Nach zunächst gegenteiligen Gerüchten steigt Anta Sports nun doch im großen Stil bei Puma ein, will aber vorerst keine vollständige Übernahme in die Wege leiten
Die Aktionäre von Puma reagieren mit großer Erleichterung
Vor wenigen Tagen machten noch Gerüchte die Runde, laut denen Verhandlungen zwischen dem chinesischen Konzern Anta Sports und der Artemis Holding über eine Übernahme großer Anteile an Puma aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen gescheitert seien. Das brockte der Puma-Aktie zwischenzeitlich unschöne Verluste ein. Am Dienstag aber konnten die Bullen aufatmen.
Entgegen vorherigen Berichten ließ Anta Sports mitteilen, sich 29 Prozent der Anteile an Puma (DE0006969603) zu sichern. Gezahlt werden 35 Euro je Anteilsschein und damit nur etwas weniger als die 40 Euro, welche Insidern zufolge die hochverschuldete Artemis Holding sich ursprünglich gewünscht hatte. Verglichen mit den letzten Schlusskursen ergibt sich ein enormer Aufschlag. Der Kaufpreis liegt sogar ungefähr doppelt so hoch wie im vergangenen Herbst, bevor erste Übernahmegerüchte auftraten.
Insgesamt nimmt Anta 1,5 Milliarden Euro in die Hand, welche in bar gezahlt werden sollen. Die einzige Voraussetzung ist die Zustimmung der zuständigen Behörden. Wie in der „FAZ“ zu lesen ist, setzte sich Anta wohl in einem Bieterwettstreit gegen weitere Interessenten wie Li Ning aus China und Asics aus Japan durch.
Puma: Schreck lass nach!
Die Aktionäre reagierten sichtlich erleichtert auf die Nachricht. Die Puma-Aktie konnte gestern zeitweise um mehr als 20 Prozent zulegen, wertete im späteren Handel aber wieder etwas ab. Etwas enttäuscht wurde an den Märkten zur Kenntnis genommen, dass Anta für den Moment keine vollständige Übernahme anstreben möchte. Anvisiert wird lediglich eine „angemessene“ Vertretung im Aufsichtsrat in Form von zwei Sitzen an. Grundsätzlich wird aber betont, die Unabhängigkeit von Puma erhalten zu wollen.
Beobachter sehen darin auch ein bewusstes Manöver, um die Aufsichtsbehörden milde zu stimmen. Für die Zukunft hält sich Anta alle Möglichkeiten offen. Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sollen ständig neu ausgelotet werden und unter dem Strich plant Anta Sports, seine eigene Globalisierung weiter zu beschleunigen. Der Konzern entdeckt verstecktes Potenzial bei Puma und sieht die aktuellen Aktienkurse nicht als angemessen an. Insbesondere verfüge der deutsche Sportartikelkonzern über eine „starke Marken-DNA“.
Auch Puma selbst äußerte sich bereits zur geplanten Transaktion. CEO Arthur Hoeld ließ mitteilen, dass Anta Puma bei der Ausschöpfung von Marktpotenzialen unterstützen und langfristigen Wert für Konsumenten sowie Anteilseigner weltweit schaffen möchte. Genau das wird in Herzogenaurach als Vertrauensbeweis gegenüber dem eigenen Unternehmen sowie der weiteren strategischen Ausrichtung angesehen. Letztlich ist das Statement aber eher diplomatisch gehalten. Nichts geändert hat sich an Pumas Vorhaben, zu einer der Top-3-Sportmarken weltweit aufzusteigen. Im vergangenen Jahr war man damit leider nicht allzu erfolgreich. Die ersten neun Monate brachten Puma schmerzhafte Verluste ein.
Eine Chance für Puma?
Mittlerweile rangiert Puma hinsichtlich der Marktanteile auf den hinteren Rängen hinter Marken wie Skechers und New Balance. Besonders großen Nachholbedarf gibt es auf dem chinesischen Markt. Genau dort könnte der Einstieg von Anta für viel Bewegung sorgen. Denn der chinesische Anbieter kennt sich in der eigenen Heimat freilich bestens aus, wo zuletzt lokale Marken auch immer gefragter waren. Dass Puma nun zum Teil chinesisch wird, könnte sich noch als echter Vorteil erweisen.
Welche Änderungen sich durch die neue Eigentümerstruktur konkret ergeben mögen, steht momentan allerdings noch ein wenig in den Sternen. Für Puma selbst hat sich bislang noch nicht allzu viele geändert. Doch die Marktakteure erkennen wieder neue Chancen und die Blicke auf die Puma-Aktie ändern sich. Allein daraus ergibt sich nun die Chancen, endlich aus dem Kurskeller ausbrechen zu können. Vielleicht klappt es zukünftig auch mit dem Versuch, verlorene Marktanteile gegenüber Adidas und Nike wieder wettzumachen.
Puma-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Puma-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Puma-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Puma - hier weiterlesen...
28.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






18.02.2026
09.02.2026
27.01.2026
24.01.2026