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Apple, Chevron, Berkshire Hathaway und Bitcoin- Warren Buffetts Imperium

Quartalsergebnis wird verschoben

 

Am heutigen Dienstag sollte die wohl bekannteste Beteiligungsgesellschaft der Welt ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal präsentieren. Der Termin wurde nun allerdings ohne Nennung von Gründen auf den 27. Februar verschoben. Berkshire Hathaway (ISIN: US0846701086) wurde bereits 1955, damals noch im Textilgeschäft tätig, von Warren Buffett übernommen und in eine Holding umgewandelt. Zum Konglomerat von Berkshire gehören mittlerweile über 90 Unternehmen. Da institutionelle Anleger und Hedgefonds ab einem Anlagevermögen von über 100 Millionen US-Dollar am Ende jedes Quartals das sogenannte 13F-Formular bei der SEC einreichen müssen, sind die meisten Zu- oder Verkäufe schon im Vorfeld bekannt. Mit einer Marktkapitalisierung von 570 Milliarden US-Dollar, Firmenbeteiligungen im Wert von 281 Milliarden US-Dollar und Cashbeständen im Wert von 140 Milliarden US-Dollar landet Berkshire Hathaway auf Platz 3 im Rennen um die größte Holding der Welt.

Die Coronakrise hatte im letzten Jahr auch einen Einfluss auf die Zukäufe von Berkshire Hathaway. So wurde vermehrt in Gesundheits- und Pharmaunternehmen investiert. Mitte 2020 wurden Anteile von AbbVie (ISIN: US00287Y1091) mit einem Wert von 2,74 Milliarden US-Dollar hinzugekauft. Allerdings hat Buffett im 4. Quartal 2020 wieder vermehrt auf zyklische Werte gesetzt. Im 4. Quartal wurden 2 Neukäufe getätigt. Zum einen Anteile im Wert von 4,1 Milliarden an dem US-Ölgiganten Chevron (ISIN: US1667641005). Dessen Kurs zuletzt vor allem von Fusionsgerüchte mit Exxon Mobil (ISIN: US30231G1022) getrieben wurde. Außerdem wurden für 8,6 Milliarden US-Dollar Anteile von der Telekommunikationsfirma Verizon (ISIN: US92343V1044) gekauft. Auch wenn einige Anteile von Apple (ISIN: US0378331005) im 4. Quartal verkauft wurden, ist Apple mit einem Anlagevermögen von ungefähr 117,7 Milliarden US-Dollar weiterhin die unangefochten größte Position im Portfolio.

 

Jahr 2020

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAuch wenn Warren Buffett seit 55 Jahren eine durchschnittliche jährliche Nettorendite von 20,5 % vorweisen kann und damit jedes Jahr den Markt schlägt, mehrt sich die Kritik an dem 90-Jährigen. Seine Value-Investing-Strategie sei nicht mehr zeitgemäß, er handle zu konservativ und zu defensiv, so lassen Kritiker verlauten. Vor allem für seine Ablehnung den Bitcoin gegenüber wird er fast schon belächelt. Allerdings existieren diese Kritikpunkte schon seit den 1990er Jahren. Auch wenn seine Strategie niemals etwaige Gewinne, wie sie zum Beispiel bei der GameStop Aktie (ISIN: US36467W1099) möglich waren, ermöglicht, ist es essenziell für einen nachhaltigen Erfolg an der Börse auf Unternehmen zu setzen, die ein starkes Management und einen hohen Cashflow vereinen. Aus dem Grund wird Buffetts Strategie niemals alt werden. Das größte Problem für Berkshire Hathaway ist rein mathematischer Natur. Je größer das Unternehmen wird und je mehr unterschiedliche Positionen Berkshire besitzt, desto mehr nähert sich die jährliche Rendite dem Markt an. Das Portfolio bildet dann quasi den Markt ab. Vom Coronatief im Februar bei 228500 € pro Anteil (A-Anteile), konnte sich der Kurs wieder erholen und notiert zur Zeit nur noch 1,3 % unter dem Allzeithoch. Gerade in der jetzigen Korrekturphase wird Buffetts Strategie „Buy the dip“ für viele Anleger wieder interessant und zum Leitmotto.

 

 

23.02.2021 - Felix Eisenhauer - fe@ntg24.de

 









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Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

  • Martin - 24.02.2021 21:23:21 Uhr

    Fachlich fundiert und gut zu lesen. Top Artikel !


 

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