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H&R kann auch positive Schlagzeilen schreiben

H&R-Meldung beflügelt kurzfristig die Aktie

 

In den vergangenen Jahren gab es für die Aktionäre der H&R GmbH & Co. KGaA (ISIN: DE000A2E4T77; A2E4T7) absolut keinen Anlass zum Jubeln. Schrieb die im Bereich der Spezialchemie tätige Firma im Geschäftsjahr 2017 bei einem Umsatz von 1,02 Mrd. Euro einen Nettogewinn von 32,1 Mio. Euro, so wurde in 2019 trotz leicht höherer Erlöse ein Nettoverlust in Höhe von 1,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Zeitgleich ging der Kurs des Anteilscheins in den vergangenen drei Jahren um 64 % zurück, womit sich Titel sehr viel schlechter als der Gesamtmarkt entwickelte.

Aktuell versucht der H&R-Konzern jetzt aber wieder attraktiver für den Kapitalmarkt zu werden. Am Freitag machte die in Salzbergen ansässige Gruppe mit einer neuen Partnerschaft auf sich aufmerksam. Demnach will die Firma zusammen mit der P2X Europe ein weiteres Joint Venture ins Leben rufen, um sich im schnell wachsenden Markt der klimaneutralen E-Fuels noch besser zu positionieren.

 

 

E-Fuels sind gute Alternative für Verbrennungsmotoren

 

Aktuell zeichnet sich mehr und mehr der Siegeszug der Elektromobilität ab. Setzt sich die Technologie tatsächlich durch, so würde dies den Markt für Kraftstoffe massiv unter Druck setzen. Allerdings dürften noch bis Ende dieses Jahrzehnts ausreichend Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben auf unseren Straßen unterwegs sein. Da E-Fuels die Kohlenstoffdioxidemissionen von klassischen Verbrennungsmotoren spürbar reduzieren kann, könnte das Joint Venture zwischen H+R und P2X Europe zumindest noch einige Jahre lukrative Geschäfte machen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEntsprechend legte die H&R-Aktie in einer ersten Kursreaktion am Freitag um gut 10 % zu. Allerdings ist der langfristige Abwärtstrend bei dem Papier weiterhin unverändert intakt. Mit dem jüngsten Aufwärtsimpuls könnte es der Aktie aber nun gelingen, einen nachhaltigen technischen Boden im Bereich der Marke von 3,49 Euro herauszubilden.

 

Euphorie wird sich weiterhin in Grenzen halten

 

Von einer Aufbruchsstimmung ist die H&R-Aktie unverändert weit entfernt. Dennoch wird das Unternehmen, das in diesem Jahr rund 920 Mio. Euro umsetzen könnte, lediglich mit einer Marktkapitalisierung von 170 Mio. Euro bewertet. Sollte H&R mittelfristig wieder das Nettogewinnniveau des Jahres 2017 erreichen, was bei 32,1 Mio. Euro lag, so würde dies die Aktie sehr wahrscheinlich mit massiven Kursgewinnen honorieren.

Aktuell ist aber noch nicht klar, ob H&R mittelfristig solide Nettoumsatzrenditen erwirtschaften kann. Auch müssen viele Investoren noch stärker davon überzeugt werden, dass H&R mit dem neuen Joint Venture im Bereich der E-Fuels nennenswert Profite einfahren wird. Deshalb könnte die Aktie nach der heutigen kleinen Kurserholung weiterhin erst einmal auf der Stelle treten. Aus technischen Gesichtspunkten drängt sich ein Einstieg bei dem Papier erst auf, falls ein neues Kaufsignal generiert wird. Dies wäre es beim Überschreiten des bisherigen Jahreshochs von 6,37 Euro der Fall. Bis dahin gehört der Titel eher nur auf die Watchlist.

 

20.11.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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