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Deutliche Vorteile beim Ersatz von Rhodium durch Palladium

Rückt die Substitution von Rhodium durch Palladium näher?

 

Neben den kurzfristigen Sorgen über eine Angebotsklemme von Palladium durch die russische Nornickel schwebt über dem Markt für Platingruppenmetalle (PGM) die Sorge, dass sich aus der fundamentalen Verschiebung von Verbrennungsmotoren hin zu batteriebetriebenen Automobilen bzw. solchen mit Wasserstofftechnologie ein Einbruch der Nachfrage nach diesen (Edel-) Metallen ergeben könnte.

Auf einer vom Informationsportal ,,Mining Weekly‘‘ durchgeführten Paneldiskussion auf dem ,,PGM Industrie Day‘‘ informierten die Vorstandschefs von Sibanye Stillwater (ZAE000259701) und Anglo American Platinum (ZAE000013181) über ihre Sichtweise auf diese Entwicklung und die Reaktion der jeweiligen Unternehmen in Bezug auf die eigenen (Forschungs-) Initiativen.

Dabei thematisierte der CEO von Sibanye Stillwater, Neal Froneman, neben Initiativen zur Steigerung der Platin- und Palladiumnachfrage die Substitution von Rhodium durch Palladium.

Zum einen würde dadurch ein Teil der des Angebots, welches durch die Weiterentwicklung der Elektromobilität vonseiten der Verbrennungsmotoren wegfällt, aufgefangen werden. Zum anderen bietet die exorbitante Preisentwicklung von Rhodium einen großen Anreiz, dieses durch andere Stoffe bzw. Technologien zu substituieren.

Ein Blick auf Chart 1 zeigt das Ausmaß der relativen preislichen Attraktivität von Palladium gegenüber Rhodium.

 

 

Vor diesem Hintergrund kann die Forschungsinitiative von Sibanye kaum überraschen.

 

 

Allerdings ist zwar Palladium gegenüber Rhodium preislich sehr attraktiv, nicht aber gegenüber Platin. Die in Chart 2 zu sehende Entwicklung des Palladiumpreises zeigt, warum auch hinter einer Substitution von Palladium hohe ökonomische Anreize stehen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNatascha Viljoen, CEO von Anglo American Platinum, betonte hingegen, dass man mit ,,AP Ventures‘‘ mehr als 15 Unternehmen habe, die sich aktiv an der Wasserstoffwirtschaft beteiligen. In diesem Zusammenhang verwies sie ach auf die eigene Roadmap zum Erreichen von CO2-Neutralität. Und schließlich betonte sie, dass der Konzern aktiv nach neuen Anwendungen für die PGM-Metalle suche.

Ungeachtet des Markteintritts von Batterie-Elektrofahrzeugen war Viljoen aber sehr zuversichtlich, dass die Nachfrage nach PGM‘s kurz- bis mittelfristig stark bleibt.

 

Was bleibt als Fazit?

 

Zwar sind die Verschiebungen in der Nachfrage nach PGM’s durch die neuesten politischen Initiativen noch nicht hinreichend quantifizierbar. Jedoch zeigt der nach der Nachricht von Nornickel hochschnellende Palladiumpreis, wie gespannt und unelastisch die Palladiumnachfrage ist. Dies führt sowohl bei Rhodium wie auch bei Palladium zu einer relativ geringen Preiselastizität der Nachfrage. Sollte es zu einer zunehmenden Substituierbarkeit von Rhodium durch Palladium kommen, dürfte das Abwärtspotenzial von Rhodium bedeutend sein. Allerdings stieße eine steigende Nachfrage nach Palladium auf einen Weltmarkt, der sich bereits in einem Angebotsdefizit befindet. Bezieht man nun aber auch eine die mögliche steigende Substituierbarkeit von Palladium durch Platin mit ein, ergibt sich für Platin vor dem Hintergrund eines ebenfalls vorhandenen Angebotsdefizites ein noch stärkerer ,,Investment Case‘‘ für Platin!

 

31.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 









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