Novo Nordisk gerät nach einem Hackerangriff unter Druck, freut sich jedoch über Rückhalt an der Börse
Die Aktionäre von Novo Nordisk scheinen sich nicht beeindrucken zu lassen
Leider Gottes gehören Hackerangriffe heutzutage zum Alltag dazu und große Börsenkonzerne sind natürlich ein beliebtes Ziel von dubiosen Gruppierungen. Nun hat es den dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk erwischt. Die Hackergruppe FulcrumSec beanspricht einen Angriff für sich und fordert 25 Millionen US-Dollar an Lösegeld. Medienberichten zufolge ist Novo Nordisk aber wohl nicht bereit, dieser Forderung nachzukommen.
Dass es einen Angriff gegeben hat, das bestätigte Novo Nordisk (DK0062498333) bereits in der vergangenen Woche. Nun tauchen dazu auch weitere Details auf. Da kein Lösegeld gezahlt werden soll, drohen die Angreifer mit der Veröffentlichung eines 1,3 Terabyte schweren Datensatzes. Jener soll so einiges enthalten, darunter persönliche Daten von Mitarbeitern und Studienteilnehmern. Abseits davon scheint sich, zumindest nach Angaben der Hacker, auch das eine oder andere Geschäftsgeheimnis zu finden.
Auf der eigenen Darknet-Seite behauptet FulcrumSec, über 40.000 Medikamente oder Bestandteile davon mitsamt Strukturen erbeutet zu haben. Außerdem habe man die Daten von über 30 proprietären KI-Modellen in der Hand. Informationen scheinen auch zu Amycretin abgeflossen zu sein. Dabei handelt es sich um einen experimentellen Wirkstoff, der für einen noch größeren Gewichtsverlust als Wegovy und Ozempic sorgen soll. Eine Veröffentlichung würde vor allem der Konkurrenz in die Hände spielen.
Novo Nordisk reagiert mit neuen Maßnahmen
Trotz des damit verbundenen Risikos will Novo Nordisk mit Cyberkriminellen offenbar keine Geschäfte machen. Stattdessen teilte das Unternehmen mit, gemeinsam mit Sicherheitsexperten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen zu sollen. Einige System mussten dazu vorübergehend vom Netz genommen werden. Das Hochfahren soll schrittweise erfolgen. Das operative Geschäft scheint davon nicht betroffen zu sein, was für die Anleger eine kleine Erleichterung bedeuten dürfte.
Was genau die Hacker nun in die Welt hinaustragen mögen, das lässt sich wohl nur abwarten. Selbst wenn man vielleicht ein wenig übertrieben haben mag, um zusätzlichen Druck aufzubauen, dürfte es für Novo Nordisk aber ungemütlich werden. Positiv interpretieren lässt sich allerdings vielleicht, dass das Management recht gefasst bleibt. Das könnte als Hinweis darauf gedeutet werden, dass die Hacker keine Informationen entwenden konnten, von denen eine existenzielle Gefahr ausgehen könnte.
Die Anleger stehen zu Novo Nordisk und die Aktie verbesserte sich am Mittwoch um etwas mehr als zwei Prozent auf 38,32 Euro. Rückenwind lieferten dabei auch die Analysten von Berenberg. Dort wurde die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel von 300 auf nun 325 dänische Kronen angehoben. Letzteres entspricht umgerechnet etwa 43,50 Euro. Beeindruckt zeigen die Börsenprofis sich vom starken Start von Wegovy in Tablettenform.
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19.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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