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LVMH lässt sich nicht beirren, Volkswagen hingegen zittert, auch Rheinmetall wertet ab und von Nvidia erhoffen die Märkte sich Entspannung

Zollunsicherheiten und Drohungen von Donald Trump schicken die Märkte in den roten Bereich

NTG24 - LVMH lässt sich nicht beirren, Volkswagen hingegen zittert, auch Rheinmetall wertet ab und von Nvidia erhoffen die Märkte sich Entspannung

 

Ein wenig Genugtuung dürften die Kritiker von Donald Trump schon verspürt haben, als dessen Zölle in der vergangenen Woche vom Supreme Court weitgehend für illegal erklärt wurden. Was darauf folgt, ist aber keine Besinnung oder gar Rückkehr zu partnerschaftlichen Handelsbeziehungen. Stattdessen spuckt der sogenannte US-Präsident im Stakkato neue Drohungen aus und ist sich auch für das Aussprechen neuer Zölle nicht zu schade.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAb dem heutigen Dienstag sollen nun pauschal Zölle von 15 Prozent gegen sämtliche Handelspartner gelten, auch gegenüber der EU. Das ist für LVMH (FR0000121014) nicht die beste Nachricht. Doch die Anleger zeigten sich recht unbeeindruckt und ließen den Kurs um 0,7 Prozent auf 558,10 Euro ansteigen. Zuvor sorgten positive Signale der Konkurrenz dafür, dass die Aktie schon vor dem Wochenende kräftig anziehen konnte. Zölle bleiben ein wichtiges, aber nicht das einzige Thema.

 

 

 

Zudem zweifeln Experten daran, ob Trumps neue Zölle überhaupt Bestand haben werden. Die Begründung dafür scheint wackelig zu sein und nach 150 Tagen müsste die Zustimmung des Kongresses eingeholt werden müssen, auch wenn Trump dies am Montag bestritt. Es scheint die nächste Steilvorlage für eine (erfolgreiche) Klage zu sein. Dadurch bedingt fürchtet nicht jeder an den Märkten neue Zölle, sondern spekuliert stattdessen vielleicht sogar schon auf mögliche Rückzahlungsansprüche.

 

Volkswagen rutscht ab

 

Das sorgt dafür, dass bei Donald Trump nur noch mehr Schaum vor dem Mund entsteht. Damit sich ja niemand zu früh freut, geizte er nicht mit diversen Drohungen. Unter anderem hieß es, dass Handelspartner keine „Spielchen“ spielen sollen. Ansonsten würden die USA ein Land mit „deutlich höhrerem Zoll und Schlimmeren“ belegen. Beobachter sehen darin einen Wink in Richtung EU, wo die Ratifizierung eines Handelsabkommens nach dem Supreme-Court-Urteil auf Eis gelegt wurde.

Autobauer wie Volkswagen (DE0007664039) sind bisher noch nicht betroffen von den Entwicklungen. Dass die Zölle allerdings noch weiter ansteigen könnten, ob legal oder nicht, hinterließ jedoch einen spürbaren Eindruck im Sektor. Beispielsweise ging es bei der Aktie von Volkswagen um 2,5 Prozent in die Tiefe und die Linie von 100 Euro wurde dadurch bedingt knapp unterschritten. Zu Handelsschluss standen noch 99,90 Euro auf dem Ticker.

 

Auch die Aktie von Rheinmetall gibt nach

 

Bedingt durch das Zoll-Fiasko sehen Experten eine höhere Gefahr dafür, dass Trump einen Militärschlag gegen den Iran anordnen könnte. In der Vergangenheit hätte das vielleicht die Kurse von Rheinmetall (DE0007030009) steigen lassen können. Allerdings gab es wenige Tage vorher eine Warnung des Pentagons, Maßnahmen gegen Europa zu ergreifen, sollten die hiesigen Länder weniger US-Waffen kaufen. An der Börse wird nun befürchtet, dass aus Furch vor Trumps Zorn die Beschaffung überdacht werden könnte und europäische Konzerne wie Rheinmetall dabei als Verlierer dastehen.

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Die Aktie gab am Montag um 2,2 Prozent nach und landete bei Handelsschluss bei 1.701,50 Euro. Das ist weiterhin kein niedriges Niveau. Es will aber auch einfach nicht gelingen, endlich neue Kaufsignale zu generieren und wieder Angriffskurs auf Rekorde knapp oberhalb von 2.000 Euro zu nehmen. Die Unsicherheit würgt jeden Anflug von Kauflaune erfolgreich ab.

 

Eilt Nvidia zur Rettung?

 

Unsicherheit herrscht derzeit nicht nur aufgrund von Zollsorgen auf der politischen Bühne. Schon seit einer Weile erleben Anleger zunehmend Gegenwind im KI-Sektor. Kurz zusammengefasst wird in Zweifel gezogen, ob die enormen Investitionen der Tech-Giganten sich überhaupt noch lohnen können. In dieser Woche wird es diesbezüglich noch einmal interessant. Denn mit Nvidia (US67066G1040) stellt das wohl bedeutendste und wertvollste Unternehmen aus dem Segment neue Zahlen vor.

Genau das gilt ein wenig als Gradmesser dafür, wie es um den Markt momentan tatsächlich bestellt sein mag. Kann Nvidia die Erwartungen erneut übertreffen, wäre eine positive Reaktion über die Nvidia-Aktie hinaus durchaus denkbar. Im Vorfeld macht sich Zuversicht breit und die Nvidia-Aktie legte am Montag um 0,9 Prozent auf 191,55 Dollar zu. Gleichwohl gibt es auch Kritik. Der bekannte Investor Michael Burry sorgte bereits vor einer Weile für Aufsehen, indem er das Platzen einer KI-Blase vorhersagte. Vor den Nvidia-Zahlen erneuerte er seine Warnungen auf seinem Substack-Kanal. Dort fragt der ehemalige Hedgefonds-Manager die großen Konzerne, wann der Ausbau von KI-Rechenzentren endlich aufhöre, welcher den gesamten Cashflow verschlinge.

 

Unsicherheit tut selten gut

 

Ob nun beim Thema KI oder Donald Trump: es tun sich momentan durchaus Chancen an den Märkten auf, auch aufgrund möglicher oder bereits zu erkennender Korrekturen. Doch die größte Erkenntnis dieser Tage lautet, dass die Unsicherheit enorm zunimmt. Das ist für die Aktienmärkte selten bis nie eine gute Neuigkeit. Denn für gewöhnlich reagieren Börsianer auf Unsicherheiten wie ein scheues Reh. Solange also nicht zumindest etwas mehr Beständigkeit zu spüren ist, könnte der negative Trend sich weiter fortsetzen. Das muss noch keinen Crash auslösen, könnte einem solchen aber im ungünstigsten Fall den Boden bereiten.

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24.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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