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LVMH leidet unter dem Irankrieg, Redcare Pharmacy profitiert von E-Rezepten, SAP freut sich über etwas Rückenwind und Rheinmetall schmiedet wieder eine neue Allianz

Die Bullen wollen sich nicht unterkriegen lassen

NTG24 - LVMH leidet unter dem Irankrieg, Redcare Pharmacy profitiert von E-Rezepten, SAP freut sich über etwas Rückenwind und Rheinmetall schmiedet wieder eine neue Allianz

 

Obschon die Zeichen am Persischen Golf wieder eher auf Eskalation stehen und die Ölpreise auf hohem Niveau verharren, blieben weitere Kursrutschte im großen Stil am Montag aus. Im frühen Handel waren zwar noch teils tiefrote Vorzeichen zu sehen. Im weiteren Verlauf bekamen die Anlegerinnen und Anleger aber noch einigermaßen die Kurve, auch wenn es im DAX letztlich nicht für Gewinne reichte.

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Werbebanner EMH PM Trade Anfängliche Verluste konnte sogar die Aktie von LVMH (FR0000121014) wieder wettmachen und den Handel so mit einem Kurs von 482 Euro abschließen. Der Tagesverlust beschränkte sich auf 0,2 Prozent. Das ist keine Selbstverständlichkeit, da die vorgelegten Q1-Zahlen die Erwartungen der Analysten unterboten. Wenig überraschend gab das Geschäft im Nahen Osten nach. Durch den Irankrieg wurde das organische Wachstum des Luxuskonzerns um schätzungsweise einen Prozentpunkt geschmälert.

 

 

 

Auch in Japan und Europa fielen die Ergebnisse mit einem Rückgang von je drei Prozent mau aus. Dafür ging es in den USA um drei Prozent aufwärts und in Asien ohne Japan sogar um stolze sieben Prozent. Konzernweit meldete LVMH ein organisches Umsatzwachstum von einem Prozent. Immerhin ging es also nicht erneut abwärts, doch die Märkte hatten sich ein wenig mehr erwartet. Belastet werden die Aussichten natürlich auch von der Sorge darum, dass der Krieg in Nahost erneut aufflammen könnte.

 

Redcare Pharmacy erzielt Wachstum

 

Redcare Pharmacy (NL0012044747) legte bereits Ende vergangener Woche vorläufige Zahlen vor, welche den Anlegern sehr zu gefallen wussten. Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten legte bei der Versandapotheke kräftig zu. In Deutschland lag das Plus hier bei 55 Prozent, konzernweit bei immer noch ansehnlichen 35 Prozent. Auch das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten entwickelte sich wieder besser. Darum machten sich einige Beobachter noch große Sorgen, nachdem vor einer Weile die Drogeriekette dm ihren Einstieg in die Branche verkündete.

Der Umsatz von Redcare Pharmacy hat sich im ersten Quartal den bisherigen Berechnungen zufolge um 18,3 Prozent auf 848 Millionen Euro verbessert. Die Hoffnung liegt darauf, dass dieses Wachstumstempo auch weiterhin beibehalten werden kann. Endgültige Zahlen sowie vielleicht ein neuer Ausblick werden für den 8. Mai erwartet. Eingestimmt wurden die Anleger schon mal darauf, dass es freundlicher werden dürfte als im Vorjahr. Die Aktie landete gestern bei runden 40 Euro und damit gut fünf Prozent höher als noch vor einer Woche.

 

SAP: Reif für den Turnaround?

 

Heftig abgestraft wurde in letzter Zeit die Aktie von SAP (DE0007164600), welche vor Kurzem bei 137,54 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markierte. Die Furcht vor einer neuen Ära, in der KI-Agenten das Geschäftsmodell von klassischen Software-Häusern obsolet machen könnten, ist weiterhin greifbar. Dass SAP selbst vor „kurzfristigen Schmerzen“ warnte, konnte die Anteilseigner nicht beruhigen. Es fachte die Ängste vielleicht sogar noch mehr an. US-Zölle und der Konflikt im Nahen Osten tun ihr Übriges, um die Kauflaune gering zu halten.

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Die Analysten von Jefferies sprachen nun sogar davon, dass die Stimmung im Segment so schlecht wie nie ausfällt. Gleichwohl erkennt man Aufwärtspotenzial für die Aktie. Die Kaufempfehlung wurde erneut bekräftigt. An ein Kursziel scheint man sich nach den Kapriolen der letzten Monate aber nicht heranwagen zu wollen, zumindest wurde keines genannt. Zuletzt stellte Jefferies in einer Studie aus dem Januar noch 290 Euro in Aussicht. Der letzte Schlusskurs könnte mit 142,50 Euro kaum weiter davon entfernt sein. Immerhin zeigen die Käufer sich aber wieder etwas präsenter und es ging am Montag um 2,2 Prozent in Richtung Norden.

 

Neues Joint Venture mit Rheinmetall

 

Bei der Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) ging es in einem ähnlichen Tempo aufwärts und der etwas lädierte Kurs konnte wieder auf 1,495,40 Euro klettern. Neue Impulse gab ein angekündigtes Joint Venture mit dem niederländischen Unternehmen Destinus. Jenes soll in der zweiten Jahreshälfte gegründet werden, wobei 51 Prozent der Anteile Rheinmetall zukommen sollen. Konzentrieren möchte man sich bei dem Vorhaben auf Marschflugkörper sowie ballistische Raketenartillerie.

Damit sorgt Rheinmetall im derzeitigen Marktumfeld für mehr Aufsehen als mit Artilleriemunition und Panzern. Das Unternehmen will vor allem mit seinen Produktionskapazitäten punkten. Kurzfristig wird mit Umsätzen im Bereich von Hunderten Millionen Euro gerechnet. Langfristig sei sogar das Potenzial für einen niedrigen Milliardenbereich vorhanden. Es ist noch gar nicht so lange her, da fiel der Umsatz von Rheinmetall als Gesamtkonzern kaum höher aus. 2021, also vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs setzte der Konzern rund 5,7 Milliarden Euro um. Im letzten Jahr waren es knapp zehn Milliarden Euro.

 

Nicht unterkriegen lassen?

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Gefahr für die Märkte durch den Konflikt im Iran und den daraus resultierenden Rattenschwanz in Form höherer Energiepreise sowie potenzieller Inflationsspirale sind noch lange nicht gebannt. Allerdings zeigten die Marktakteure zu Beginn der neuen Woche eine gewisse Resilienz. Vollkommen ergeben möchte man sich unschönen Befürchtungen offenbar nicht und so gab es den einen oder anderen Versuch einer Erholung zu sehen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Mut auch belohnt werden mag.

 

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14.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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