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Südafrikanischer Rand – war es das mit der Erholung?

Der Rand & Corona: Warnung vor neuer Schuldenkrise

 

Der Effekt der Corona-Pandemie und den administrativen Gegenmaßnahmen auf den südafrikanischen Rand ist mit den Fieberthermometern der Finanzmärkte, den Wechselkursen, eigentlich leicht festzustellen.

Ein Blick auf den Wechselkurs des Rand zu den beiden weltweit führenden Währungen US-Dollar und Euro zeigt den Nettoeffekt: Abwärts!

Die direkten und indirekten, kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen spiegeln sich dabei gewichtet wider. Über diesen Prozessen bauen sich aber Muster auf, über deren Informationsgehalt theoretisch wie praktisch ein fundamentaler Dissens besteht.

Hier wird davon ausgegangen, dass die Effizienzmarktthese falsch ist und dass Benoit Mandelbrot bedeutende Einsichten in das Wesen der Kapitalmärkte erlangt hat. Diese sind nicht nur in seinen Werken dargestellt und beschreiben aus einer neuen Perspektive der fraktalen Geometrie die Kurse an den Kapitalmärkten.

Für den Moment bleibt es aber bei einem einfachen Blick auf den Rand, der zeigt, dass mit dem Coronaschock der Rand sein Allzeittief vom Januar 2016 sowohl gegen den US-Dollar als auch gegen den Euro Anfang des Jahres überschritten hat.

 

EURZAR

 

Dabei zeichnet das Volumenprofil für die Preisentwicklung gegen den Euro das klassische Muster eines Ausbruchs nach. Starke Umsätze treiben den Kurs über das alte Hoch, danach holt der Kurs auch umsatzmäßig Luft, die Umsätze sinken. Nachdem der Kurs auf mittlerer Skale das alte Hoch noch mal getestet hat, drehen die Umsätze wieder nach oben und der Wechselkurs steigt weiter. In dieser Phase scheint sich der Rand gegen den Euro, qualitativ aber auch gegen den US-Dollar zu befinden.

 

USDZAR

 

Denn ein Blick auf die Entwicklung des Rand gegen den US-Dollar ergibt nicht nur ein ähnliches Bild, es zeigt auch, dass der Rand hier zwischen dem Hoch im Januar 2016 und dem Ausbruch im März 2020 eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet hat, die für sich genommen trendbestätigend wirkt, denn sie dient der Konsolidierung der vorangegangenen Verluste (aus Rand-Sicht).

Dazu passt die Nachricht, dass die südafrikanische Volkswirtschaft in diesem Jahr um 7,2 % schrumpfen dürfte.

Nach Aussagen von Finanzminister Tito Mboweni ist dies der stärkste Rückgang seit fast 90 Jahren. Die Wirtschaft war bereist vor der Corona-Pandemie in der Krise, und nun kämpfen in der Corona-Krise Millionen Südafrikaner ums Überleben.

Nun will Südafrika neue Schulden machen und an den Kapitalmärkten 7 Mrd. US-Dollar neues Geld aufnehmen.

Gleichzeitig plant Mboweni Steuererhöhungen und drastische Ausgabenkürzungen.

Bei der Vorstellung des Nachtragshaushalts sagte er, bis zum Ende des Finanzjahres dürfte die Schuldenlast auf knapp 82 % des BIP ansteigen.

Ohne sofortiges Handeln drohe dem Land eine Schuldenkrise, wie sie Deutschland in den 1920er-Jahren erlebt habe, so Mboweni. Dem Staat dürften in diesem Jahr 300 Milliarden Rand (15,4 Mrd. Euro) an Steuereinkommen fehlen. Er erwartet zudem ein gegenüber der Haushaltsrede im Februar 2020 ein mehr als verdoppeltes Budgetdefizit von 15,7 % des BIP.

Das Land kämpft seit Langem mit hoher Arbeitslosigkeit und enormer sozialer Ungleichheit, hinzu kommt eine instabile Stromversorgung. Kritisch ist zudem eine Fixierung auf den Rohstoffsektor, denn diese wurde in der Corona-Krise besonders in Mitleidenschaft gezogen.

 

Fazit

 

Der südafrikanische Rand signalisiert, dass der Wind am Kap rauer wird. Mit einer weiteren Destabilisierung der Staatsfinanzen und der höheren erwarteten Verschuldung ziehen sich die Gewitterwolken über dem Rand zusammen. Wir empfehlen bei Engagements in den Rand, diese gegen einen weiteren Verfall der Währung gegen den US-Dollar abzusichern.

 

25.06.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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