Der Einstieg ins Rüstungsgeschäft bringt der Renault-Aktie Rückenwind ein, wenngleich die Umsätze zu Beginn noch bescheiden ausfallen sollen
Renault beteiligt sich am Aufbau einer französischen Drohnenindustrie
Das Autogeschäft von Renault entwickelt sich noch immer schwach und auf eine Besserung lässt sich nur vage hoffen. Der französische Konzern hat aber noch immer viel zu bieten, was nun beim Aufbau einer nationalen Drohnenindustrie helfen soll. Zusammen mit Partnern sollen die Fähigkeiten Frankreichs in diesem Bereichs nach vorne gebracht werden.
Wie „Der Aktionär“ berichtet, bestätigte Renault (FR0000131906) die Zusammenarbeit mit dem französischen Rüstungskonzern Turgis Gaillard. Das Ganze steht wohl unter Aufsicht der Rüstungsbehörde und aus der Politik scheint es Rückendeckung zu geben. Schließlich hat Frankreich gerade jetzt ein großes Interesse daran, seine Verteidigungsfähigkeit ordentlich aufzupolieren. Die Welt ist ein sehr viel unsicherer Ort geworden und auf die USA als Schutzmacht ist in Europa leider kaum noch Verlass.
Die Meldung erfolgt kurz nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Anspruch auf Grönland mehrfach erneuerte und unter anderem gegen Frankreich zusätzliche Zölle ankündigte. Zehn Prozent sollen ab Februar aufgeschlagen werden. Zusätzlich will Trump Wein und Champagner aus Frankreich mit 200 Prozent belegen, weil Paris kein Interesse an einer Mitgliedschaft bei Trumps „Friedensrat“ zeigte. Dass der sogenannte Präsident der mächtigsten Nation auf dem Planeten wie ein beleidigtes Kind reagiert, zeigt nur die Dringlichkeit, mit der Europa bei der Rüstung aufholen muss.
Renault bringt seine Stärken ein
Renault soll nun dabei helfen, die Entwicklung und Serienfertigung von Langstreckendrohnen auf die Beine zu stellen. Die Gerätschaften sollen für Beobachtungs- und Aufklärungsmissionen genutzt werden, aber auch über eine Bewaffnung verfügen. Für den Angang sind offenbar monatlich 600 Drohnen geplant, was Renault allerdings nicht bestätigen wollte. Dem Unternehmen zufolge stehen noch Gespräche mit Vertretern der Arbeitnehmerseite an.
Eingebunden werden könnten wohl die Werke in Le Mans und Cléon. Die Wahl von Renault als Partner für das Projekt steht wohl im Zusammenhang mit dem industriellen Knowho des Autobauers. Bei der Entwicklung und Serienproduktion technischer Produkte kennt man sich bestens aus. Darüber hinaus hat man laut Renault-Manager Fabrce Cambolive viel bei der Steuerung von Kosten, Qualität und Lieferfristen zu bieten. Anders ausgedrückt holen die eher kleinen französischen Rüstungsunternehmen sich Unterstützung von einem der größten Industriekonzerne des Landes.
Die Umsätze sollen zu Beginn eher bescheiden ausfallen. Laut einem Bericht der Zeitung „Les Échos“ wird für den Anfang ein jährliches Volumen von 35 Millionen Euro erwartet. Das fällt in der Bilanz von Renault kaum weiter auf. Im Laufe der kommenden zehn Jahre soll das Ganze aber ausgebaut werden und der Auftragswert könne in dieser Zeit in den Milliardenbereich klettern. Daraus könnte für den kriselnden Autokonzern durchaus ein neues Standbein entstehen.
Es wird konkreter
Vollkommen neu sind Überlegungen über eine Beteiligung in der Rüstung seitens der großen Autokonzerne nicht. Der Bedarf im Segment ist vorhanden und die Werke der europäischen Autoindustrie sind derzeit nur selten ausgelastet. Im Falle von Renault wird nun aber aus einer reinen Spekulation ein konkretes Szenario. Das schenkt den Anlegern wieder neue Hoffnungen und sorgt trotz schlechter Marktstimmung für Rückenwind beim Aktienkurs.
Am Dienstag konnte die Renault-Aktie in Paris um 2,3 Prozent auf 31,85 Euro zulegen. In Frankfurt startete der Titel heute Morgen ebenfalls mit grünen Vorzeichen in den Handel. Mit einem großen Durchbruch hat das noch wenig zu tun. Es zeichnet sich jedoch ab, dass bessere Zeiten auch ohne die große Wende im Autosegment anstehen könnten. Das ist keine unwichtige Botschaft, da höhere Absatzzahlen der europäischen Autobauer bisher leider nur sehr eingeschränkt abzusehen sind. Die Rückendeckung aus der Politik verschafft den verunsicherten Anteilseignern etwas Luft zum Atmen.
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21.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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