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Netflix wächst weiter und erhöht die Prognose, kann die Wünsche der Aktionäre aber dennoch nicht erfüllen

Offenbar haben die Märkte sich von Netflix mehr erhofft

NTG24 - Netflix wächst weiter und erhöht die Prognose, kann die Wünsche der Aktionäre aber dennoch nicht erfüllen

 

Der Streaming-Gigant Netflix konnte im zurückliegenden Quartal einmal mehr Umsatz und Gewinn steigern. Unter anderem dank Erfolgen mit neuen Serien und Filmen setzte sich der Trend fort und auch die steigenden Werbeeinnahmen machten sich bemerkbar. Doch der Ausblick scheint die Anteilseigner nicht überzeugen zu können.

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Im zweiten Quartal legte Netflix (US64110L1061) beim Umsatz um rund 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar zu und steigerte den Gewinn je Aktie auf 0,80 Dollar. Damit liegt der Konzern ziemlich genau im Rahmen der Erwartungen. In einem Brief an die Aktionäre zeigt sich das Management zuversichtlich, die Jahresziele erreichen zu können. Angesichts der immer härteren Konkurrenz und einer hartnäckigen Konsumflaute ist das vielleicht keine Selbstverständlichkeit.

 

 

 

Gleichwohl kann Netflix nicht länger derart traumhafte Wachstumsraten wie noch vor einigen Jahren vorweisen. Das gilt insbesondere mit Blick auf das Nutzerwachstum, welches der Konzern mittlerweile nicht mehr quartalsweise kommuniziert. Der Fokus soll auf Umsatz und Gewinn gelegt werden. Für das dritte Quartal wird beim Umsatz ein Plus von zwölf Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie soll auf 0,82 Dollar klettern. Das ist nicht genug, um an der Börse für neue Begeisterung sorgen zu können.

 

Hat Netflix den Zenit erreicht?

 

Obschon die Ergebnisse auf den ersten Blick solide ausfielen, lassen die Anleger die Netflix-Aktie fallen. Im nachbörslichen Handel ging es um über neun Prozent abwärts und für den heutigen Freitag kündigen sich damit bereits neue Jahrestiefstände an. Schon seit Längerem steht der Titel schwer unter Druck. Die Abschläge seit Jahresbeginn belaufen sich auf gut 20 Prozent.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 klein Befürchtet wird von nicht wenigen Marktakteuren, dass Netflix seinen Höhepunkt schlicht längst hinter sich gelassen hat. Zuletzt meldete das Unternehmen 325 Millionen Kunden und die Wall Street scheint hier kaum noch Aufwärtspotenzial zu erkennen. Der Konzern setzt vor allem auf noch mehr Kunden, die sich für ein Abonnement mit Werbung entscheiden. Um mit jenen noch höhere Umsätze zu erzielen, muss jedoch die Verweildauer der Nutzer vor dem Bildschirm erhöht werden.

Netflix will genau das mit einem stärkeren Fokus auf Live-Sendungen erreichen. Zusätzlich sollen auch Videospiele in Zukunft die Bilanzen etwas aufhübschen. Doch auch mit solchen Ideen scheinen die Bullen sich nicht aus der Reserve locken zu lassen. Zu groß ist die Angst davor, dass das Wachstum zu einem Ende finden könnte und sich Netflix zudem mit Investitionen vielleicht verkalkulieren könnte. Nicht einfacher wird die Lage durch das starke Wachstum von Konkurrenz-Plattformen wie TikTok, die ihre Nutzer recht erfolgreich immer länger vor den Bildschirm locken.

 

Bauchgefühle

 

Allen Zweifeln zum Trotz erhöht Netflix die Prognose für das Gesamtjahr und stellt nun 51 bis 51,4 Milliarden Dollar Umsatz statt der zuvor anvisierten 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar in Aussicht. Grundsätzlich geht es also weiter aufwärts. Doch das Tempo kann die Börsianer schlicht nicht überzeugen. Daraus entsteht bei manch einem offenbar das ungute Bauchgefühl, dass die besten Jahre bereits in der Vergangenheit liegen könnten.

Ob eine derartige Skepsis auch berechtigt ist, sei dahingestellt. In der Vergangenheit zweifelten die Märkte schon einmal schwer an Netflix. Als der Konzern Abos mit Werbung neu ankündigte und die Preise für werbefreie Abos zum Teil deutlich erhöhte, trieb es die Anleger vor einigen Jahren erst einmal in die Flucht. Entstanden ist daraus aber letztlich ein Geschäftsmodell, das noch deutlich erfolgreicher als zuvor war. Zu unterschätzen ist Netflix also nicht, wenngleich die heutige Ausgangslage natürlich eine vollkommen andere ist. Viel dürfte in Zukunft davon abhängen, wie der Konkurrenzkampf mit Paramount verlaufen mag, welches drauf und dran ist, sich Warner Bros. unter den Nagel zu reißen. Daraus könnte ein Streaming-Anbieter entstehen, der es mit der Größe von Netflix tatsächlich aufnehmen kann.

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17.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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