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Nvidia investiert in Südkorea, SK Hynix fällt dennoch in die Tiefe, Naver erholt sich zu Wochenbeginn und Doosan fällt trotz guter Neuigkeiten rapide

Die Euphorie der letzten Wochen scheint immer größeren Ängsten zu weichen

NTG24 - Nvidia investiert in Südkorea, SK Hynix fällt dennoch in die Tiefe, Naver erholt sich zu Wochenbeginn und Doosan fällt trotz guter Neuigkeiten rapide

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Noch bis vor Kurzem schien gar nichts mehr schiefgehen zu können, wenn es um das Thema KI ging. Zahlreiche Unternehmen aus dem Halbleiter-Segment meldeten hervorragende Zahlen, mit denen die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen werden konnten. Die Aktienkurse schossen nur so in die Höhe. Doch nachdem Broadcom lediglich sehr gute und nicht sensationelle Ergebnisse vorlegte, bekam die Rallye erste Risse.

Darauf folgte Ende vergangener Woche ein regelrechter Ausverkauf, als gute Arbeitsmarktdaten aus den USA neue Zinssorgen aufflammen ließen. Auch Nvidia (US67066G1040) konnte sich den Auswirkungen nicht entziehen. Der Aktienkurs gab um 6,2 Prozent auf 205,10 US-Dollar nach und im nachbörslichen Handel deutete sich keine schnelle Erholung an. Der Chiphersteller ließ sich davon nicht stören und schmiedete in Südkorea neue Allianzen.

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Das Ziel des Ganzen ist klar noch mehr Wachstum sowie die Sicherung von Kapazitäten für zukünftige Chips. An anderen Tagen hätte das vielleicht schon ausreichen können, um den Aktienkurs in noch höhere Gefilde befördern zu können. Momentan scheinen die Sorgen aber schlicht zu überwiegen und wer hoch fliegt, fällt bekanntlich tief. Dadurch bedingt fallen die Korrekturen im Segment aktuell teils heftig aus.

 

Viel Gegenwind für SK Hynix

 

Besonders deutlich ging es in der vergangenen Woche für SK Hynix (KR7000660001) abwärts. Da half es auch nicht weiter, dass Nvidia sich noch mehr HBM-Speicher für seine kommenden KI-Chips zu sichern gedenkt. Die bereits genannten Faktoren spielten eine größere Rolle und als wäre das noch nicht genug, verspürte die Aktie auch noch Gegenwind aus politischer Richtung.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, fordert Südkoreas Arbeitsminister Kim Young-hoon, dass Übergewinne der Chipkonzenre breiter über die Lieferkette verteilt werden sollen, etwa über höhere Zuliefererpreise oder höhere Löhne. Dabei handele es sich auch nicht um eine Umverteilung, sondern eine Reinvestition. Die Märkte können sich für eine solche Idee aber nicht begeistern. Die SK Hynix-Aktie ging hierzulande mit 1.045 Euro und damit 23,4 Prozent schwächer als eine Woche zuvor aus dem Handel.

 

Naver klotzt statt zu kleckern

 

Mehr Chancen scheinen die Anlegerinnen und Anleger momentan bei Naver (KR7035420009) zu erkennen. Der südkoreanische Internetkonzern macht ebenfalls gemeinsame Sache mit Nvidia und plant im Rahmen dessen mit einem massiven neuen Rechenzentrum. Im kommenden Jahr soll der Bau einer Anlage mit 55 Megawatt Leistung beginnen. Ein Jahr darauf soll noch einmal auf 200 Megawatt ausgebaut werden. Es wäre mit Abstand das bisher größte Rechenzentrum in Südkorea.

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Zu Beginn der neuen Woche beflügelt die Nvidia-Partnerschaft die Aktie regelrecht. Bis zum Nachmittag ging es in Seoul um 11,6 Prozent auf 285.000 Won aufwärts. Damit bleibt der Titel deutlich näher an seinem 52-Wochen-Hoch bei 304.000 Won als viele andere koreanische Tech-Titel zurzeit. Auch im Wochenvergleich notiert man klar im grünen Bereich. Hier macht sich auch bemerkbar, dass die Korrekturen im KI-Segment die Anleger wieder mehr zu den Software-Aktien locken.

 

Doosan im freien Fall

 

Doosan (KR7000150003) fällt in keine dieser beiden Kategorien, zählt aber dennoch als Profiteur des KI-Booms und ist ebenfalls Teil von Nvidias Plänen für Südkorea. Bei der neuen DSX-Plattform sollen die Südkoreaner unter anderem ihre Expertise rund um Small Modular Reactors, Gasturbinen und Brennstoffzellen einbringen, um den steigenden Energiebedarf von Rechenzentren zu stillen. Dies folgt auf zahlreiche weitere Erfolge rund um Rechenzentren aus den letzten Wochen und Monaten.

Gegen den breiten Ausverkauf konnte die Aktie sich jedoch nicht wehren. Am Montag stürzte der Kurs bis zum Handel am Nachmittag um weitere neun Prozent auf etwas weniger als 1,6 Millionen Won ab. Im 5-Tages-Vergleich hat die Aktie damit schon um etwa 20 Prozent an Wert verloren. Der langfristige Chart sieht zwar nach wie vor gut aus. Doch das weitere Potenzial beim KI-Hype scheint momentan von den Börsianern dezent infrage gestellt zu werden.

 

Alles hat ein Ende

 

Es war abzusehen, dass das Tempo bei den Kursgewinnen in Südkorea nicht ewig anhalten könnte. Getragen wurden die Märkte nahezu vollständig von den Chip-Konzernen sowie weiteren Profiteuren des KI-Booms. Gewinnmitnahmen lösten nun eine kleine Lawine aus, die auch in der neuen Woche noch nicht anzuhalten scheint. Wohin die Reise gehen mag, ist nun erst einmal offen. Nach schwindelerregenden Aufschlägen ist Luft nach unten aber grundsätzlich noch vorhanden.

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08.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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