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Nvidia wärmt alte Grafikkarten auf, Intel kredenzt Billigprozessoren, AMD setzt voll auf KI und SK Hynix plant langfristiger

Verbraucher müssen sich bei den Chip-Giganten ganz hinten anstellen

NTG24 - Nvidia wärmt alte Grafikkarten auf, Intel kredenzt Billigprozessoren, AMD setzt voll auf KI und SK Hynix plant langfristiger

 

In der Chipbranche lockt weiterhin das große Geld mit KI-Beschleunigern und anderen Prozessorgen für KI-Rechenzentren. Die Gewinne der Chiphersteller sprudeln munter weiter; das Wachstum scheint gar kein Ende mehr zu finden. Lediglich bei Hardware für klassische PCs wird munter die Schere angesetzt, um sich noch mehr auf Rechenzentren fokussieren zu können.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeÖffentlich kommunizieren wollten die Hersteller dies zwar nur selten, da es natürlich nicht für die beste PR sorgt. Doch die Zeichen sind kaum zu übersehen. Nvidia (US67066G1040) bringt Medienberichten zufolge wohl zum ersten Mal seit über drei Jahrzehnten keine neue Einsteigergrafikkarte im gewohnten Takt, sondern kramt stattdessen die bereits recht betagte Geforce RTX 3060 wieder aus. Dafür soll Samsung wohl die 8nm-Produktion wieder hochfahren, wie unter anderem „Igors Lab“ berichtet.

 

 

 

Die Vorteile für Nvidia liegen auf der Hand: durch den älteren Fertigungsprozess werden nicht dieselben Kapazitäten genutzt, die auch für KI-Beschleuniger genutzt werden. Zudem kommt GDDR6-Speicher zum Einsatz, bei dem die Preise zuletzt nicht ganz so extrem angesprungen sind wie beim schnelleren GDDR7-Speicher. Das Nachsehen hat der Verbraucher, der sich im Einsteigersegment nach über fünf Jahren mit exakt gar keinem Fortschritt abfinden muss. Damit scheint Nvidia aber offenbar nicht viele Probleme zu haben.

 

Neue Billigprozessoren von Intel

 

Bei Intel (US4581401001) greift man derweil zwar nicht in die Mottenkiste, aber zu diversen Sparmaßnahmen bei neuen CPUs aus der Reihe Core Ultra 300. Vorgestellt wurden kürzlich diverse neue Chips auf Basis der Architektur Panther Lake, die voll und ganz auf niedrige Kosten ausgelegt wurden. Einsparungen gibt es im Vergleich zu den größeren Chips der Reihe in jeder nur erdenklichen Hinsicht.

Statt bis zu 16 CPU-Kerne werden bestenfalls sechs geboten. Das Speicher-Interface wird auf 64 Bit halbiert und unterstützt damit nur noch Single-Channel-RAM und der Level-3-Cache sinkt von 18 auf schmale 6 MB. Außerdem wurde auch beim KI-Coprozessor gespart, der noch 17 statt 50 TOPS bietet. Intel dürfte mit solchen Maßnahmen vor allem auf die Speicherkrise reagieren und sich daran versuchen, trotzdem noch Chips für Einsteiger-Notebooks liefern zu können. Auf den Verbraucher warten aber auch an dieser Stelle teils deutliche Leistungseinbußen.

 

AMD im Höhenflug

 

Keine akuten Sparmaßnahmen scheinen momentan bei AMD (US0079031078) anzustehen, doch an der Börse richten sich auch hier sämtliche Blicke in Richtung KI. Während neue Consumer-Chips den Kurs vollkommen unbeeinflusst lassen, reicht in Sachen KI schon ein vages Gerücht, um die Käufer auf den Plan zu rufen. So war es kürzlich der Fall, als Anthropic eine Stellenausschreibung für Entwickler ausstellte, die sich sowohl mit CUDA von Nvidia als auch ROCm von AMD auskennen sollten.

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Prompt wurde daraus der Schluss gezogen, dass bei Anthropic in Zukunft auch Chips von AMD zum Einsatz kommen könnten und der Aktienkurs schwang sich spontan auf neue Rekorde in die Höhe. In der vergangenen Woche ging es zeitweise bis auf 281,05 US-Dollar aufwärts. Der Schlusskurs vom Freitag war mit 278,39 Dollar nicht weit davon entfernt. Offiziell hatten bisher allerdings weder AMD noch Anthropic etwas zu dem Thema zu sagen.

 

SK Hynix auf der Gewinnerseite

 

Der Verbraucher kommt bei den derzeitigen Entwicklungen klar an zweiter Stelle, und daran wird sich so schnell wohl auch wenig ändern. Speicher bleibt teuer und die Rechenzentren kaufen den Markt regelrecht leer. Das schmerzt im Portemonnaie all jener, die das Pech haben, gerade jetzt neue Hardware zu brauchen. Beim Speicherhersteller SK Hynix (US78392B1070) hingegen knallen fröhlich die Sektkoren. Dort laufen die Geschäfte besser als je zuvor.

Das erlaubt es dem Hersteller auch, deutlich langfristiger zu planen. Statt kurzfristiger Verträge und Tagespreise schließen die Südkoreaner heute immer mehr langfristige Deals mit Tech-Giganten ab. Daraus ergibt sich auch für die Anteilseigner mehr Planungssicherheit. Es ist absehbar, dass sich am margenstarken Geschäft mit Speicher mindestens bis ins kommende Jahr wenig ändern wird. Die Aktie bleibt daher im Aufwärtstrend und glänzt mit Kursgewinnen von über 500 Prozent in den letzten zwölf Monaten.

 

Lasst sie Kuchen essen!

 

Die Verbraucher werden sich wohl daran gewöhnen müssen, bei Hardware nur noch die Resterampe darzustellen. Das trifft bei Grafikkarten gleichermaßen zu wie bei Arbeitsspeicher und auch bei Prozessoren sind die ersten Anzeichen klar zu erkennen. Für die Hersteller sind die Margen im KI-Geschäft schlicht zu verlockend. Jene liegen nicht selten bei 70 Prozent oder noch mehr, während im klassischen PC-Geschäft eher 40 Prozent erreicht werden. Aus ökonomischer Sicht ist das Ganze daher nachvollziehbar und auch Anleger dürften es begrüßen, dass die Chipkonzerne ihre Gewinne maximieren.

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20.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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