Netflix bleibt unter Druck, Volvo im Rückwärtsgang und PayPal lehnt dankend ab - BÖRSE TO GO
Netflix liefert den Bären neue Munition - das Wachstum soll sich weiter abschwächen
Netflix liefert den Bären neue Munition. Die Wachstumsrate im 3. Quartal soll erneut fallen. Volvo wird vom Wettbewerb gebrochen. Der Autobauer bekommt in China keinen Fuß mehr auf den Boden. PayPal lehnt dankend ab. Der Aufsichtsrat sieht das Gebot von Stripe und Advent International als zu gering an und befürchtet bei einer Übernahme einen Verstoß gegen das Kartellrecht.
Am letzten Handelstag der Woche stehen die Börsen in Asien erneut unter Druck. Alle Benchmarks geben deutlich ab und leiden unter Gewinnmitnahmen im Technologiesektor. Der Nikkei 225 Index wird zeitweise mehr als -4,3 % im Minus gehandelt und der Hang Seng Index wird vor Börsenschluss mehr als -2,2 % tiefer gehandelt. Der Handel in Seoul ruht heute aufgrund eines Feiertages (Verfassungstag). Auch der Terminmarkt sieht rot. Der DAX-Future (September) notiert vor Börsenöffnung in Europa -0,56 % tiefer bei 24.837,00 Punkten.
Am Donnerstag überwogen in Frankfurt bereits erneut die Verluste. Abgesehen vom SDAX, der sich um 0,37 % auf 18.329,52 Punkte gegen den Markttrend verbessern konnte, sanken alle anderen deutschen Benchmarks. Der MDAX gab leicht um -0,19 % auf 32.039,83 Punkte nach, der DAX schloss -0,34 % tiefer bei 24.915,49 Punkten und der TecDAX rutschte um -0,72 % auf 3.782,28 Punkte weiter ab. Der größte Verlierer waren hier die Aktien von Siltronic (DE000WAF3001), die um -3,32 % auf 88,95 Euro fielen, nachdem sich die Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor fortsetzten.
Auch an der Wall Street zeigten die Kurse am Donnerstagabend Richtung Süden. Alle US-Benchmarks gaben und wurden dabei vom Nasdaq 100 Index tiefer geführt, der um -1,62 % auf 29.025,77 Punkte fiel. Die Speicherchip-Aktien übten dabei den größten Druck auf die Tech-Benchmark aus. Der S&P 500 Index fiel um -0,51 % auf 7.533,77 Punkte und der Dow Jones Industrial Average Index schloss leicht tiefer bei 52.552,97 Punkten (-0,20 %).
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Netflix: Negatives Momentum weitet sich aus
Der Ausblick von Netflix (US64110L1061) spielte nach Börsenschluss den Bären in die Hände. Die Aktien rutschten zeitweise mehr als -9 %, nachdem die Streaming-Plattform für das laufende Quartal einen Umsatz von 12,9 Mrd. US-Dollar signalisierte. Das würde einem Wachstum im Jahresvergleich von 11,7 % entsprechen, was die dritte Abschwächung in Folge und das niedrigste Umsatzwachstum seit Langem wäre. Auch die Gewinnprognose von 0,82 US-Dollar je Aktie konnte die Stimmung nicht retten, da sie leicht unter der Konsensschätzung (0,84 US-Dollar) der Analysten blieb. Würde Netflix dieses Ziel erreichen, würde der Gewinn im Jahresvergleich um 35,5 % steigen. Für das abgelaufene Quartal legte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 13,4 % auf 12,56 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn von 3,4 Mrd. US-Dollar bzw. 0,80 US-Dollar je Aktie vor.
Volvo: Vom Wettbewerb gebrochen
Der Abschluss für das 2. Quartal fiel bei Volvo (SE0021628898) noch schwächer als erwartet aus. Insbesondere der chinesische Markt belastet das Unternehmen. Der Absatz sank um -6 % auf 171.500 Fahrzeuge, was zu einem Umsatzeinbruch um -17 % auf nur noch 77,7 Mrd. Schweden Kronen (SEK) führte. Dank einer harschen Kostenkontrolle konnte man so auf operativer Ebene den Break-Even erreichen und schaffte es auch nach Steuern und dem Finanzergebnis eine schwarze Null auszuweisen. Alle Eckdaten verfehlten die Analystenschätzungen. Das Management übte sich am Morgen in Schadensbegrenzung und prognostizierte eine Umsatzwende im 2. Halbjahr. Gegen Ende des Jahres erwartet man wieder einen starken positiven operativen Cashflow. Man betonte noch einmal, dass man im Mai eine Fortsetzung der Verkaufsgenehmigung in den USA erhalten hatte, nachdem die US-Regierung zuvor ein Verkaufsverbot erwogen hatte, da die Volvo-Fahrzeuge mit Servern in China verbunden sind. Polestar, an denen Volvo ein Mehrheitsaktionär ist, hatte eine vergleichbare Genehmigung nicht erhalten.
PayPal lehnt dankend ab
Nach dem feindlichen Übernahmeangebot durch Stripe und Advent International trat der Aufsichtsrat von PayPal (US70450Y1038) zusammen, um das Angebot zu bewerten. Und entschied, dass das Angebot über rund 53 Mrd. US-Dollar bzw. 60,50 US-Dollar je Aktie zu niedrig ist und PayPal und sein Potenzial zu gering bewerte. Obendrein bestehen berechtigte Zweifel, ob ein Übernahmeversuch durch die Regulierungsbehörden genehmigt würde, da Stripe und PayPal beide marktbeherrschende Stellungen innehaben. Insbesondere in den USA würde ein Zusammenschluss von Stripe und PayPal voraussichtlich gegen das Kartellrecht verstoßen. Eine offizielle Erklärung des Aufsichtsrats steht noch aus. Davon lassen sich die prospektiven Käufer nicht beeindrucken. Sie haben 17 Mrd. US-Dollar an Eigenkapital für die Übernahme bereitgestellt und JPMorgan Chase (US46625H1005) und Morgan Stanley (US6174464486) ins Boot geholt, um die restliche Summe per Kredit zu finanzieren.
Tagestermine
Um 16:00 Uhr erwarten wir heute wichtige Sentiment-Indizes der Universität Michigan für den Monat Juli. Die Inflationserwartungen, die zuletzt deutlich erhöht bei 4,6 % standen, werden erwartet, ebenso der Index des Verbrauchervertrauens, der von 49,5 auf 51,0 Punkte gestiegen sein soll. Auch die Konsumentenerwartungen werden veröffentlicht. Die Ökonomen rechnen mit einem Anstieg von zuletzt 50,7 Punkten im Juni auf nun 51,7 Punkte.
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17.07.2026 - Mikey Fritz

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