Neue Studiendaten von Novo Nordisk werden an den Märkten als eine herbe Niederlage angesehen und der Aktienkurs rutscht im hohen Tempo ab
Damit kann Novo Nordisk gegenüber der Konkurrenz nicht punkten
Novo Nordisk bekommt den Konkurrenzdruck vor allem in den USA schon seit einer ganzen Weile zu spüren. Wegovy verliert dort mehr und mehr an Bedeutung, da der Wirkstoff Tirzepatid von Mitbewerber Eli Lilly eine höhere Wirkung aufweisen kann. Die Einführung einer Abnehmpille im Januar verhalf der Novo Nordisk-Aktie noch zu etwas Rückenwind. Allerdings ist die Wirkung dort noch geringer und nach neuen Studiendaten hat sich die Erholung aus dem Dezember nun komplett in Luft aufgelöst.
Der größte Hoffnungsträger bei Novo Nordisk (DK0062498333) hörte bis zuletzt auf den Namen Cagrisema. Davon erwarteten sich Konzern und Unternehmen, dass die Wirkung mindestens mit jener von Mounjaro und Zepbound gleichziehen könnte. Am Montag vorgestellte Studiendaten lassen davon aber leider nicht viel erkennen. Cagrisema schneidet dort sogar etwas schlechter ab als die bereits verfügbaren Abnehmmittel von Eli Lilly.
Die Teilnehmer der Studie verloren nach 84 Wochen im Schnitt 23 Prozent ihres Körpergewichsts. Die Vergleichsgruppe mit Tirzepatid allerdings konnte ihr Körpergewicht im Durchschnitt um 25,5 Prozent reduzieren. Teilgenommen hatten insgesamt 809 Menschen mit Adipositas und wenigstens einer Begleiterkrankung. Für Novo Nordisk sind die Ergebnisse ein herber Rückschlag und die Aussichten auf Erfolg mit Cagrisema werden fundamental infrage gestellt.
Novo Nordisk bleibt zuversichtlich
Das Urteil der Anteilseigner hätte deutlicher nicht ausfallen können. Die Novo Nordisk-Aktie stürzte am Montag um 16,1 Prozent in die Tiefe und schlug zu Handelsschluss unsanft bei 33,77 Euro auf. Damit wurden nicht nur sämtliche Zugewinne der im Dezember gestarteten Erholung vernichtet. Bei 33,60 Euro wurde auch der niedrigste Stand der vergangenen vier Jahre markiert. Charttechnisch muss das als ein Signal dafür gewertet werden, dass der langfristige Abwärtstrend noch immer sehr aktiv ist.
Profitieren konnte dagegen die Aktie von Eli Lilly, die gestern um knappe fünf Prozent zulegte. Das zeigt sehr deutlich, wie die Angelegenheit an den Börsen eingeschätzt wird. Novo Nordisk selbst lässt sich allerdings offenbar nicht entmutigen. Konzernchef Mike Doustdar besteht darauf, dass Cagrisema noch immer Chancen darauf habe, zum besten Produkt auf dem Markt zu werden. Forschungs- und Entwicklungschef Martin Holst Lange sagte gegenüber Journalisten, dass man das volle Potenzial von Cagrisema zur Gewichtsreduktion noch nicht gesehen habe.
Vertröstet werden sollen die Anleger auf eine weitere Studie, die nach Ansicht von Novo Nordisk das tatsächliche Potenzial besser widerspiegeln solle. Die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres erwartet. Eingestellt werden Patienten dort auf die höchste Dosierung. Die Märkte allerdings verlieren die Geduld und einige Analysten unterstellen dem Management bereits Realitätsverlust.
Novo Nordisk unter Druck
Die vorgelegten Studiendaten setzen ein großes Fragezeichen über etwas, was von Anlegern als größter Hoffnungsschimmer, wenn nicht gar als Rettungsanker angesehen wurde. Dabei ist es nicht einmal so, als hätten die Märkte große Wunder von Novo Nordisk erwartet. Dass Cagrisema solche eher nicht abliefern dürfte, darauf wiesen Studiendaten aus der Vergangenheit bereits dezent hin. Dass man aber nicht einmal mit den aktuellen Medikamenten von Eli Lilly mithalten kann, das hat die Aktionäre dann doch eher unvorbereitet erwischt.
Zusätzlich dazu kämpft Novo Nordisk mit Preissenkungen, die mit der US-Regierung vereinbart wurden und die Umsätze weiter dahinschmelzen lassen. Ein Nachfrageboom ist wohl weiterhin eher nicht zu erwarten. Mit seiner Abnehmtablette hat Novo Nordisk noch ein Alleinstellungsmerkmal und kann nach Patienten fischen, die mit Spritzen nichts anfangen können. Doch auch dort scharrt Eli Lilly bereits mit den Hufen und strebt für das laufende Jahr ebenfalls eine Zulassung an. Nach den jüngsten Neuigkeiten darf wohl damit gerechnet werden, dass auch dort die Wirkung des dänischen Mitbewerbers übertroffen werden kann.
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24.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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