Französische Behörden nehmen sich in einer Razzia zwei Standorte von Nestlé vor und gehen erneut Vorwürfen um unerlaubte Aufbereitungsverfahren nach
Nestlé versichert, vollumfänglich mit den Behörden zusammenzuarbeiten
Bereits im Jahr 2024 tauchten erstmals Berichte auf, laut denen Nestlé bei der populären Wassermarke Perrier möglicherweise unerlaubte Wasseraufbereitungsverfahren verwendet haben könne, um Verunreinigungen zu verhindern. Eine Gefahr für Verbraucher ging davon zwar nicht aus. Fraglich war und ist allerdings, ob sich das noch als natürliches Mineralwasser bezeichnen lässt.
Nachdem es eine Weile lang ruhig um das Thema war, nehmen sich nun französische Ermittler der Angelegenheit wieder an. Wie „Radio France“ berichtete, kam es zu Razzien bei einer Abfüllanlage von Nestlé (CH0038863350) sowie einem Labor des Konzerns.
Das Unternehmen bestätigte die Vorgänge zwischenzeitlich und betonte bei der Gelegenheit, in vollem Umfang mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Den Razzien gingen offenbar Ermittlungen voraus, welche auf eine Anzeige einer Verbrauchergruppe aufgrund mutmaßlicher Täuschungen folgten. Ob und was nun aufgedeckt werden mag, bleibt noch abzuwarten.
Die Anleger reagierten im frühen Handel am Donnerstag zunächst verunsichert und die Nestlé-Aktie fiel um 1,6 Prozent bis auf 78,62 CHF zurück. Trotz einer kleinen Erholung in den letzten Wochen steht der Titel weiter unter Druck. Abseits der Vorwürfe um Perrier kämpft der weltgrößte Lebensmittelkonzern mit einer schwachen Konsumlaune und einer steigenden Vorliebe von Verbrauchern für günstige Handelsmarken. Aufgrund der wieder gestiegenen Inflation könnte dieser Trend sich weiter verstärken.
Wenig gute Neuigkeiten für Nestlé
Nestlé kämpft letztlich mit Gegenwind aus mehreren Richtungen und hat dem abseits des Versprechens, in Zukunft schlanker und lukrativer aufzutreten, wenig entgegenzusetzen. Insbesondere sparsamen Verbrauchern scheint man wenig entgegenzusetzen zu haben in Zeiten, in denen die Kosten eher weiter in Richtung Norden tendieren. Nicht zu Unrecht befürchten Anleger da, dass die Margen weiterhin unter Druck stehen werden und bei Absatzzahlen kaum neue Rekorde erreicht werden können.
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21.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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