Microsoft reagiert auf den Trend von KI-Agenten und integriert entsprechende Funktionen in der eigenen Software
Die KI soll bei Microsoft vom Gesprächspartner zum Assistenten werden
Anthropic sorgte mit Claude Cowork für einiges an Aufsehen, stellte manches Geschäftsmodell klassischer Software-Unternehmen in Frage und überholte zwischenzeitlich schon ChatGPT bei der Anzahl der App-Downloads in den USA. Hinter dem Erfolg steht vor allem das Konzept von KI-Agenten, die nicht mehr nur bloße Antworten in Textform liefern, sondern tatsächlich Aufgaben erledigen können.
Der Software-Gigant Microsoft (US5949181045), eigentlich seit jeher enger Partner von OpenAI, will solche KI-Agenten nun auch in eigene Software integrieren. Das Unternehmen kündigte unter dem wenig einfallsreichen Namen „Copilot Cowork“ einen Agenten an, der in Zukunft eigenständig diverse Aufgaben erledigen können soll. Als Beispiel veröffentlichte das Unternehmen ein Video, bei dem ein Nutzer eine Präsentation erstellen lässt, ein Meeting plant und Einladungen dazu per E-Mail verschickt.
Im Prinzip integriert Microsoft also den Ansatz von Anthropic und ließ wissen, mit den Entwicklern von Claude eng zusammengearbeitet zu haben. Das ist durchaus bemerkenswert, investierte man zuvor doch nahezu ausschließlich in den ChatGPT-Entwickler OpenAI. Letzterer gerät jedoch immer mehr unter Druck, während die größten Fortschritte im KI-Segment momentan anderswo stattfinden. Dass Microsoft sich dem nicht verschließt, darf aus Anlegersicht begrüßt werden.
Microsoft in der Versuchsphase
Die eine oder andere offene Frage gibt es bezüglich Copilot Cowork aber dann doch noch. In der vorgestellten Version führt die KI Aufgaben im Namen des Nutzers aus, was die Nachvollziehbarkeit recht schwierig gestalten dürfte. Zudem kann das System laut dem Analysehaus Gartner bislang nicht auf lokale Dateien zugreifen und verfügt nur über eine sehr begrenzte Integration mit Software von anderen Herstellern.
Zumindest bisher handelt es sich also wohl vor allem um einen KI-Agenten für Microsoft 365. Ob und wann Verbesserungen und Erweiterungen anstehen, darüber ließ sich Microsoft noch nicht weiter aus. Zunächst handelt es sich ohnehin um Testversion, die über das Frontier-Programm verteilt wird. Eine Vorschau für Kunden soll noch im Laufe dieses Monats ausgerollt werden. Das Feedback dürfte Microsoft nutzen, um die Software weiter zu verbessern und Funktionen nachzureichen.
Abseits von Copilot Cowork kündigte Microsoft auch frische Funktionen an, um Unternehmen die Nutzung von KI zu vereinfachen. Mit Agent 365 soll es in Zukunft eine Plattform geben, welche auch Agenten von anderen Herstellern steuern und kontrollieren kann. Außerdem will Microsoft sich den wachsenden Funktionsumfang offenbar auch bezahlen lassen. Neu hinzukommen zum Portfolio wird das Paket Microsoft 365 E7, welches neben dem bisherigen Umfang des Abos auch die Nutzung der KI-Agenten beinhalten. Es schlägt mit 99 US-Dollar je Nutzer und Monat zu Buche und ist damit ein gutes Stück teurer als bisherige Angebote.
Weiterhin keine Begeisterung an der Börse
Für Microsoft ist der Schritt hin zur Integration von KI-Agenten durchaus eine große Sache. Das Unternehmen springt auf aktuelle Trends auf und will beim Thema Künstliche Intelligenz an der Speerspitze bleiben. Gleichwohl stellt sich manch einem die Frage, warum nicht gleich der Griff zu Anthropic geschehen soll und bei manchem Anleger mag der Eindruck entstehen, dass Microsoft eher hinterläuft statt selbst Innovationen zu präsentieren.
Große Begeisterung machte sich an der Börse nicht breit. Dort musste die Microsoft-Aktie sich am Montag mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent zufriedengeben, was den Kurs auf 409,41 Dollar anhob. Es bleibt bei einem Verlust von rund 15 Prozent seit Jahresbeginn und die Sorge, dass manches Geschäftsmodell von Microsoft selbst in der KI-Zukunft unter die Räder kommen könnte, ist noch nicht verschwunden. Ob der Konzern aus Redmond dem in Zukunft noch etwas mehr entgegenzusetzen hat, bleibt wohl noch abzuwarten.
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10.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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