Heidelberg Materials will Akçansa, Orcel redet Commerzbank klein und Revolut verschiebt IPO - BÖRSE TO GO
Heidelberg Materials will Türkei-Engagement ausbauen - Übernahme von Akçansa wird geprüft
Heidelberg Materials will sein Engagement in der Türkei ausbauen. Verhandelt wird über den Kauf einer kontrollierenden Mehrheit an Akçansa Çimento. Andrea Orcel redet derzeit den Wert der Commerzbank herunter. Die Unicredit sieht viel Arbeit bei der Commerzbank auf sich zu kommen und will nicht zu viel bezahlen. Revolut verschiebt sein IPO auf „mindestens“ 2028. Das europäische Fintech will in der Zwischenzeit weitere Finanzierungsrunden durchführen und international expandieren.
Die asiatischen Aktienmärkte holten am Morgen die positive Entwicklung der Wall Street vom Freitag nach. Alle Benchmarks in der Region konnten steigen, wobei der KOSPI um 0,44 % auf 6.219,09 Punkte und der Nikkei 225 Index um 0,69 % auf 58.880,50 Punkte stiegen.
Frankfurt hat eine Woche mit brutal starken Kurssteigerungen hinter sich. Die Short-Seite ist komplett zerlegt worden. Der DAX war das Schlusslicht und kam dennoch mit einem Schlusskurs von 24.702,24 Punkten auf eine Wochenperformance von 3,77 %. Die zweite Reihe entwickelte sich deutlich stärker, wobei der TecDAX mit einer Wochenperformance von 6,62 % auf 3.765,52 Punkte die Führung übernahm. Evotec (DE0005664809) war mit einem Wochengewinn von 24,23 % auf 5,64 Euro der größte Gewinner im Index, aber es waren vor allem die Schwergewichte Infineon Technologies (DE0006231004) und SAP (DE0007164600), die den TecDAX zu dem starken Punkteanstieg verhalfen. Der Halbleiterhersteller stieg um 14 % und der Softwarehersteller noch um 11,89 %.
Analog dazu auch das Bild in New York. Auch dort bildeten die Blue Chips das Schlusslicht mit einem Anstieg um 3,19 % auf 49.447,43 Punkte. Die mit Abstand stärkste Wochenperformance legte der Nasdaq 100 Index hin, der um 6,20 % auf 26.672,43 Punkte sprang. Der größte Gewinner im Technologieindex waren die Aktien von Strategy (US5949724083), die in der vergangenen Woche im allgemeinen Risk-On Modus um 28,04 % auf 166,52 US-Dollar sprangen.
Heidelberg Materials will Türkei-Engagement ausbauen
Heidelberg Materials (DE0006047004) ist an einem stärkeren Engagement in der Türkei interessiert. Man sucht neues Wachstum und die türkische Baubranche ist deutlich dynamischer als die europäische. Dazu hatte man sich bereits in der Vergangenheit an dem börsennotierten türkischen Baukonzern Akçansa Çimento (TRAAKCNS91F3) mit 39,7 % engagiert. Das Unternehmen entwickelt sich operativ so positiv, dass man nun aktuell verhandelt, ob man das Aktienpaket des anderen Großaktionärs übernehmen kann. Die türkische Industrieholding Hacı Ömer Sabancı hält ebenfalls 39,7 % der Aktien und teilte im Januar mit, dass sie ein Kaufangebot von einem ungenannten Dritten über 1,1 Mrd. US-Dollar erhalten hat. Die Deutschen prüfen nun, ob sie bei dem Bieterwettbewerb mithalten wollen, aber das Interesse besteht in jedem Fall, denn man hatte bereits in der Vergangenheit versucht, die Beteiligung von Hacı Ömer Sabancı zu erwerben, was jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen scheiterte. Akçansa Çimento dominiert den türkischen Markt vor allem in den Bereichen Zement und Klinkern.
Orcel redet Commerzbank-Wert runter
Schon seit September 2024 bereitet die italienische Großbank Unicredit (IT0005239360) eine Übernahme der Commerzbank (DE000CBK1001) vor. Bereits heute hält die Unicredit knapp unter 30 % der Aktien der Commerzbank. Erst vor kurzem präsentierte man nach einer langen Vorbereitungszeit ein vollständiges Übernahmeangebot, das jedoch relativ niedrig ausfällt. Andrea Orcel, der CEO von Unicredit und einer der besten Bankmanager Europas nach Sergio Ermotti, erklärt auch, warum er nicht bereit ist, eine höhere Prämie zu zahlen. Er verweist darauf, dass die Commerzbank eine lange Historie einer operativen Underperformance hat, was ohne Zweifel ein Fakt ist. Die jüngsten Erfolge der Bank schreibt Orcel vor allem dem Rückenwind vom Kapitalmarkt zu und weniger den Veränderungen innerhalb der Bank. Der Vorstand der Unicredit ist daher nicht bereit, eine übertriebene Prämie zu zahlen, da man selbst noch viel Arbeit vor sich hat, wenn man die Commerzbank übernehmen sollte.
Revolut verschiebt IPO
Der CEO und Mitgründer von Revolut spricht Klartext. In einem Interview macht Nik Storonsky deutlich, dass er die Online-Bank mit Sitz in London zwar weiterhin an die Börse bringen möchte, aber sich bis „mindestens“ 2028 dafür Zeit lassen möchte. In den letzten Monaten hatten sich Gerüchte und Erwartungen aufgebaut, dass Revolut, die unter anderem von Nvidia (US67066G1040) mitfinanziert wird, noch in diesem Jahr an die Börse gehen wird. Die Online-Bank gehört derzeit zu den attraktivsten Fintechs, die Europa zu bieten hat. Die letzte Finanzierungsrunde im November 2025 schloss Revolut mit einer Bewertung von 75 Mrd. US-Dollar ab. Ein riesiger Sprung im Vergleich zu 2024, als die Investoren bereit waren, eine Bewertung von 45 Mrd. US-Dollar zu zahlen. Fakt ist, dass die Online-Bank bis zum IPO weitere Finanzierungsrunden durchführen wird. Die nächste soll noch in diesem Jahr stattfinden. Um die Bewertung weiter zu steigern, plant Revolut eine internationale Expansion. Dazu gehört auch die Beantragung einer US-Bankenlizenz, was kürzlich vorgenommen wurde. Storonsky dämpfte jedoch die Erwartungen und verwies darauf, dass die Genehmigung eines solchen Antrages in der Regel bis zu einem Jahr dauern kann. Man versucht, den Prozess vorzeitig in vier Monaten abzuschließen.
Tagestermine
Die Preise auf Ebene der deutschen Produzenten gehen durch die Decke. Im März verteuerte sich das Preisniveau um 2,5 % im Vergleich zum Februar. Die Ökonomen hatten mit einem Anstieg gerechnet, aber nur mit einem Preissprung um 1,4 %. In Jahresvergleich ist der Erzeugerpreisindex im gleichen Atemzug von einer tiefen Preiskontraktion von -3,3 % auf nur noch -0,2 % gesprungen.
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20.04.2026 - Mikey Fritz

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