Wachstumssignalen überzeugen. Die Umsätze kletterten um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Dennoch kündigte das Unternehmen kürzlich an, kräftig sparen zu wollen.
Weltweit will eBay wohl 800 Stellen abbauen, wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist. Das dürfte weniger als einem Prozent der gesamten Belegschaft entsprechen, wird aber dennoch von den Märkten etwas überrascht zur Kenntnis genommen. Enttäuscht sind die Anteilseigner allerdings nicht. Die eBay-Aktie konnte am Freitag um 3,4 Prozent auf 90,86 Dollar klettern und damit ihren Erholungskurs fortsetzen.
BASF kommt nicht aus der Krise
Bei BASF (DE000BASF111) scheint der Drang zum Sparen mehr aus der Notwendigkeit herauszukommen, denn die letzten Zahlen ließen hier erneut Rückgänge erkennen. Da auch für das laufende Jahr seitens des Managements nicht mit einer echten Erholung gerechnet wird, weitet der Chemiekonzern seine Sparpläne weiter aus. Bis Ende des Jahres sollen jährliche Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro erzielt werden. Zuvor war von lediglich 2,1 Milliarden Euro die Rede.
Wie genau BASF die zusätzlichen Millionen einzusparen gedenkt, bleibt wohl noch abzuwarten. Ausschließen lässt sich aufgrund der weiterhin schwierigen Ausgangslage aber nur wenig. Der Nettogewinn konnte zuletzt zwar zulegen, was aber ausschließlich auf Sondereffekte zurückzuführen war. Das reguläre Geschäft entwickelte sich weiterhin rückläufig und die eigene Prognose konnte nicht erfüllt werden. Das hält die Aktie zuverlässig auf niedrigem Niveau. Zum Wochenende standen 48,70 Euro auf dem Ticker.
Nvidia kann die Zweifler nicht überzeugen
Das komplette Gegenteil boten die vor wenigen Tagen vorgestellten Zahlen von Nvidia (US67066G1040). Der Chiphersteller konnte erneut ein Traumquartal hinlegen und sämtliche Erwartungen der Märkte mit Leichtigkeit übertreffen. Dazu wurde ein Ausblick geliefert, der für 2026 weiteres Wachstum verspricht. Zumindest nach Ansicht von Nvidia bleibt der KI-Boom ungebrochen und man profitiert davon mit Margen von rund 75 Prozent.
Die Freude an der Börse hielt sich aber in Grenzen. Zwar reagierte die Nvidia-Aktie zunächst positiv auf die Zahlen, fiel dann aber wieder merklich zurück. Ins Wochenende verabschiedete der Titel sich mit 177,19 Dollar. Das sind knapp sieben Prozent weniger als eine Woche zuvor. Analysten machen dafür ein sich verlangsamendes Umsatzwachstum sowie eine anhaltende Skepsis der Börsianer gegenüber dem grundsätzlichen KI-Hype verantwortlich.
Düstere Aussichten?
In mehreren Branchen scheinen die Anleger momentan ins Zweifeln zu kommen. Das lässt sich beispielsweise auch bei europäischen Banken beobachten, deren Rallye in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres einen spürbaren Dämpfer erlebte. Das muss zwar noch nicht für eine grundsätzliche und nachhaltige Wende sprechen. Es fällt aber doch auf, dass die schier grenzenlose Kauflaune etwas nachzulassen scheint und die Aussichten für die Zukunft sich an immer mehr Stellen einzutrüben scheinen. Ob das ein Vorbote für eine größere Korrektur sein mag oder doch vielleicht nur neue Einstiegschancen liefert, darüber kann wohl nur jeder für sich selbst urteilen.
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02.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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