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Der US-Dollar kämpft um Trendsignal

US-Währung in der relativen Stärke schwächer

 

Die Ergebnisse der gestrigen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) waren ohne Überraschungen mit der Folge, dass die Volatilität der Marktreaktionen im historischen Vergleich nur gering war.

Dies lädt dazu ein, einen kurzen Blick auf die längerfristigen Trends des US-Dollar zu werfen, wie sie in Chart 1 für den US-Dollar-Index und in Chart 2 für den Wechselkurs des US-Dollar zum Euro dargestellt sind.

 

 

Ein Blick auf den US-Dollar-Index zeigt, dass sich dieser seit der Finanzkrise in einer ausgedehnten Doppelboden-Bildung befand, die 2015 mit dem Ausbruch über die entsprechende Nackenlinie bei 88,58 Punkten abgeschlossen wurde.

Im Anschluss bildete der Index bis zur Corona-Krise Anfang 2020 ein Doppeltop. Gleichzeitig entstand durch die Trendlinie zum Aufwärtstrend eine untere Begrenzung eines großen Konsolidierungskeils. Diese untere Trendlinie, die einen schwächeren Dollar suggeriert, wurde im Zuge der Aufwertung des Dollar in der Corona-Krise unterschritten. Damit stehen zwei widersprüchliche Signale zur Interpretation.

Mustertechnisch besteht nun ein anhaltender Abwärtstrend des Index, der eine Aufwertung des Dollars impliziert. Dieser Trend entspricht mustertechnisch dem Doppeltop und wird durch den Bruch des Aufwärtstrends im Dollarindex bestätigt.

Dagegen steht der seit 2011 laufende Aufwärtstrend, der einen schwächeren Dollar impliziert und der durch den seit 2017 gebildeten Doppelboden bestätigt wird.

Welche Gesamteinschätzung man trifft, hängt nun maßgeblich von der Gewichtung der Signale ab. Dabei könnte nun ein Blick auf die größte Komponente im Dollarindex, den Euro, helfen.

 

 

Dieser steht heute in etwa auf dem Niveau, auf dem er auch bei seiner Einführung stand. Doch welche Trends lassen sich hier nun ausmachen?

Die Entwicklung der letzten 12 Jahre in Chart 2 zeigt einen mehr oder weniger steilen Abwertungstrend des Euros gegen den US-Dollar. Das Doppeltop im Dollarindex entspricht dabei qualitativ dem Doppelboden der Euro-USD-Entwicklung.

Wie zu erkennen ist, hat der Euro nach dem ,,Whatever it takes‘‘ des Monsignore Draghi 2012 und der darauf folgenden drastischen Zinssenkungspolitik bis auf null im Frühjahr 2016 Anzeichen einer Erholung gezeigt. Dabei hat er zwei Abwärtstrendlinien überwunden, deren obere er nun gerade testet.

Die Nackenlinie des Doppelbodens stammt aus dem Februar 2018 und liegt bei 1,2557 Dollar je Euro. Erst ein Überwinden dieser Nackenlinie macht aus dem Bruch der Trendlinien auch ein vollwertiges Chartmuster.

 

Und was ist das Fazit?

 

Der US-Dollar sendet derzeit ambivalente Signale. Der US-Dollar-Index weist auf einen anhaltenden Aufwertungstrend im US-Dollar hin, der durch den Bruch der Aufwärtstrendlinie angezeigt wird. Jedoch stehen hier 2 sich ausschließende Chartmuster zur Gewichtung an, die das Bewertungsbild von ihrer jeweiligen Faktorstärke abhängig machen.

Der Blick auf den im Dollarindex dominanten Wechselkurs zum Euro zeigt, dass der Euro den finalen Musterbeweis für einen langfristigen Aufwärtstrend noch nicht erbracht hat. Dies wäre allerdings mit einem signifikanten Überwinden der Marke von 1,2557 Dollar je Euro der Fall. Bis dahin überwiegen in einer Gesamtbewertung die Chancen darauf, dass der US-Dollar seinen langfristigen Aufwertungstrend fortsetzt.

 

29.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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