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Microsoft reichte wohl mehrfach Bitlocker-Schlüssel an das FBI weiter und zieht damit enorme Kritik auf sich

Wie sicher sind Nutzer bei Microsoft?

NTG24 - Microsoft reichte wohl mehrfach Bitlocker-Schlüssel an das FBI weiter und zieht damit enorme Kritik auf sich

 

Microsoft bewirbt seine Verschlüsselungstechnologie Bitlocker als Sicherheitsmaßnahme für die Nutzer. Damit verschlüsselte Geräte lassen sich von Dritten nicht nutzen oder einsehen, so zumindest die Theorie. Aushebeln lässt sich das Ganze mit einem Sicherheitsschlüssel, der eigentlich für Fälle wie ein verlorenes Passwort gedacht ist. Eben solche Schlüssel hat Microsoft in der Vergangenheit wohl schon häufiger an das FBI weitergegeben, ohne weiter darüber zu sprechen.

Laut einem Artikel von „Forbes“ soll es jährlich etwa 20 solcher Fälle gegeben haben. Im Voraus gab es stets einen gültigen Gerichtsbeschluss. Microsoft (US5949181045) bestätigte das Vorgehen gegenüber dem Wirtschaftsmagazin. Als Beispiel dient ein Fall aus dem US-Außengebiet Guam. Dort gab es den Verdacht, dass sich einige Personen am Covid-Hilfsprogramm für Arbeitslose bereichert hätten. Verdächtigte Laptops waren per Bitlocker verschlüsselt, was mithilfe von Microsoft umgangen werden konnte.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeProblematisch daran ist so einiges. Dazu gehört, dass Ermittler sich Zugang zum gesamten Gerät verschaffen konnten, und nicht nur zu einigen relevanten Daten. Der wohl größere Skandal ist aber, dass Microsoft Bitlocker-Schlüssel so freimütig weitergibt. Ermöglicht wird dies dadurch, dass Schlüssel in der Cloud gespeichert werden. Diese Option ist standardmäßig aktiviert und soll im Fall der Fälle eine bequeme Wiederherstellung ermöglichen. Dafür zahlen Nutzer offenbar mit ihrer Sicherheit.

 

 

 

Microsoft in der Kritik

 

Natürlich dauerte es nicht lange, bis sich ein Sturm der Entrüstung gegenüber Microsoft entlud. Der Kryptographie-Experte Matt Green etwa echauffiert sich darüber, dass Microsoft die architektonische Entscheidung getroffen habe, Zugang zu privaten Daten auf privaten Computern zu haben. Der demokratische Senator Ron Wyden wird bei Forbes ebenfalls als kritische Stimme genannt. Es sei für Tech-Konzerne unverantwortlich, bewusst Möglichkeiten für das heimliche Ausliefern von Nutzerdaten in ihre Produkte einzubauen.

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Die Kritik bezieht sich auch auf die Tatsache, dass Microsoft als einziges Unternehmen eine solche Hintertür eingebaut hat. Bei Google und Apple gebe es laut Matt Green keine Zugangsmöglichkeiten. Tatsächlich wehrte Apple sich im Jahr 2016 erbittert gegen den Versuch von US-Behörden, sich Zugang zu verschlüsselten Daten zu verschaffen. Einige Jahre später war das Ganze auch während der ersten Amtszeit von Donald Trump Thema. Apple konnte sich bislang durchsetzen und musste Verschlüsselungsmechanismen nicht lockern.

Selbst die Facebook-Mutter Meta, bei der es gefühlt dauerhaft zu irgendwelchen Datenskandalen kommt, scheint mehr Sicherheit zu bieten als Microsoft. Der Konzern selbst hat keinen Zugang zu Schlüsseln für Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Facebook Messenger. Selbst wenn eine Behörde anklopfen würde, könnte Meta also nichts weiterreichen. Genau das ist immer noch die beste Absicherung gegen solche Forderungen. Denn der nun vorliegende Sachverhalt zeigt recht eindeutig, dass Behörden die Möglichkeit zum Datenzugriff munter nutzen, wenn diese vorhanden ist.

 

Vertrauensproblem bei Microsoft?

 

Ob Microsoft sich mit dem Ganzen einen Gefallen getan hat, sei dahingestellt. Die meisten Nutzer dürften im Alltag nicht viel davon mitbekommen. Zudem besteht immerhin die Möglichkeit, Bitlocker-Keys nicht in der Cloud zu speichern und sich auf diesem Wege gegen externe Zugriffe abzusichern. Dass Microsoft indes die Keys unverschlüsselt in seiner Cloud lagert, ist unter Kryptographie-Experten noch mal ein eigener, kleiner Skandal für sich.

Letztlich bietet Microsoft seinen Nutzern weniger Sicherheit, als es die Werbung suggerieren mag. Das dürfte nicht eben dabei helfen, mehr Kunden von den eigenen Produkten zu überzeugen. Existenzbedrohend ist das Ganze zwar noch nicht und an der Börse gilt ohnehin dem Thema KI mehr Aufmerksamkeit. Sollte Microsoft allerdings unter Cloud-Kunden an Vertrauen verlieren, könnte es sich früher oder später auch bei Bilanz und Aktienkurs bemerkbar machen. Die vorliegende Thematik ist dabei nicht an sich das große Problem. Das heimliche Weiterreichen und der damit verbundene Vertrauensverlust dürfte aber manchem (Groß-)kunden sauer aufstoßen. Anleger geraten nicht in Panik, behalten das Ganze aber im Auge.

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26.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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