Nvidia, Meta, TSMC, Samsung SDS – KI-Boom sorgt erneut für Kursexplosionen an der Börse
KI-Werte profitieren von ersten Effizienzsteigerungen, große Sorgen bleiben aber bestehe
Die erneute KI-Rally scheint an den US-Börsen keine Grenzen zu kennen. Auch asiatische Chipwerte profitieren von dem Hype und Samsung erzielt eine Einigung beim Tarifstreit.
Die weltweiten befinden sich erneut in fester Hand des Hypes rund um das Thema Künstliche Intelligenz. In den letzten Wochen waren erneut starke Kapitalzuflüsse in den KI-Aktien zu beobachten, da das Thema KI weiterhin das Narrativ der Effizienzsteigerung schürt. Im Zentrum des KI-Hypes 2.0 steht die stark steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Denn die Tech-Unternehmen und Cloud-Anbieter investieren weltweit Milliarden Dollar für den Bau von KI-Rechenzentren, KI-Chips und auch Softwarelösungen spezifisch für den KI-Einsatz. Besonders die Nachfrage nach den spezialisierten KI-Chips wächst derzeit schnelller als die Produktionsraten, was bei den Chipherstellern zu steigenden Gewinne führen dürfte.
Auch wenn die Kritiker weiterhin von einem überhitzten Markt sprechen und die Bewertungen der Tech-Unternehmen denen während der Dotcom-Blase ähneln, gibt es einen großen Unterschied zu früheren Technologieblasen, denn eine Vielzahl der Unternehmen wie Meta (US30303M1027), Microsoft (US5949181045) oder auch Nvidia (US67066G1040) erwirtschaften bereits heute Gewinne und die Bewertung basiert nicht nur auf die zukünftigen Potenziale. Insbesondere das Geschäft mit den Rechenzentren und Cloud-Services wächst bei den US-Techriesen rasant und stärkt das Vetrauen der Investoren, dass es sich nicht nur um einen temporären Handelt, sondern die KI-Innovationen auch langfristige finanzielle Ergebnisse liefert. Die Hoffnung der Investoren bleibt dabei klar, dass KI in der Zukunft eine ähnliche Bedeutung für die Wirtschaft haben könnte wie das Internet heutzutage.
Zusätzlich sorgen die massiven Kapitalzuflüsse in dem Sektor für einen weiteren Katalysator für die Aktienkurse der Unternehmen. Meta und Co. nutzen diese Kapitalzuflüsse um agressiv in Forschung, Entwicklung un KI-Infrastruktur zu investieren. So hat Meta bereits im letzten Jahr etwa 65 Milliarden US-Dollar in das Thema KI investiert. Für das Jahr 2026 sieht die CapEx-Guidance Investitionen in Höhe von 125-145 Milliarden US-Dollar vor, was mehr als eine Verdopplung entspricht. Auch Amazon plant eine Verdopplung der Investitionen und plant im Jahr 2026 sogar Ausgaben in Höhe von rund 200 Milliarden US-Dollar. Diese Investitionen müssen in der Zukunft durch Effizienzsteigerunen auch erstmal wieder Kosten einsparen oder zu neuen Umsätzen führen.
KI kann durch die Automatisierung von Routinearbeiten und schnellere Analysetätigkeiten die menschliche Arbeitskraft teilweise ersetzen. Daher bauen viele Firmen gleichzeitig Headcount ab und erzielen dennoch bei weniger Personal den gleichen Output. Laut einer Studie der weltweit argierenden Unternehmensberatung McKinsey sehen allerdings aktuell 94 % der Firmen noch keinen signifikanten Impact auf die Gesamtperformance durch Künstliche Intelligenz.
KI-Boom als Hebel für Chiphersteller
Die Investitionen der großen Techkonzeren fließen primär in den Bau von KI-Rechenzentren. Diese brauchen GPUs und Speicherchips. Dies sorgt im Umkehrschluss für eine explodierende Nachfrage nach Chips, da diese im Grunde auf der ersten Stufe der Wertschöpfungskette stehen und damit direkt von dem KI-Boom profitieren. Da die Fertigungskapazitäten der Foundries nicht im gleichen Tempo hochfahren können, besteht eine Lücke zwischen Angebot und Marktnachfrage, was innerhalb kürzester Zeit zu einem Preisansteig von 40 % bei den Chippreisen führte.
Während die US-Unternehmen die Software bauen ist bei der Hardware weiterhin Asien der Vorreiter. TSMC als weltweiter Auftragsfertiger hat etwa 72 % Marktanteil bei der Produktion von Advanced Chips. Bei TSMC (US8740391003) in Taiwan werden also praktisch alle AI-Chips von Unternehmen wie Apple, Nvidia oder auch AMD gefertigt. Kein anderes Unternehmen scheint weltweit in der Lage zu sein Chips auf ähnlichem Niveau in ähnlicher Qualität und Skalierung herzustellen.
Mit Korea kontrolliert ein anderes asiatisches Land einen weiteren wichtigen Schritt in der Wertschöpfungskette der Künstlichen Intelligenz. So haben die beiden koreanischen Unternhemen SK Hynx (US78392B1070) und Samsung SDS (KR7018260000) einen geschätzten Marktanteil von 88 % bei den High-Bandwith-Memories. Ohne diese Memories können KI-Modelle nicht effizient trainiert werden und die GPUs laufen nicht effizient. Auch hier gibt es einen weiteren Bottleneck in der Wertschöpfungskette. Investoren sollten dabei nicht vergessen, dass es sich bei der Hardware aktuell um die knappesten Komponenten in der KI-Wertschöpfungskette handelt, denn Software kann leicht ersetzt werden, die Hardware aktuell noch nicht.
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04.06.2026 - Christian Teitscheid

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