Mit neuen KI-Beschleunigern will Microsoft nicht nur die eigenen Vorgänger, sondern auch Google und Amazon übertrumpft haben
Microsoft spuckt große Töne
An eigenen KI-Chips arbeitet Microsoft schon seit Längerem, bislang aber ohne Erfolge, welche die Aufmerksamkeit der Börsianer erregt hätten. Die Konkurrenz schien Redmond ein Stückchen voraus zu sein. Doch auf Maia 100 soll schon bald Maia 200 folgen, womit alles etwas besser werden soll.
Der neu von Microsoft (US5949181045) angekündigte Chip soll seine Muskeln vor allem beim Thema Inferenz, also dem Betrieb von großen KI-Modellen, spielen lassen. 10 Milliarden FP4-Werte können mit der Hardware verarbeitet werden und mit 216 GB HBM3e-Speicher steht schnellerer Speicher zur Verfügung. Zudem beträgt die Kapazität mehr als das Dreifache des Vorgängers (64 GB). Für die Koppelung mit weiteren Maia-200-Chips steht eine Schnittstelle mit 1,4 TB/s bereit.
Die Leistungsaufnahme steigt zwar von schätzungsweise 500 Watt auf nun 880 Watt an. Microsoft liegt damit nach eigenen Angaben bei der Performance pro Watt aber deutlich vor Maia 100. Zudem wird versprochen, auch aktuelle KI-Beschleuniger von Amazon und Google übertreffen zu können. Die dafür gezogenen Vergleiche sind jedoch nur wenig detailreich. Es steht zu vermuten, dass Microsoft sich auf die eigenen Stärken konzentriert, was in der Branche üblich ist.
Microsoft kleckert nicht
Bis zu 6.144 Maia 200 sollen sich laut Microsoft zusammenschalten lassen, um auch die größten KI-Modelle verarbeiten zu können. Im eigenen Hause werden die Chips laut Unternehmensangaben bereits fleißig genutzt, etwa für das Reinforcement Learning bei der Superintelligence-Sparte. Ob Microsoft dadurch auch bereits spürbare Fortschritte erzielen konnte, darauf ging das Unternehmen nicht weiter ein. Kunden sollen Maia-200-Instanzen demnächst zuerst in den USA buchen können.
Wie hoch der Andrang ausfallen mag, wird nicht nur von der Leistung abhängen. Interessanter ist der Preis, über den Microsoft allerdings gar keine Angaben machte. Die Hardware soll wohl 30 Prozent mehr Performance pro Dollar bieten. Ob Microsoft diesen Preisvorteil dann auch an die eigenen Kunden weiterreicht, bleibt wohl noch abzuwarten. Auf den ersten Blick scheint man konkurrenzfähig zu Amazon und Google zu bleiben, wird aber wenig überraschend von Nvidias aktuellen Chips abgehängt. Solche kommen allerdings auch bevorzugt beim Training von KI zum Einsatz.
Auch wenn noch einige Details fehlen, so ist es aus Anlegersicht grundsätzlich erfreulich, dass die Entwicklung an eigener KI-Hardware vorangeht. Damit legt Microsoft den Grundstein, um sich in Zukunft weniger abhängig von sündhaft teuren KI-Chips von Nvidia zu machen. Das dürfte dabei helfen, die schwindelerregenden Kosten für Rechenzentren etwas im Zaum zu halten. Wichtig ist das auch deshalb, weil solche Kosten sich zu einem laufenden Posten entwickeln dürften. Spätestens nach sechs Jahren muss die teure Hardware abgeschrieben werden; einige Experten vermuten sogar, dass es schon nach zwei bis drei Jahren so weit sein könnte.
Spannung bei Microsoft
Die Microsoft-Aktie reagierte auf die neuen Informationen am Montag mit moderaten Zugewinnen von 0,9 Prozent und der Kurs landete bei 470,28 US-Dollar. Spannend wird es in dieser Woche noch mit Blick auf die Quartalszahlen. Am Mittwoch nach Börsenschluss gewährt Microsoft einen Blick in die Bücher und damit auch darauf, wie schnell das Wachstum im KI-Bereich sich zuletzt entwickelt hat. Vielleicht ist im Ausblick auch schon zu erkennen, welche Effekte der Software-Gigant sich durch seine neue Hardware erhofft.
Spielentscheidend ist die eigene Hardware für Microsoft bislang nicht, was sich in Zukunft aber noch ändern könnte. Es hat seinen Grund, dass mehr oder minder alle Tech-Giganten aus dem Silicon Valley an eigenen KI-Chips basteln und sich nicht (nur) auf Nvidia und Konsorten verlassen wollen. Anleger behalten die Entwicklung im Auge. Interessant wird vor allem sein, wie viele Kunden Microsoft für seine Plattform gewinnen kann.
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27.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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