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Der Neuausrichtung von Lenzing mit massiven Stellenabbauten stehen die Börsianer eher skeptisch gegenüber

Es fehlt bei Lenzing an Wachstumssignalen

NTG24 - Der Neuausrichtung von Lenzing mit massiven Stellenabbauten stehen die Börsianer eher skeptisch gegenüber

 

Der Faserhersteller Lenzing scheint nicht aus der Krise zu kommen. Nach mehreren Verlustjahren in Folge kündigte der Konzern am Montag nach Börsenschluss neue Pläne für den Abbau von Arbeitsplätzen an. Bis Ende 2030 sollen 2.000 Jobs wegfallen. Aktuell existieren weltweit noch rund 7.700 Vollzeit-Stellen im Konzern.

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Wie „Der Standard“ zu berichten weiß, sieht Lenzing (AT0000644505) das Vorhaben als Teil einer laufenden „strategischen Neuausrichtung“ an. Vor Standorten in Österreich macht der Konzern nicht Halt. Schon Ende dieses Jahres läuft die Produktion im Burgenland aus. Immerhin soll schon ein Sozialplan stehen und Lenzing ist nach eigenem Bekunden auf der Suche nach einem Käufer, um möglichst viele Stellen erhalten zu können. Betroffen sollen 285 Beschäftigte sein.

Auch anderswo steht die Produktion vor dem Aus, so etwa in Grimsby in Großbritannien, wo Ende nächsten Jahres die Pforten geschlossen werden könnten. Laut Lenzing soll es sich aber nicht um ein Schließungs- und Cost-Cutting-Programm im Zuge der neuen Strategie handeln. Die Verantwortlichen hoffen auf das Vertrauen von Investoren und Aktionären. Letztere scheinen jedoch so ihre Probleme mit den weiteren Plänen zu haben. Das zeigt sich bei der Lenzing-Aktie, die am Dienstag zeitweise um über 17 Prozent abstürzte und sich davon tags darauf nur etwas erholen konnte. Per Handelsschluss am Mittwoch standen überschaubare 21,95 Euro auf dem Ticker.

 

Lenzing schlägt die Käufer in die Flucht

 

Nach eigenem Bekunden befindet sich Lenzing momentan in einer Phase der Neuaufstellung, was im besten Fall eines Tages wieder für hübschere Bilanzen und schwarze Zahlen sorgen soll. Die Börsianer scheinen sich aber zu weigern, diese Lesart zu akzeptieren. An den Märkten kommt vor allem an, dass der kriselnde Faserhersteller weiter schrumpft und so bald auch kein Ende in Sicht ist. In einem von wieder höheren Ölpreisen und viel Unsicherheit geprägtem Marktumfeld kommt das nicht gut an.

Sinkende Kosten werden von Anlegern zwar grundsätzlich begrüßt. Damit der Aktienkurs sich in Richtung Norden begeben kann, müssen aber auch weitere Faktoren stimmen. Das scheint bei Lenzing aktuell eher nicht der Fall zu sein. Die anstehende Schließung von Standorten lässt auf sinkende Absätze und Umsätze schließen, auch wenn das an dieser Stelle erst einmal nur eine Vermutung sein mag. Den Bullen fehlt es schlicht an Anreizen, die mittelfristig andere Schlüsse zulassen würden.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEs hilft auch nicht eben weiter, dass Lenzing sich frische Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro zu sichern gedenkt, was zu Fragen bezüglich der Liquidität führt. Es mag durchaus sein, dass der Vorstand die Ausgangslage gut analysiert und einen passenden Plan für Besserung ausgeklügelt haben mag. Dass die Neuausrichtung zum Erfolg führt, soll gar nicht ausgeschlossen werden. Solange den Anteilseignern dafür aber keine handfesten Belege vorgestellt werden können, dürfte die Aktie eher unter Druck stehen.

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31.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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