Nvidia rückt in den Fokus, ServiceNow schnauft nach kräftiger Erholung durch, SAP wagt sich an einen Ausbruchsversuch und auch Rheinmetall zeigt dich fester
In einem uneinheitlichen Markt geben die Bullen die Hoffnung nicht auf
Einmal mehr stand der Konflikt im Nahen Osten am gestrigen Dienstag klar im Vordergrund. Durchbrüche gab es dabei nicht zu sehen, doch immerhin machten die Anlegerinnen und Anleger sich Hoffnungen auf ein mögliches Kriegsende. Nach Börsenschluss in Europa sorgte US-Präsident Donald Trump allerdings wieder für Unsicherheit durch das Reden über mögliche neue Angriffe. Die Märkte schlossen daher uneinheitlich.
Für Spannung ist heute auch abseits der Geopolitik gesorgt. Nach US-Börsenschluss stehen Zahlen von Nvidia (US67066G1040) an, welches gleichzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt und der größte Chiphersteller auf dem Planeten ist. Gerechnet wird gemeinhin damit, dass erneut sämtliche Erwartungen überflügelt werden können. Schließlich legten Intel, AMD und Konsorten bereits ausgesprochen stark vor und untermauerten damit den anhaltenden Boom in der Branche.
Die letzten Tage waren bei der Nvidia-Aktie tatsächlich auch ein Stück weit von Vorfreude geprägt. Es bleiben aber nagende Zweifel, dass die Ergebnisse die hohen Erwartungen der Marktakteure vielleicht doch nicht voll und ganz erfüllen können. Für Nvidia reicht es längst nicht mehr aus, einfach nur die Prognosen der Analysten zu erfüllen. Alles, was unter einem deutlichen Sprung über die Konsensschätzung hinaus liegt, dürfte als Enttäuschung wahrgenommen werden. Der Aktienkurs gab gestern letztlich um 0,8 Prozent auf 220,61 US-Dollar nach.
ServiceNow mit Rückenwind
Wie sehr unschöne Befürchtungen Kurse belasten können, das bekamen wir zuletzt im Software-Segment eindrucksvoll zu sehen. Dort ließen die Titel zahlreicher Unternehmen kräftig nach, die sich eigentlich im Wachstumsmodus befinden. Auswüchse nahm die Sorge, dass durch die KI-Revolution manches Geschäftsmodell obsolet gemacht werden könnte. Das trieb auch die Aktie von ServiceNow (US81762P1021) zeitweise im hohen Tempo abwärts.
Zuletzt gab es aber wieder Unterstützung durch die Analysen der Bank of America. Kurz zusammengefasst bezeichneten jene die Furcht der Börsianer im Software-Segment als dezent überzogen. Unterstrichen wurde dies mit einer klaren Kaufempfehlung für ServiceNow und einem Kursziel in Höhe von 130 Dollar. Das dürfte mit ein Faktor dafür gewesen sein, dass der Titel sich von rund 90 Dollar wieder auf über 100 Dollar in Richtung Norden wagte. Am Dienstag gönnten die Bullen sich eine Verschnaufpause und es ging um 1,5 Prozent auf 101,83 Dollar zurück. Der kurzfristige Aufwind ist dadurch aber noch nicht versiegt.
SAP wieder auf der Sonnenseite?
Auch andere Branchenvertreter konnten zuletzt aufatmen, darunter die deutsche Softwareschmiede SAP (DE0007164600). Zuvor konnte der Walldorfer Konzern auch mit Neuigkeiten auf der hauseigenen Messe „Sapphire“ für Aufsehen sorgen. Die Unternehmensspitze sieht KI nicht als Bedrohung, sondern viel mehr als Chance an. In den kommenden Jahren soll mit der Technologie neues Wachstumspotenzial erschlossen werden und die Analysten zeigen sich davon durchaus angetan. Eine Kaufempfehlung gab es zuletzt beispielsweise von der Deutschen Bank.
Auf eine Erholung hoffen nun auch die Aktionäre, welche den Aktienkurs am Dienstag um ansehnliche sechs Prozent auf 156,72 Euro erhöhten. Auf 5-Tages-Sicht summieren die Aufschläge sich nun bereits auf knappe elf Prozent und es gab den höchsten Schlusskurs seit Mitte März zu bewundern. Es bleibt noch viel zu tun, um den Abverkauf der vergangenen Monate egalisieren zu können. Immerhin wagen die Käufer aber schon mal den ersten Schritt.
Neue Hoffnung bei Rheinmetall
Das lässt sich auch mit Blick auf die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) behaupten, welche es am Dienstag um drei Prozent auf 1.207 Euro in die Höhe beförderte. Der Titel erlebte zuletzt einen regelrechten Abverkauf. Spekulationen um einen möglichen Frieden in der Ukraine lasteten ebenso auf dem Kurs wie der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, bei dem europäische Rüstungsunternehmen aufgrund kostentreibender Faktoren eher als Verlierer gezählt werden.
Nach heftigen Korrekturen entdecken nun die Schnäppchenjäger die Rheinmetall-Aktie ein wenig für sich und auch hier gibt es Rückendeckung durch die Analysten. Jene gehen mehrheitlich davon aus, dass der Aufrüstungszyklus in Europa für die Branche noch viele Jahre lang volle Auftragsbücher und üppige Gewinne bedeuten wird. Die jüngsten Kursbewegungen lassen etwas aufatmen, doch die hochdynamische Lage in der Geopolitik wird den Kurs weiterhin beeinflussen und Vorhersagen lassen sich da kaum treffen.
Angespannte Lage
Die Hoffnung ist aktuell ein wesentlicher Faktor an den Aktienmärkten. Sie kommt jedoch Hand in Hand mit der Befürchtung, dass neue Eskalationen die Konjunktur vielleicht noch stärker unter Druck setzen könnten, von Sorgen um möglicherweise steigende Zinsen und die höchsten Renditen bei US-Anleihen seit fast 20 Jahren ganz zu schweigen. In diesem Umfeld muss leider ein wenig daran gezweifelt werden, ob manche Erholung der letzten Tage mehr als nur ein kurzes Aufbäumen sein mag.
Nvidia Corp.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Nvidia Corp.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia Corp.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Nvidia Corp. - hier weiterlesen...
20.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







06.06.2026
06.06.2026
05.06.2026
04.06.2026