AbbVie: Vom Under-Dog zum neuen Top-Dog
AbbVie avanciert zum neuen Börsenliebling - US-Pharma-Aktien sind stark gefragt
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Das war ungefähr die Stimmungskurve der AbbVie Aktionäre von der Humira Markteinführung bis zum Patentauslauf. Inzwischen hat der US-Pharmakonzern seinen Blockbuster überkompensiert und avanciert zum Börsenliebling.
AbbVie (US00287Y109) ist ein Paradebeispiel dafür, wie schwierig das Pharmageschäft ist und dass nur die Besten es meistern. Der amerikanische Pharmakonzern stand vor einer Herausforderung, wie sie derzeit Novo Nordisk (DK0062498333) vor sich hat. Mit Humira hatte man zeitweise das umsatzstärkste Medikament in seinem Portfolio. Das sorgt selbstverständlich für Höhenflüge. Sowohl am Aktienmarkt als auch beim Management und den Mitarbeitern. Das Problem zeigt sich dann, wenn die Party vorbei ist und der Alltag zurückkehrt. Der Patentschutz lief aus und Humira sah sich hohem Wettbewerb gegenüber, was nicht nur den Kurs in den Keller drückte, sondern auch das Management in die Defensive verfrachtete. Da kein neuer Blockbuster am Start war, der Humira 1 zu 1 ersetzen konnte, musste man Stück für Stück seinen Geschäftserfolg über viele neue Medikamente erzielen.
Die Diversifikation hat man inzwischen erfolgreich geschafft. Und erntet nun die Früchte der harten Arbeit. Der Weg dahin war hart und steinig, aber am Ende zählt nur, ob man es geschafft hat oder nicht. Niemand fragt danach, wie viele Versuche nötig waren, wie viel harte Arbeit in den Wiederaufbau gesteckt wurde. Im Kern stützt sich AbbVie heute statt auf eine, auf insgesamt vier Säulen, die aus Blockbustern für die Bereiche Ästhetik, Immunologie, Neurowissenschaften und Onkologie bestehen.
AbbVie: Vom Under-Dog zum neuen Top-Dog
Eine der verlässlichsten Cash Cows ist überraschenderweise immer noch Botox. AbbVie hat im Bereich Ästhetik hier ein komplettes Ökosystem rund um das bekannte Medikament aufgebaut, das sich weiterhin ungebrochen hoher Beliebtheit erfreut. Entscheidend ist jedoch: Staatliche Regulierungen treffen AbbVie bei Botox. Da das Medikament nur in seltenen Ausnahmefällen von Krankenversicherungen übernommen wird, ist der Regelfall der Selbstzahler. Und solange die Nachfrage hoch bleibt, bleiben die Botox-Cashflows immun.
Gross ist AbbVie im Bereich entzündlicher Krankheiten. Das Duo Skyrizi und Rinvoq übertrifft Humira sogar in ihrem Wirkungsgrad und attackiert vor allem entzündungsbedingte Krankheiten, wie Arthritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und Schuppenflechte. Die internen Erwartungen sind, dass 2027 beide zusammen mehr als 27 Mrd. US-Dollar Umsatz in die Kasse spülen werden. Mehr als Humira auf ihrem Höhepunkt. Von aussen hereingeholt hat man sich mit der Übernahme von ImmunoGen ein modernes Medikament zur Behandlung von Eierstockkrebs. Elahere ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das derzeit zur Speerspitze der Krebsforschung zählt.
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04.07.2026 - Mikey Fritz

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