Pinterest: Niemand wagt eine bullische Wette
Pinterest im Abseits - kann die Plattform im Februar positiv überraschen?
Kann Pinterest die Scharte vom Herbst wieder wettmachen? Mitte Februar bekommen wir die nächsten harten Fakten und die Börse zaudert noch. Bisher traut sich niemand, auf eine positive Überraschung bei der Plattform für Kreative zu wetten.
Die Prognose von Pinterest (US72352L1061) für das abgelaufene 4. Quartal war der Wall Street im November zu schwach gewesen. Ich hatte Ihnen im Vorfeld des Berichts zum 3. Quartal avisiert, dass die Börse mindestens eine Umsatzprognose von 1,33 Mrd. US-Dollar und eine Prognose für den „bereinigten“ Gewinn von 0,75 US-Dollar für das 4. Quartal sehen will. Doch das Unternehmen ging es konservativ an und signalisierte beim Umsatz ein Wachstum auf im Zweifel nur 1,31 Mrd. US-Dollar. Das wäre im schlechtesten Fall nur ein Plus von 13,5 % im Jahresvergleich, während die Anleger eher 17 % Wachstum eingepreist hatten.
Die Aktien knickten im November als Reaktion auf die konservative Prognose um ein Fünftel ein. Ganze -22 % rutschte der Kurs nach Veröffentlichung der Aussichten für das Weihnachtsquartal ab. Und die Aktien haben sich seither auch nicht mehr erholt. Nicht verwunderlich, denn das Unternehmen hat in der Zwischenzeit die eigene Prognose nicht verbessert. Wir hatten zudem im 4. Quartal einige Effekte in Nordamerika, die gegen eine positive Überraschung sprechen. So liefen viele Arbeitsverträge im öffentlichen Dienst aus, die unter der DOGE-Initiative im Frühjahr gekündigt wurden. Die US-Regierung erlebte mit 43 Tagen den längsten Shutdown in der Geschichte, an denen die öffentlich Bediensteten nicht bezahlt wurden. Rund 900.000 wurden ohne Bezahlung beurlaubt. Insgesamt hat sich auch der Arbeitsmarkt in den USA im 2. Halbjahr nicht gefangen, sondern weiter leicht verschlechtert, was ebenfalls gegen ein konsumstarkes Weihnachtsquartal spricht. Warum ist das so wichtig für die Aktien?
Niemand wagt eine bullische Wette vor den Zahlen
Pinterest ist weltweit tätig, aber erlöst rund 75 % des Umsatzes in Nordamerika. Entsprechend sensibel reagiert das Unternehmen auf Veränderungen im Konsumverhalten in der Region. Dieser schwache Ausgangspunkt im vergangenen November muss auch vor dem Hintergrund der Zahlen des 3. Quartals gesehen werden. Denn schon im September-Quartal lag das Wachstum in Nordamerika bei allen Kennzahlen zurück. Die Zahl der monatlich aktiven Benutzer (MAUs) wuchs nur um 4 % (Pinterest gesamt: +12 %) und der durchschnittliche Umsatz pro Benutzer in Nordamerika erreichte auch nur 5 %. Insgesamt konnte Pinterest den Umsatz allerdings um 17 % auf 1,05 Mrd. US-Dollar steigern. Warum?
Europa hat deutlich an Bedeutung für Pinterest gewonnen. Insgesamt konnte die Plattform für Kreative den Umsatz in der Region um 41 % steigern. Und das nicht auf einem niedrigen Niveau, sondern von 137 auf 193 Mio. US-Dollar. Da spielt selbstverständlich auch der Devisenmarkt herein, aber diesen Effekt haben wir auch im 4. Quartal gesehen. Man konnte die Zahl der MAUs in Europa um 8 % steigern und damit doppelt so stark wie in Nordamerika. Noch wichtiger: Der durchschnittliche Umsatz pro Benutzer wurde um 31 % auf 1,31 US-Dollar erhöht. Der europäische Markt ist damit erstmals für das Unternehmen eine ernstzunehmende Grösse beim Umsatzmix geworden.
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27.01.2026 - Mikey Fritz

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