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Nokia setzt sich in Deutschland mit einer Patentklage gegen Acer und Asus durch, welche als Reaktion den Verkauf von Notebooks einstellen

Im Verteidigen seiner Patente bleibt Nokia erfolgreich

NTG24 - Nokia setzt sich in Deutschland mit einer Patentklage gegen Acer und Asus durch, welche als Reaktion den Verkauf von Notebooks einstellen

 

Längst schon hat Nokia an Glanz verloren und spielt im Alltag der meisten Menschen kaum noch eine Rolle. Die Smartphones mit Nokia-Schriftzug stammen längst von einem anderen Hersteller und bei anderen Consumer-Produkten gelang Nokia ohnehin nie der große Durchbruch. Erfolge verzeichnen die Finnen heute vor allem als Netzausrüster und darüber hinaus verfügen sie über einen wahren Schatz an Patenten.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeGenau diesen gilt es zu verteidigen, und dafür zieht Nokia (FI0009000681) schon seit etlichen Jahren auch gerne mal vor Gericht. In einem aktuellen Fall in Deutschland konnte man sich gegen die PC-Hersteller Acer und Asus durchsetzen. Jenen wurde die Verletzung von drei Patenten mit Bezug zum Videostreaming vorgeworfen. Zahlen wollte die Gegenseite aber offenbar nicht. Ende Januar folgte das Landgericht München den Ansichten von Nokia und entschied, sowohl Acer als auch Asus den Vertrieb von Notebooks in Deutschland zu untersagen.

Das hat bereits sichtbare Folgen. Die deutschen Webseiten der zwei Hersteller sind offline gegangen. Das hat den unschönen Nebeneffekt, dass auch bestehende Kunden nun keinerlei Support mehr erhalten können. Ob es diese Maßnahme wirklich gebraucht hätte, darüber lässt sich wohl streiten. Schließlich ist der Abverkauf von Lagerware bei Händlern noch erlaubt. Es ist also aktuell gut möglich, sich bei MediaMarkt, Notebooksbilliger oder sonst irgendwo einen Asus-Laptop zu kaufen, bei dem es dann keinerlei Unterstützung seitens des Herstellers oder neue Treiber gibt.

 

 

 

Nokia gibt nicht nach

 

Streitpunkt bei der Auseinandersetzung ist weniger, ob überhaupt Lizenzgebühren gezahlt werden sollten. Viel mehr unterscheiden sich die Ansichten der Konzerne, wenn es um die genaue Höhe geht. Gestritten wird sich unter anderem darum, ob die fraglichen Patente in die FRAND-Regelung fallen (Fair, Reasonable and Non-Discriminatory). Jene Regelung soll dafür sorgen, dass Patentinhaber auf eine Art und Weise entlohnt werden, welche die Akzeptanz von Standards nicht unnötig gefährdet.

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Nokia will sich mit aus eigener Sicht zu geringen Zahlungen offensichtlich nicht zufriedengeben und pocht vor Gericht immer wieder auf die eigenen Ansprüche. Das scheint den Anlegern zu gefallen. Die Nokia-Aktie konnte sich in den letzten vier Wochen um 6,7 Prozent verbessern und hierzulange am Dienstag wieder die Marke bei 6 Euro passieren. 6,02 Euro standen auf dem Ticker, als gerade die Schlussglocke läutete. Lizenzeinnahmen sind für Nokia eine recht verlässliche und vor allem langfristige Umsatzquelle. Da ist es nur nachvollziehbar, dass diese auch verteidigt werden soll.

Acer äußerte sich zu Urteil und Verkaufsstopp bisher noch nicht. Asus hingegen veröffentlichte bereits ein Statement. Darin heißt es, dass die deutsche Webseite in Kürze wieder für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen soll. Zudem sollen weitere rechtliche Schritte geprüft werden, um so schnell wie möglich eine „faire Lösung“ der Problematik zu erwirken. Herauslesen lässt sich dabei, dass Asus auch weiterhin nicht dazu bereit ist, die nach eigener Wahrnehmung zu hohen Lizenzgebühren von Nokia zu zahlen.

 

Der stille Teilhaber

 

In jedem Fall erinnert Nokia mit dem Fall daran, welchen Wert die eigenen Patente noch haben. Da jene auch bei Smartphones und weiteren Geräten greifen, verdient der Konzern ordentlich mit durch den Verkauf diverser Hersteller. Selbst wenn die Einnahmen sich auf niedrigem Niveau einpendeln sollten, so würde sich aufgrund der schieren Masse an verkauften Geräten eine hübsche Grundlage ergeben.

Neues Wachstum ergibt sich daraus zwar noch nicht, weshalb auch die Aktie nicht spontan in den Rallye-Modus schaltet. Die Anleger dürften aber mit dem Wissen um die zahlreichen Patente von Nokia in schwierigen Zeiten etwas ruhiger schlafen. Dazu kommt, dass die Finnen in den kommenden Jahren von Änderungen in europäischen Netzen profitieren dürften. Die EU plant den schrittweisen Abbau von chinesischer Technologie, wofür natürlich irgendein Ersatz gefunden werden muss.

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18.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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