Meta führt für seine wichtigsten Dienste kostenpflichtige Abos ein und will sich damit wohl unabhängiger vom Werbegeschäft machen
Die Aktionäre von Meta sind nicht recht begeistert
Trotz aller KI-Investitionen verdient Meta das meiste Geld noch immer mit dem lukrativen Werbegeschäft bei Facebook und Co. Nun scheint es, als wolle der Konzern sich von solchen Einnahmen etwas weniger abhängig machen. Zumindest entsteht dieser Eindruck bei der Ankündigung von Abo-Modellen für Instagram, Facebook und WhatsApp.
Was genau der Hintergedanke bei den neuen Abo-Modellen sein mag, das verriet Meta (US30303M1027)-Produktchefin Naomi Gleit in der Videoankündigung bei Instagram nicht. Versprochen wurden aber zusätzliche Funktionen für „Instagram Plus“ und „Facebook Plus“. Wer dafür monatlich investiert, soll beispielsweise Zugang zu verbesserten Analysen erhalten und außerdem erweiterte Optionen zur Profilanpassung.
Im Falle von WhatsApp gibt es vor allem zusätzliche Möglichkeiten zur Personalisierung, etwa in Form von Klingeltönen und Stickern. Auf lange Sicht sollen die Angebote unter einer Marke namens „Meta One“ zusammengeführt werden. Wann genau dies der Fall sein mag, ließ der Konzern aber offen. Auch über die Preise sprach Meta nicht weiter. Gemunkelt wird, dass bei Instagram und Facebook jeweils rund 4 US-Dollar monatlich fällig werden könnten, während „WhatsApp Plus“ mit 3 Dollar monatlich zu Buche schlagen könnte.
Wie viele Nutzer sich auf das Ganze einlassen werden, bleibt abzuwarten. Wenig überraschend sind die Reaktionen im Netz eher negativer Natur und bei den Nutzern macht sich bereits eine gewisse Abo-Müdigkeit bemerkbar. An der Börse fiel die Reaktion zunächst verhalten aus.
Meta: Ist das schon Verzweiflung?
Kritiker sehen in dem Abo-Modell einen Versuch von Meta, die ausufernden KI-Investitionen irgendwie wieder hereinzubekommen. Wer sich auf diese Lesart einlässt, könnte in der Ankündigung also sogar eher ein Warnsignal erkennen. Gleichwohl blickt der Konzern auf eine Nutzerbasis von schätzungsweise vier Milliarden Menschen. Wenn sich nur ein winziger Bruchteil davon auf ein Abo einlässt, könnten dem Unternehmen üppige Einnahmen bevorstehen. Das Abomodell lässt sich aus Anlegersicht daher durchaus auch positiv einstufen. Welche Sichtweise zu bevorzugen ist, bleibt freilich jedem selbst überlassen.
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29.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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