Nach nur vier Jahren entlässt Nestlé Ankerkraut wieder in die Eigenständigkeit, nachdem die Gründer ihre Anteile zurückgekauft haben
Der schlechte Ruf hängt Nestlé nach
Dass Nestlé unter den Verbrauchern nicht unbedingt den besten Ruf genießt, das zeigte sich im Jahre 2022 bei der Übernahme von Ankerkraut nur allzu deutlich. Das im Jahr 2013 gegründete Gewürzunternehmen erfreute sich bis dahin großer Beliebtheit und wurde unter anderem von diversen Influencern munter propagiert. Doch nachdem Nestlé sich das Unternehmen einverleibte, schlug die Stimmung schlagartig um.
Kritiker warfen den Gründern vor, ihre Werte mit dem Verkauf verraten zu haben. Etliche Nutzer in den sozialen Medien taten ihren Unmut kund. Wie sich dies auf die Absatzzahlen ausgewirkt haben mag, ist zwar nicht überliefert. Doch offenbar konnte Nestlé (US6410694060) in der Folge keine Erfolge feiern, welche das Unternehemn allzu sehr an der neuen Tochter festhalten lassen.
Wie die „FAZ“ am Mittwoch berichtete, haben die Gründer sich ihr Unternehmen nun zurückgekauft. Finanzielle Details wurden dabei nicht genannt. Der Schritt wurde damit begründet, Ankerkraut mehr unternehmerischen Spielraum zu ermöglichen. Die künftige Entwicklung soll flexibler und schneller vorangetrieben werden. In den Strukturen eines Großkonzerns ist das tatsächlich oftmals eher schwieriger möglich.
Nestlé Deutschland-Chef Alexander von Maillot ließ wissen, dass man den Wunsch der Gründer nach mehr Eigenständigkeit unterstütze. Die bisherige Zusammenarbeit sei konstruktiv und vertrauensvoll verlaufen und von gemeinsamen Zielen geprägt gewesen sein. Es scheint also, dass man sich im Guten verabschiedet.
Eine willkommene Gelegenheit für Nestlé?
Im Lebensmittelsektor findet derzeit eine Konsolidierung statt. Nahezu alle großen Player straffen ihr Portfolio und trennen sich zu diesem Zweck von Einheiten. Daher lässt sich zumindest vermuten, dass für Nestlé der Verkauf von Ankerkraut auch ein wenig in die Strategie passt. Die Anleger stören sich daran nicht weiter. Die Nestlé-Aktie machte es sich zuletzt bei 85,40 Euro bequem und lässt damit das 52-Wochen-Tief bei 75,35 Euro auf Abstand. Gleichwohl hängt der Titel weiterhin auf eher überschaubarem Niveau fest.
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16.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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