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JinkoSolar-Aktie setzt vor Q3-Zahlen zu neuem Höhenflug an

JinkoSolar will kräftig expandieren

 

Mit einer Performance von rund 180 % zählt die Aktie der JinkoSolar Holdings (ISIN: US47759T1007; WKN: A0Q87R) an der Wall Street aktuell zu den High-Flyern im Bereich der erneuerbaren Energien. Für den rasanten Kursanstieg des chinesischen Solarmodule-Herstellers gibt es mehrere Gründe. Zum einen haben die Analysten ihre Gewinnerwartungen für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 in den vergangenen Monaten permanent nach oben geschraubt. Zum anderen sind die Investoren davon begeistert, dass die größte operative Tochtergesellschaft JinkoSolar Co., Ltd. („Jiangxi Jinko“) kurz davorsteht, reichlich neue Mittel direkt an der Börse Shanghai einzusammeln.

Am 29.10.2020 gab das an der New York Stock Exchange notierte Unternehmen den Abschluss einer Eigenfinanzierung des Tochterunternehmens Jiangxi Jinko im Volumen von 3,1 Milliarden CNY (rund 458 Mio. USD) bekannt. Diese Kapitalmaßnahme wurde vor dem Hintergrund getätigt, den Börsengang der Tochter am Sci-Tech Innovation Board der Börse Shanghais zu qualifizieren. Langfristig plant JinkoSolar-CEO Kangping Chen, zusätzliches Kapital für die kontinuierliche Expansion dieser Geschäftssparte einzusammeln.

 

Bereits jetzt hohes Interesse an Jinko-Tochter

 

Mit dem Abschluss der Eigenfinanzierung holt JinkoSolar namhafte chinesische Investoren wie beispielsweise die China Industrial Bank und CIIT Asset Management an Board, die gemeinsam mit den Firmengründern und dem Management 26,7% erhalten werden. Für die Aktionäre des Mutterkonzerns JinkoSolar ist dieser strategische Schachzug ebenfalls sehr sinnvoll, da somit der Konzern künftig über einen attraktiven Zugang verfügt, sich an der Börse in Shanghai zu attraktiven Konditionen zu finanzieren.

Im Bereich Forschung & Entwicklung befindet sich JinkoSolar in diesem Jahr ebenfalls auf der Erfolgsspur. Wie die Firma bereits im Sommer mitteilte, wurde bei den monokristallinen N-Typ-Solarzellen ein maximaler Wirkungsgrad von 24,79 % erreicht, womit ein neuer Weltrekord für Solarmodule mit passivierten Kontakten erzielt wurde.

 

Große Bestellmengen deuten auf Optimismus hin

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeErst Anfang November schrieb JinkoSolar mit einer Großbestellung von 100.000 Tonnen polykristallinem Silizium, einem wichtigen Rohstoff für die Solarzellenproduktion, Schlagzeilen. Da der Weltmarktpreis für polykristallines Silizium stark schwankt, deutet dieser Schachzug darauf hin, dass Jinko-CEO Kangping Chen gezielt auf die Ausweitung der Produktion hinarbeitet.

Aktuell ist die alternative Energieerzeugung auch in Ländern wie China auf dem Vormarsch, da insbesondere große Metropolen wie Shanghai, Peking und Shenzhen drastisch unter der Luftverschmutzung leiden, da in China traditionell viel Strom mit Kohlekraftwerken erzeugt wird und immer noch viele neue Verbrennungsanlagen im Reich der Mitte in Betrieb gehen.

 

 

Analysten schraubten Gewinnerwartungen zuletzt massiv nach oben

 

Momentan hat JinkoSolar noch keinen Termin für die Veröffentlichung der Q3-Zahlen auf der konzerneigenen Internetseite genannt. Allerdings schraubten die Experten ihre EPS-Schätzung in den vergangenen 90 Tagen von 0,42 US-Dollar auf 0,86 US-Dollar nach oben. Auch für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 wurden die großen US-Brokerhäuser bei ihren Prognosen deutlich optimistischer. Entsprechend könnte JinkoSolar den Markt mit positiven Zahlen überraschen. Schon bei den Q2-Zahlen, bei denen die Analysten im Vorfeld einen Nettogewinn von 0,65 US-Dollar je Aktie prognostizierten, lagen letztendlich mit einem EPS von 1,20 US-Dollar je Aktie weit über den Erwartungen der meisten Investoren.

An der NYSE schoss die Aktie am 21. Oktober regelrecht durch die Decke und übersprang für einen Moment die Marke von 90 US-Dollar. Allerdings war bereits damals klar, dass auf die extrem starke Performance eine Gegenbewegung folgen würde. Diese hat die Aktie nun vollzogen und im Bereich von 56 US-Dollar einen Boden herausgebildet. Mit den Neuigkeiten zum Börsengang der Tochter sowie den voraussichtlich guten Q3-Zahlen dürfte die Aktie nun wieder stärkeren Auftrieb gewinnen, da sich viele Anleger bereits im Vorfeld der Bilanzveröffentlichung positionieren werden.

 

23.11.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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