Offenbar bereitet Meta weitere Stellenstreichungen im großen Stil vor und will sich in Zukunft noch stärker auf den Einsatz von KI konzentrieren
Den Mitarbeitern von Meta reißt langsam der Geduldsfaden
Wenn es um das Thema Künstliche Intelligenz geht, gibt es bei den Ausgaben von Meta kaum noch Grenzen. Immer mehr Milliarden pumpt die Facebook-Mutter in Rechenzentren. Beim Personal zieht man sich hingegen immer öfter den Sparstrumpf an. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters könnten schon heute weitere Kündigungen in großer Anzahl ausgesprochen werden.
Zehn Prozent der weltweiten Belegschaft sollen demnach bei Meta (US30303M1027) abgebaut werden. Außerdem plant der Konzern wohl einen weitreichenden Umbau, bei dem KI noch mehr in den Vordergrund gerückt werden soll. In einem internen Schreiben kündigte Personalchefin Janelle Gale an, 7.000 Angestellte in neue KI-Projekte zu verlagern und zudem Führungspositionen zu streichen. Angestrebt werden flachere Hierarchien und agilere Teams. Stellung beziehen wollte Meta zu den Berichten bisher nicht.
In der Belegschaft kommen die Pläne freilich nicht allzu gut an. Geklagt wird darüber, dass Meta zu Entlassungsplänen viel zu lange schweigt. Widerstand formiert sich außerdem gegenüber einem Vorhaben, per Software die Mausbewegungen von Mitarbeitern zu erfassen und die so gewonnenen Daten zum Training von KI zu nutzen. Über 1.000 Mitarbeiter unterzeichneten eine Petition gegen den Einsatz einer eben solchen Technologie.
Wie gewohnt spricht Meta in hübschen Worten, wenn es um mögliche Stellenstreichungen geht. Da ist wahlweise von höherer Produktivität oder mehr Effizienz die Rede. An den Märkten wird aber vor allem ein gewisser Sparzwang erkannt, um die massiven Investitionen in Rechenzentren noch irgendwie abfedern zu können. Ob jene sich eines Tages vollumfänglich auszahlen werden, steht in den Sternen.
Meta: Bullen auf dem Rückzug
Ihre Zweifel daran können die Börsianer längst nicht mehr kaschieren. Die jüngsten Berichte beförderten die Meta-Aktie weiter in Richtung Süden. Am Dienstag ging es um 1,4 Prozent auf 602,61 Dollar zurück und das Allzeit-Hoch bei knapp 800 Dollar ist in weite Ferne gerückt. Langsam wäre es an der Zeit, dass bei Meta auf die schwindelerregenden KI-Ausgaben auch entsprechende Sprünge bei Umsätzen und Gewinnen folgen. Das lässt sich bisher nicht beobachten, wenngleich Meta noch immer Milliardengewinne vorweisen kann.
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20.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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