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Norwegische Krone schwach

Norwegische Krone mit neuem Schwächeanfall

 

Eigentlich hätte man erwarten können, dass die zunehmende Zinsdifferenz der norwegischen Krone zum Euro, der nordischen Währung länger Rückenwind verleiht. Aber bald nach der letzten Zinserhöhung der Zentralbank in Oslo am 19.09.2019 um 0,25 % auf nunmehr 1,5 % war die Luft wieder raus.

Und in dieser Woche hat die Krone sogar ein neues Allzeittief gegen den Euro und den US-Dollar erreicht. Das alte Allzeittief lag seit Dezember 2008 in der Finanzkrise bei 10,16 Kronen für einen Euro, aktuell sind es 10,23 Kronen.

 

EURNOK

 

Gründe dafür werden einige genannt: Geringerer Appetit auf norwegische Assets, neue Hoffnung auf einen Brexit-Deal, der die Eurozone und damit den Euro stärken könnte, aber auch die Skepsis gegenüber einem ,,Deal‘‘ im Handelsstreit zwischen den USA und China.

 

Zinserhöhung geldpolitischer Luxus?

 

Allerdings läuft die Wirtschaft Norwegens im Vergleich zu anderen Industrieländern solide, und die Kapazitätsauslastung liegt weiter über dem Normalniveau. Zur Begründung der Zinserhöhung führte die Notenbank wenig überraschend zudem eine erneute Beschleunigung des inländischen Schuldenwachstums und einer anhaltenden Immobilienpreisinflation an.

 

Weggabelung

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Ein Blick auf den Ölpreis zeigt jedoch, dass es durchaus einen Grund gibt, der für eine schwächere Krone spricht. Sollte die derzeitige Ölpreisschwäche anhalten, würde dies früher oder später auch die Einnahmen Norwegens spürbar beeinträchtigen. Und sollte Inflationsrate von 1,5 % im September weiter steigen, ist der Realzins gleichwohl negativ, was die Krone eher schwächt.

Nicht sehr besorgt allerdings dürften die Manager des nordischen Reservefonds sein. Sie haben ihre Anlagen ganz überwiegend in ausländischer Währung. Sein Wert betrug am Mittwoch 9,95 Bio. Kronen, was rund 973 Mrd. Euro entspricht.

Fazit: Einstweilen dürfte sich aber die Schwäche der Krone gegen Euro und Dollar fortsetzen. Wir empfehlen deshalb, die weitere Entwicklung abzuwarten.

 

17.10.2019 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de






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