Novo Nordisk im Aufwärtstrend, Puma kracht zusammen, Adidas wird mit in die Tiefe gerissen und Intel kehrt in die traurige Realität zurück
Enttäuschte Hoffnungen sorgen für Fluchtbewegungen, doch es gibt auch Lichtblicke
Zum Jahreswechsel machten die Börsianer sich noch Hoffnung darauf, dass manche Aktie im neuen Jahr ein fulminantes Comeback feiern könnte. Ganz verschwunden sind solche Aussichten an den Märkten noch nicht. Doch keine vier Wochen nach Neujahr lässt sich bereits beobachten, wie manche gute Aussicht regelrecht in sich zusammenbricht. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Senkrechtstarter.
In letztere Kategorie darf die Aktie von Novo Nordisk (DK0062498333) gezählt werden, mit der es in den vergangenen drei Wochen um mehr als 20 Prozent in die Höhe ging. Meldungen über eine hohe Nachfrage nach der neuen Wegovy-Pille lassen die Bullen frohlocken. Auch unter den Analysten steigt die Stimmung. Berenberg bestätigte kürzlich die eigene Kaufempfehlung sowie das Kursziel von 415 dänischen Kronen. Das entspricht umgerechnet etwas mehr als 55 Euro.
Die Analysten stützen die guten Aussichten auf Analysten zu Google-Suchen, welche ein steigendes Interesse an Abnehmpillen erkennen lassen. Die Novo Nordisk-Aktie kletterte gestern um weitere 1,3 Prozent auf 53,74 Euro und ließ damit Zwischenhochs aus dem September bereits hinter sich. Gelingt der Sprung über 55 Euro, könnten die Käufer auch die 60-Euro-Linie noch ins Visier nehmen. Allerdings gilt weiterhin, dass die Konkurrenz nicht untätig ist.
Geplatzte Träume bei Puma
Beim Sportartikelhersteller Puma (DE0006969603) fiel am Freitag ein Kartenhaus aus Träumen und Hoffnungen zusammen. Bis zuletzt setzten die Anteilseigner noch darauf, dass eine Übernahme durch das chinesische Anta Sports die Krise beenden und die Kurse in die Höhe katapultieren könnte. Jüngste Berichte lassen allerdings vermuten, dass daraus nichts wird. Die Vorstellungen zum Kaufpreis scheinen zwischen Anta und der Artemis Holding schlicht zu weit auseinander zu liegen.
Das treibt die Puma-Aktie im hohen Tempo zurück auf den Boden der Tatsachen. Ohne Übernahmefantasien stützt der Kurs sich wieder auf Fundamentaldaten, und die sehen eher mau aus, um es vorsichtig auszudrücken. Das Resultat war am Freitag ein Kurs, der um 13 Prozent auf 18,50 Euro fiel und dort angekommen noch weiteres Abwärtspotenzial erkennen lässt. Die im November gestartete Erholungsrallye darf wohl als beendet angesehen werden, so nicht noch ein kleines Wunder geschehen mag.
Adidas wird abgestraft
Der heftige Knick bei Puma wirkte sich auf die gesamte Branche aus und zog Adidas (DE000A1EWWW0) mit in die Tiefe. Die Verluste fielen hier mit 5,7 Prozent zwar übersichtlicher aus. Allerdings notierte die Adidas-Aktie zuvor auch weit näher an ihrem 52-Wochen-Tief. Zu Handelsschluss am Freitag standen gerade noch 143,75 Euro auf der Anzeigetafel Das sind rund 14 Prozent weniger als zu Monatsbeginn.
Der Verkaufsdruck erhöhte sich zusätzlich durch einen schwachen Analystenkommentar der kanadischen RBC. Dort wurde das Rating auf „Outperform“ durch eine neutrale Haltung ersetzt und das Kursziel rutschte von zuvor 190 auf nur noch 160 Euro. Gewarnt wird vor einem weiterhin schwierigen Umfeld im Jahr 2026 sowie insgesamt vielleicht etwas zu optimistischen Konsensschätzungen.
Intel im freien Fall
In der Realität angekommen ist gestern auch Intel (US4581401001), nachdem der Chiphersteller frische Zahlen vorlegte. Die Verluste fielen zwar geringer aus als im Vorjahr. Allerdings fallen in der Rechnung auch hohe Abschreibungen und Umstrukturierungskosten weg. Darum bereinigt sieht es weiterhin sehr mau aus, insbesondere beim verlustreichen Foundry-Geschäft. Als Auftragsfertiger konnte Intel noch immer keine Großkunden finden.
2025 fuhr Intel mit der Sparte einen Verlust von 10,3 Milliarden US-Dollar ein. Der Ausblick für 2026 fiel insgesamt ernüchternd aus, schwächer als die Märkte es gehofft hatten. In der Folge legte die Intel-Aktie einige Vorschusslorbeeren wieder ab und fiel am Freitag um 17 Prozent auf 45,07 Dollar zurück. Das ist zwar noch immer mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Doch scheinen die Fantasien im Zusammenhang mit Investments von Nvidia und der US-Regierung an ihre Grenzen zu geraten.
Risikoreiche Träumereien
Es kommt an den Märkten immer wieder vor und es wird auch in der Zukunft zu beobachten sein: die Börsianer träumen gerne von großen Chancen und preisen solche gerne ein, lange bevor aus jenen auch Realität geworden ist. Das kann gutgehen und all jenen hohe Renditen bescheren, die schon früh an Bord gegangen sind. In der ausgelaufenen Woche zeigte sich bei einigen Beispielen aber auch, welches Risiko in solchen Investments steckt. Denn bleibt die große Erlösung aus, brechen Kurse gerne mal im Rekordtempo zusammen. Es schadet nicht, diese Möglichkeit bei allen spekulativen Investments im Hinterkopf zu behalten.
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24.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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