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Bei LPKF Laser kennt die Börse derzeit kaum noch Zurückhaltung

Die Aktie profitiert massiv von Hoffnungen rund um Glas-Substrate für die Chipindustrie, obwohl die jüngsten Zahlen noch reichlich Schattenseiten zeigen

NTG24 - Bei LPKF Laser kennt die Börse derzeit kaum noch Zurückhaltung

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Die LPKF-Laser-Aktie setzte ihre spektakuläre Rallye am Montag fort und sorgte damit für reichlich Gesprächsstoff an der Börse. Anleger setzen derzeit vor allem auf die große Fantasie rund um Glas-Substrate für die Chipindustrie. Operativ ist der Durchbruch aber noch nicht vollzogen, und genau darin liegt die Spannung bei diesem Titel.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinLPKF Laser & Electronics (DE0006450000) gehörte am Montag erneut zu den auffälligsten Nebenwerten auf dem deutschen Kurszettel. Im Xetra-Handel bewegte sich die Aktie zum Handelsschluss im Bereich von 28 Euro und damit auf einem Niveau, das vor wenigen Monaten noch kaum jemand auf dem Zettel gehabt haben dürfte. Aus einem lange Zeit eher unbeachteten Spezialmaschinenbauer ist plötzlich eine der heißesten Technologiegeschichten am deutschen Aktienmarkt geworden.

Der Grund dafür liegt nicht in den jüngsten Quartalszahlen. Diese fielen auf den ersten Blick sogar eher ernüchternd aus. Im ersten Quartal sank der Umsatz von 25,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 17,1 Millionen Euro. Das EBIT verschlechterte sich von minus 3,9 Millionen Euro auf minus 6,9 Millionen Euro, das bereinigte EBIT lag bei minus 5,7 Millionen Euro. Besonders das schwache Solargeschäft belastete die Entwicklung. Trotzdem griffen Anleger zuletzt beherzt zu.

 

 

 

Die Fantasie steckt im Glas

 

Was die Börse derzeit antreibt, ist weniger das aktuelle Tagesgeschäft als vielmehr die Hoffnung auf einen großen Technologiesprung. LPKF verfügt mit LIDE über ein Verfahren zur hochpräzisen Bearbeitung von Glas. Vereinfacht gesagt lassen sich damit feinste Strukturen, Durchkontaktierungen und komplexe Formen in Glas erzeugen, ohne dass es zu Mikrorissen oder thermischen Schäden kommen soll. Genau solche Lösungen könnten für künftige Generationen des Advanced Semiconductor Packaging interessant werden.

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Werbebanner EMH PM Trade Der Markt träumt deshalb von einer Rolle LPKFs in der nächsten Ausbaustufe der Chipindustrie. Gerade bei KI-Beschleunigern, Hochleistungsrechnern und immer komplexeren Chiplet-Architekturen sucht die Branche nach neuen Wegen für Packaging, Verbindungstechnik und Substrate. Glas gilt dabei als ein möglicher Baustein der Zukunft. LPKF positioniert sich mit seiner Technologie also genau dort, wo Anleger derzeit besonders gern nach dem nächsten großen Gewinner suchen.

Das Unternehmen selbst formuliert die Lage ebenfalls optimistisch, aber nicht euphorisch. Im Bereich Advanced Semicon Packaging spricht LPKF von konkreten Gesprächen mit mehreren Kunden über erste Produktionssysteme. Die LIDE-Technologie sei bereits bei zahlreichen Halbleiterkunden in Test- und Entwicklungsumgebungen im Einsatz. Entscheidend wird nun sein, ob daraus tatsächlich Folgeaufträge und später auch Volumenbestellungen werden.

 

Die Zahlen bremsen die Euphorie kaum

 

Bemerkenswert ist, wie wenig die schwachen Umsatz- und Ergebniszahlen die Anleger derzeit stören. Immerhin legte der Auftragseingang im ersten Quartal auf 24,1 Millionen Euro zu, nach 20,5 Millionen Euro im Vorjahr. Das Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 1,4 und sendet damit zumindest ein positives Signal. Zudem verweist LPKF darauf, dass das Transformationsprogramm North Star bereits erste Kosteneffekte gebracht habe.

Dennoch bleibt das Bild gemischt. Für das Gesamtjahr 2026 stellt LPKF einen Umsatz von 105 bis 120 Millionen Euro in Aussicht. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent liegen. Besonders wichtig: Mögliche Volumenaufträge aus dem Bereich Advanced Semicon Packaging sind in dieser Prognose noch nicht enthalten. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass die große Fantasie im aktuellen Ausblick noch nicht greifbar wird.

 

Viel Vorschusslorbeer

 

Genau hier liegt das Risiko für Anleger. Die Aktie läuft der operativen Entwicklung derzeit weit voraus. Das muss nicht zwangsläufig falsch sein, denn an der Börse wird Zukunft gehandelt. Sollte LPKF tatsächlich in eine Schlüsselrolle bei glasbasierten Chip-Substraten hineinwachsen, wäre der aktuelle Optimismus rückblickend durchaus nachvollziehbar. Doch solange große Serienaufträge fehlen, bleibt vieles davon Erwartung und nicht Ergebnis.

Die Aktie ist damit zu einem klassischen Hoffnungsträger geworden. Wer bereits investiert ist, kann den Lauf weiter beobachten, sollte sich aber nicht von der steilen Kursentwicklung blenden lassen. Für Neueinsteiger wirkt das Papier nach dem jüngsten Sprung deutlich spekulativer als noch vor einigen Wochen. LPKF Laser hat eine spannende Geschichte zu bieten, doch die Börse hat davon inzwischen schon sehr viel vorweggenommen.

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11.05.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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