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Nestlé CEO Navratil setzt auf Capex statt nur auf Kostenabbau

Nestlé: Drei Grossprojekte kurz vor dem Halbjahresbericht signalisieren Wachstum

NTG24 - Nestlé CEO Navratil setzt auf Capex statt nur auf Kostenabbau

 

Die Erwartungen der Börse an Nestlé sind moderat. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern legt am Donnerstag den Halbjahresbericht für 2026 vor und will mindestens ein organisches Wachstum von 3,5 % und ein Real Internal Growth von 1,7 % liefern. Doch kurz vor dem Stichtag liefert der Konzern ein anderes Signal: 

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Nestlé (CH0038863350) CEO Philipp Navratil investiert massiv in Wachstum. Drei Grossprojekte innerhalb weniger Wochen - zusammen rund 1,5 Mrd. Franken - zeigen, dass Nestlé nicht nur Portfolio-Verkäufe und Stellenabbau betreibt, sondern gezielt in die beiden profitabelsten Kategorien investiert.

 

Nestlé S.A.

 

Die Projekte im Überblick: 520 Mio. Franken für ein neues Purina-Werk mit Logistikzentrum in Mantua, Italien, Produktionsstart 2029. Weitere 370 Mio. Franken für ein Tierfutter-Werk in Brasilien, angekündigt Anfang 2026. Und 570 Mio. Franken für eine Smart Factory in Thailand, die ab Ende 2028 jährlich 170.000 Tonnen Nescafé-Instantkaffee und Ready-to-Drink-Getränke produzieren soll. Zusammen ergibt das eine Capex-Welle von fast 1,5 Mrd. Franken — die grösste koordinierte Investitionsoffensive seit Navratils Amtsantritt im September 2025.

 

Kaffee und Tierfutter als Gewinnbringer

 

Die Logik dahinter ist klar: Kaffee und Tierfutter machen 47 % des Umsatzes und 58 % des operativen Gewinns aus. Das Petcare-Geschäft wächst in Europa mit 8 % pro Jahr, insbesondere hochwertiges Nassfutter für Katzen. Kaffee profitiert von fallenden Rohstoffpreisen, was die Nachfragesteuerung erleichtert und die Marge stützt. Beide Kategorien sind weit weniger zyklisch als etwa Mineralwasser oder Babynahrung - und genau dort setzt Navratil den Hebel an.

Die Italien-Investition wird mit 60 Mio. Euro aus EU-Mitteln gefördert, was zeigt, dass Brüssel die Stärkung der Lieferketten in Europa unterstützt. Nach Fertigstellung wird Nestlé in Europa 15 Purina-Standorte betreiben. Die Thailand-Investition wiederum ist Teil einer breiteren Strategie, Produktionskapazitäten nach Südostasien zu verlagern - eine Absicherung gegen geopolitische Risiken und eine Positionierung für den wachsenden asiatischen Markt.

 

Zeitliche Diskrepanz birgt Risiko

 

Doch die Projekte haben einen Haken: Sie belasten den freien Cashflow heute, während die Erträge erst ab 2028 und 2029 fliessen. Die Jahresprognose für 2026 - ein freier Cashflow über 9 Mrd. Franken - wird durch diese Capex-Welle gedrückt, auch wenn die Investitionen über zwei bis drei Jahre verteilt werden. Parallel dazu laufen die Portfolio-Verkäufe - Mineralwasser, Glace, Vitamine - aber noch ist kein Deal abgeschlossen. Die Frage ist: Reicht der Verkaufserlös, um die Investitionen zu finanzieren und die Nettoverschuldung zu senken?

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Ankündigung der Italien-Investition am 20. Juli - drei Tage vor dem Halbjahresbericht - ist kein Zufall. Navratil steuert das Narrativ: Nestlé schrumpft nicht nur, sondern wächst gezielt. Die Börse scheint das zu honorieren. Die Aktien notieren bei 85,73 Franken, auf Jahreshoch, und haben die 200-Tage-Linie überwunden. Drei Quartale in Folge leichte positive Überraschungen haben die Stimmung gedreht.

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21.07.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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