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Wochenbericht Globale Aktienmärkte 15. – 19.02.: Konjunkturdaten und Unternehmensergebnisse

Letztwöchige Januar-Konjunkturdaten Indiz für fortschreitende globale Wirtschaftserholung

 

Infolge der zunehmend kritischen KGV-Bewertungsverhältnisse an den internationalen Aktienmärkten reagierten diese selbst auf wieder einmal überraschend stark ausgefallene Konjunkturdaten wie auch die anhaltend positive Berichtssaison der Unternehmen in der letzten Woche kaum.

Den Auftakt einer Serie ermutigender Konjunkturzahlen der letzten Woche publizierte am 15.02. Japan, wo das reale BIP des 4. Quartals sowohl annualisiert (+ 12,7 %) wie auch gegenüber dem Vorquartal (+ 3,0 %) die Erwartungen der Ökonomen deutlich übertraf.

Hieran schlossen sich am 16.02. insbesondere hinsichtlich der aktuellen Stimmungslage in der Wirtschaft überraschend starke monatliche ZEW-Indikatoren an, die für Deutschland einen Wert von 71,2 (Prognose: 59,5; Vormonat: 61,8) und für die gesamte Eurozone von 69,6 (Prognose: 57,0; Vormonat: 58,3) markierten. Zu diesen erfreulichen Resultaten dürften vor allem die seit der letzten ZEW-Erhebung Mitte Januar fortgesetzte positive Stimmung an den Aktienmärkten wie auch die nach temporären Verzögerungen mittlerweile wieder verbesserte Impfstoffversorgung in Europa (auch durch Neuzulassung des Vakzins von AstraZeneca) gewichtige Beiträge geliefert haben.

Zudem kam es im Januar in den Maschinenbau-Auftragseingängen Japans (+ 5,2 %) wie auch in den Exporten der Schweiz (+ 9,8 % auf über 19 Mrd. CHF) gegenüber dem Vormonat zu erstaunlich dynamischen Zuwächsen.

Ferner veröffentlichte die USA für den Januar hervorragende Einzelhandels-Zahlen, die gegenüber dem Dezember 2020 einen in dieser Höhe völlig unerwarteten Anstieg um + 5,3 % (ex Automobile sogar + 5,9 %) auswiesen.

Und schließlich kletterten die MARKIT-Einkaufsmanager-Indizes des Produzierenden Gewerbes sowohl in Deutschland mit 60,6 (Prognose: 56,5; Vormonat: 57,1) wie auch der gesamten Eurozone mit 57,4 (Prognose: 54,4; Vormonat: 54,8) im Januar deutlich.

Mit den in der letzten Woche global unerwartet positiven Konjunkturdaten standen auch die Berichtsvorlagen der Unternehmen zum 4. Quartal, die sich sowohl in den USA wie auch in Europa weiterhin sehr erfreulich gestalten, somit in bestem Einklang.

Nach den Ergebnispräsentationen von 83 % aller S&P 500-Konzerne konnten bislang 77 % von ihnen die Umsatz- und 79 % unter ihnen die Nettogewinn-Prognosen der Analysten schlagen. Folglich läuft mittlerweile im S&P 500-Index alles auf eine Nettogewinnausweitung im 4. Quartal um ca. + 3,2 % ggü. dem Vorjahr hinaus (letzte Woche noch + 2,9 %). Dagegen waren die Analysten zum 31.12.2020 im Konsens noch von einer Nettogewinneinbuße um ca. - 9,3 % ggü. dem Vorjahr ausgegangen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeUnd in Europa, wo erst rd. 28 % der Stoxx 600-Unternehmen ihre Quartalsbilanzen vorgelegt haben, konnten bislang zwar nur 53 % von ihnen die Umsatz-, jedoch 66 % von ihnen die Nettogewinnschätzungen der Analysten übertreffen. Letzteres stellt für europäische Verhältnisse, wo die Berichtsperioden in aller Regel deutlich schlechter als in den USA ausfallen, schon ein recht erfreuliches Ergebnis dar, was mit sich brachte, dass die Analysten für die Stoxx 600-Unternehmen im Konsens mittlerweile im 4. Quartal „nur“ noch einen Rückgang des Nettogewinns um ca. - 20 % ggü. dem Vorjahr erwarten (Prognose per 31.12.2020 noch - 27 % ggü. Vorjahr).

 

Chart: „Krisen-Weltmeister“ USA - Unternehmens-Nettogewinne (in Mrd. USD) bereits per Ende Q2 / 2020 wieder auf Rekordniveau

 

 

23.02.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 






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