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Die Hoffnung bei Bayer lebt, Novavax bleibt im Abwärtstrend, neue Vorwürfe bei Tesla und viele offene Fragen rund um Gazprom

Es wird nicht langweilig

NTG24 - Die Hoffnung bei Bayer lebt, Novavax bleibt im Abwärtstrend, neue Vorwürfe bei Tesla und viele offene Fragen rund um Gazprom

 

Es tut sich derzeit so einiges an den Märkten, doch nur wenig davon lässt sich klar einordnen und entsprechend schwer fallen mittel- bis langfristige Prognosen. Ein großer Faktor bleibt nach wie vor die Corona-Pandemie. Hier blicken die meisten Beobachter mittlerweile sehr optimistisch in die Zukunft und erwarten im laufenden Jahr mit der Omikron-Variante endlich den Übergang in die Endemie.

Genau das tat Novavax (US6700024010) in den letzten Wochen richtig weh. Denn aus der beschriebenen Erwartungshaltung erwächst der Gedanke, dass der US-Konzern mit einem Impfstoff schlicht zu spät sein könnte. Selbst mehrere gute Nachrichten konnten den Abwärtstrend des Papiers nicht aufhalten. Die Absegnung des Vakzins durch das Wiener Bioethik-Institut, worüber am Wochenende „idea.de“ berichtete, dürfte sehr wahrscheinlich an der Börse ebenfalls verpuffen.

Was bleibt, ist eine Halbierung des Kurses innerhalb von nur vier Wochen und die böse Vorahnung, dass hier noch nicht unbedingt Schluss sein muss. Von der einstigen Euphorie im vergangenen Jahr ist nichts mehr zu spüren. Das Unterschreiten der 100-Euro-Linie in der letzten Woche könnte den Verkaufsdruck ohne Weiteres noch erhöhen.

 

Der Blick nach vorne

 

Da befindet sich Bayer (DE000BAY0017) derzeit schon in einer deutlich komfortableren Situation, auch wenn die Dramatik rund um Monsanto und Glyphosat noch nicht als überstanden gelten darf. Zuletzt blickten die Anleger aber wieder vermehrt in die Zukunft, angetrieben durch neue Ankündigungen bei der JPMorgan Health Conference. Dort wurde unter anderem über eine neue Partnerschaft mit Mammoth Biosciences im Bereich von Gen-Therapien verkündet.

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Werbebanner ClaudemusDies wiederum nahmen die Analysten von JPMorgan zum Anlass, um ihre Einschätzung zur Bayer-Aktie noch einmal zu überdenken. Mittlerweile gibt es von dort eine Kaufempfehlung nebst eines Kursziels von sehr ansehnlichen 75 Euro. Zum Wochenende lagen die Kurse noch bei 52,59 Euro und dem vorausgegangen war bereits eine stattliche Erholung in den letzten vier Wochen. Ganz offensichtlich hat die Stimmung sich also gedreht. Möge es möglichst lange dabei bleiben.

 

Tesla als Ausbeuter?

 

Weniger positive Nachrichten gab es zuletzt bei Tesla (US88160R1014) zu vernehmen. Der rbb berichtete am Wochenende über teilweise sehr fragwürdige Arbeitsbedingungen bei der Baustelle der Gigafactory in Brandenburg. Im Gespräch mit Bauarbeitern in der Nähe der polnischen Grenze wollen die Reporter etwa in Erfahrung gebracht haben, dass es teilweise Arbeitszeiten von bis zu 17 Stunden pro Tag gebe und die Bezahlung zuweilen unter dem deutschen Mindestlohn liege.

Für den Moment sind das erst einmal nur Behauptungen, die von Mitarbeitern stammen, die sich namentlich nicht zu erkennen geben wollen. Entsprechend ist es auch mit einer gesunden Portion Skepsis zu behandeln, aber in keinem Fall auf die leichte Schulter zu nehmen.

Zwar sagt man Aktionären ganz gerne nach, dass diese sich um schlechte Arbeitsbedingungen nicht weiter scheren, diese sogar teilweise begrüßen würden. In der Realität ist das aber eher nicht der Fall. Ganz unabhängig vom menschlichen Faktor wissen Anleger schließlich, welche bösen Folgen die Nichteinhaltung von gesetzlich festgelegten Standards haben kann, vom Imageschaden ganz zu schweigen. Sollten die Vorwürfe sich also erhärten, könnte durchaus auch die Tesla-Aktie in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Die Unsicherheit bei Gazprom nimmt zu

 

Geradezu lächerlich wirken die Probleme anderer Unternehmen im Vergleich zu Gazprom (US3682872078). Der russische Versorger ist auf dem besten Wege, sowohl in der breiten (westlichen) Öffentlichkeit als auch in der Politik und an der Börse in Ungnade zu fallen. Grund dafür sind mittlerweile offensichtliche Unterbelieferungen in Europa sowie die zahllosen offenen Fragen rund um den immer heißer werdenden Konflikt zwischen Russland und er Ukraine.

Die Chancen für eine russische Invasion scheinen von Tag zu Tag zuzunehmen. Einige Experten sprechen von einer 50:50-Chance für ein derartiges Szenario. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dürfte die Gazprom-Aktie in die Tiefe stürzen. Nicht nur drohen dann massive Sanktionen aus dem Westen. Es wäre auch denkbar, dass Russland europäischen Staaten einfach den Gashahn abdreht. Das gilt im Besonderen, sollte Nord Stream 2 endgültig begraben werden. Schon jetzt ist die Unsicherheit an den Märkten spürbar und trotz Einnahmen in Rekordhöhe bewegte die Aktie von Gazprom sich zuletzt mit hohem Tempo in Richtung Süden.

 

Das dürfte eine wilde Fahrt werden

 

Die Ukraine-Krise könnte in der neuen Woche eines der beherrschenden Themen an den Börsen werden. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, gerade durch die jüngsten Hackerangriffe auf ukrainische Internetseiten der Regierung, welche ihrerseits ganz klar Russland als Schuldigen dafür ansieht.

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Werbebanner ISIN-WatchlistWas genau als nächstes passieren könnte, ist noch unklar. Die Märkte dürften aber auf jede neue Entwicklung sehr nervös reagieren und jede weitere Eskalation wird von hier aus nicht nur die Gazprom-Aktie betreffen. Vor diesem Hintergrund ist es auch sehr gut denkbar, dass Themen wie Corona oder Zinssorgen weiter in den Hintergrund treten werde, was wiederum für den einen oder anderen Titel nicht die schlechteste Entwicklung sein muss.

 

17.01.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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