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Japanischer Yen könnte vor neuer Schwächephase stehen

Steht der japanische Yen vor einer neuen Schwächephase?

 

Der japanische Yen tendiert seit Jahresbeginn gegen den US-Dollar schwächer und hat inzwischen auch seinen seit Mitte 2015 laufenden Aufwertungstrend verlassen. Sollte sich diese Entwicklung verstetigen, ist mit einer weiteren Abschwächung des Yen um rund 10 % mindestens bis in den Widerstandsbereich von 118,662 Yen zu rechnen.

Der japanische Yen hat seit Jahresbeginn 2021 gegen den US-Dollar von 103,06 Yen je US-Dollar auf aktuell 109,68 Yen je US-Dollar abgewertet. Vor dem Hintergrund früherer Schwankungen ist dies nicht besonders auffällig. Allerdings hat der Yen im Zuge dessen auch seinen seit 2015 laufenden Aufwertungstrend gegen den US-Dollar gebrochen und ist derzeit, wie Chart 1 verdeutlicht, dabei, diesen Ausbruch zu konsolidieren. Dabei hat der Yen in der gesamten Aufwertungsperiode der letzten sein Zwischentief vom Juni 2016 bei 98,79 Yen je Dollar nicht mehr erreicht und dabei mustertechnisch einen Doppelboden gebildet.

 

 

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Werbebanner Trading SeminarDieser Doppelboden ist dabei aber nun Teil einer möglichen, viel längerfristigen Bodenbildung, bei der die Entwicklung seit Mitte 2015 der Ausbildung einer rechten Schulter einer großen umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation entspricht. Die linke und rechte Schulter haben dabei wiederum die Form eines Doppelbodens auf niedrigerer Skale. Der Bruch des seit Mitte 2015 laufenden Abwärtstrends des US-Dollars gegen den Yen deutet dabei die Vollendung der rechten Schulter, aber auch die Beendigung der gesamten Umkehrformation an.

Diese Interpretation impliziert die Sensibilität des Yen an der Nackenlinie der S-K-S-Formation, die für die rechte Schulter vom Dezember 2016 stammt und bei 118,662 Yen liegt. Kurz darüber folgt dann der Widerstand vom Juni 2015, an dem die gesamte rechte Schulter beendet würde – 125,856 Yen.

Dies zeigt, dass die Frage, ob der Yen gegen den US-Dollar auf aktuellem Niveau weiter abwertet, auch langfristig eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat.

 

 

Hinzu kommt, dass die Entwicklung des Yen gegen den US-Dollar auch die Entwicklung des japanischen Aktienmarktes beeinflusst. Denn tendenziell erhöht ein schwächerer Yen die relative Attraktivität gegenüber ausländischen Aktien.

Seit der Finanzkrise 2008/2009 ging ein stärkerer Yen tendenziell auch mit schwächeren Aktienkursen, hier repräsentiert durch die Entwicklung des Nikkei 225, einher. Jedoch wurde diese Korrelation ab 2017 schwächer und lebte erst in diesem Frühjahr wieder auf.

Geht man in dieser Ausgangslage von einer tendenziellen Angleichung aus, könnte es entweder zu einem Aufholeffekt des Yen im Sinne einer überproportionalen Schwäche gegen den US-Dollar kommen. Oder aber der Nikkei korrigiert stärker, da der Yen aktuell trotz der Abwertung in diesem Jahr noch relativ stark ist.

 

 

Und was ist das Fazit?

 

Der japanische Yen hat ein mittelfristiges Verkaufssignal gegeben, welches auf eine weitere Abschwächung gegen den US-Dollar hinweist. Dieses Signal ist dabei Teil einer größeren, seit der Asienkrise 1997 gebildeten Umkehrformation, die auf einen noch viel schwächeren Yen gegen den US-Dollar hindeutet.

Alternativ wäre allerdings auch eine Interpretation möglich, dass es sich bei dieser Entwicklung nicht um eine originäre Yen-Schwäche, sondern um eine US-Dollar-Stärke handelt. Diese Möglichkeit korrespondiert dabei mit dem Umstand, dass sich auch der US-Dollar-Index vor einer Richtungsentscheidung befindet. Diese könnte allerdings auch eine starke Abwertung des US-Dollars bedeuten.

Insgesamt zeigt damit auch die mittel- und langfristige Entwicklung des japanischen Yen, dass ein potenziell sehr starker Impuls am Devisenmarkt in der Luft liegt, der zu einer deutlichen Verschiebung der Währungsrelationen weltweit führen könnte.

 

01.06.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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