Porsche verkauft im ersten Quartal abermals weniger Autos und leidet besonders unter einer eklatanten Schwäche auf dem chinesischen Markt
Bisher ist bei der Porsche AG noch keine Wende erkennbar
Die Krise im Autosegment scheint einfach kein Ende zu kennen. Auch bei der Porsche AG blickt man momentan auf schwache Absatzzahlen. Im ersten Quartal lagen die Zahlen laut dem Unternehmen zwar im Rahmen der Erwartungen. Jene waren aber offenbar recht gering und so bleiben gute Neuigkeiten aus Anlegersicht aus. Die große Wende ist weder beim Unternehmen selbst, noch in der Branche insgesamt zu erkennen.
Als besonders belastend erweist sich die Lage in China. Dort sackte der Absatz der Porsche AG (DE000PAG9113) laut einer Unternehmensmitteilung im ersten Quartal um 21 Prozent auf noch 7.519 Fahrzeuge ab. Das Premiumsegment kämpft im Reich der Mitte schon seit einer Weile mit rückläufigen Entwicklungen. Weggefallene Förderungen für Elektroautos machen sich ebenso bemerkbar wie eine allgemeine Konsumzurückhaltung.
Besser lief es für Porsche in westlichen Gefilden, doch Wachstum war auch dort kaum zu erkennen. Zwar konnten die Absatzzahlen des Sportwagens 911 sich um 22 Prozent auf 13.889 Einheiten verbessern. Gleichzeitig ging es mit anderen Modellen aber abwärts. Der schwer beliebte Cayenne schaffte es auf 19.183 verkaufte Fahrzeuge, was einem Rückgang von vier Prozent entspricht. In Nordamerika konnten insgesamt 18.344 Fahrzeuge an die Frau oder den Mann gebracht werden, was einem Rückgang von elf Prozent entspricht.
Herausfordernde Zeiten für die Porsche AG
Trotz einzelner Lichtblicke gingen die Absätze von Porsche im ersten Quartal um 15 Prozent auf noch 60.991 Autos zurück. Das Unternehmen nannte als Grund dafür auch das Auslaufen der Produktion von Cayman und Boxster. Zudem hätten sich wohl entfallene Steuervergünstigungen in den USA für Elektro- und Hybridfahrzeuge negativ ausgewirkt. Doch auch mit solchen Faktoren lässt die Lage sich kaum schönreden.
Auf die Porsche AG und den noch recht frischen CEO Michael Leiters warten große Herausforderungen. Einerseits soll eine Anpassung der Strategie mit größerem Fokus auf Entwicklung und Produktion von Verbrennern erfolgen. Das führt jedoch zu schmerzhaften Abschreibungen und noch dazu steht man vor der großen Aufgabe, in China wieder Fuß zu fassen. Dort jedoch sind Elektroautos und Hybdridfahrzeuge auf dem Vormarsch und autonomes Fahren gewinnt deutlich schneller an Bedeutung als anderswo.
Porsche legt seinen Fokus für die kommenden Monate daher wohl nicht ohne Grund auf die Einführung des vollelektrischen Cayenn, wie Vertriebsvorstand Mathias Becker wissen ließ. Ob damit wieder ein größerer Erfolg eingefahren werden kann, das lässt sich momentan aber wohl nur abwarten. Letztlich sind nicht alle Probleme bei Porsche hausgemacht. Vieles lässt sich schlicht auf den allgemeinen Zustand der Branche zurückführen. Das ist für die Aktionäre aber natürlich auch nur ein schwacher Trost.
Hält die Erholung?
Trotz anhaltender Herausforderungen konnte die Aktie der Porsche AG sich zuletzt behaupten und Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 35,62 Euro herstellen. Zu Handelsschluss am Freitag standen stolze 40,93 Euro auf dem Ticker. Damit gelingt immerhin eine gewisse Stabilisierung. In einem schwachen Handel am Montag gerät jene allerdings schon wieder etwas unter Druck. Erneut steigende Ölpreise dürften die Begeisterung für die wieder steigende Bedeutung von Verbrennern eher bremsen.
Die schwachen Absatzzahlen sind an der Börse längst keine Überraschung mehr und die direkte Reaktion darauf fiel sehr entspannt aus. Dennoch lässt sich noch keine Entwarnung aussprechen und die weiteren Aussichten werden durch mehrere Faktoren eingetrübt. Obschon die Aktie der Porsche AG sich aus charttechnischer Sicht einigermaßen gut schlägt, bleibt daher zu empfehlen, sich das Schauspiel noch etwas länger von der Seitenlinie aus anzusehen. Erst wenn bei den Absatzzahlen eine (kleine) Wende zu beobachten ist, wird ein Einstieg wieder interessanter.
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13.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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