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Alphabet lässt sich von eigenen Angestellten nicht beirren und schließt ein Abkommen mit dem Pentagon

Die Anleger von Alphabet scheint es nicht zu stören

NTG24 - Alphabet lässt sich von eigenen Angestellten nicht beirren und schließt ein Abkommen mit dem Pentagon

 

Der KI-Einsatz in der amerikanischen Regierung ist schon längst zum Reizthema geworden. Derzeit läuft noch ein Rechtsstreit zwischen der US-Regierung und Anthropic. Der Claude-Entwickler forderte Einschränkungen bezüglich der Massenüberwachung im Inland sowie einen Ausschluss von KI-Software bei der Entwicklung autonomer Waffensysteme. Darauf wollte sich die Administration allerdings nicht einlassen und titulierte Anthropic als Risiko für die nationale Sicherheit.

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Daraus entstand eine Lücke, welche andere Anbieter nur zu gerne füllen wollten. Vor Kurzem schloss ChatGPT-Entwickler OpenAI einen Vertrag mit der Regierung, über dessen Einzelheiten nur wenig bekannt ist. OpenAI betont zwar, dass es Einschränkungen bei Massenüberwachung und autonomen Waffensystemen gebe. Die US-Regierung hingegen ließ mitteilen, dass die Nutzung für alle „rechtmäßigen Zwecke“ erlaubt sei, was derartige Dinge mitnichten ausschließt. Nun lässt sich laut einem Bericht der „FAZ“ auch Alphabet (US02079K3059) auf einen Deal mit dem Pentagon ein.

Das ist für die Google-Mutter ein bemerkenswerter Vorgang, da die eigene Belegschaft wenig begeistert über die Zusammenarbeit mit der Regierung ist. Anfang der Woche wurde ein von hunderten Google-Mitarbeitern unterzeichneter Brief an Konzernchef Sundar Pichai überreicht. Darin wurde eindringlich dazu aufgerufen, KI-Systeme nicht für geheimhaltungsbedürftige Aufgaben freizugeben. Solche sind bei dem nun geschlossenen Deal jedoch nicht ausgeschlossen.

 

 

 

Enttäuschung bei Google

 

Die Reaktionen fielen wenig begeistert aus. Aus dem Google-KI-Labor Deepmind meldete sich etwa Andreas Kirsch zu Wort, welcher auf der Kurznachrichtenplattform „X“ anmerkte „sprachlos“ zu sein. Er schäme sich dafür, für Google zu arbeiten und bezeichnete seinen Arbeitgeber als „kurzsichtig und gierig“. Laut Kirsch soll der Vertrag zwischen Google und der US-Regierung sogar „noch schwächer“ als im Falle von OpenAI sein. Was das konkret bedeuten mag, bleibt freilich offen.

An der Börse scheinen die Bedenken geringer zu sein. Dort blickt man natürlich auch auf mögliche Einnahmen durch derartige Abkommen. Die dürften nicht nur hoch ausfallen, sondern sich auch über lange Zeiträume erstrecken. Insbesondere Zweifel an hohen KI-Ausgaben können damit etwas gelindert werden. Konkrete Details über finanzielle Fragen wurden allerdings nicht veröffentlicht. Zudem stellt sich die Frage, ob Google dem eigenen Image einen Gefallen tut.

Die Nutzer dürften das Ganze schnell vergessen. Vermutlich haben die meisten davon auch gar nicht viel mitbekommen. Gefährlich könnte es für Google aber werden, wenn durch Management-Entscheidungen ein Brain Drain verursacht wird. Ohnehin gab es zuletzt bereits Berichte, laut denen immer mehr KI-Experten sich von den Tech-Giganten verabschieden und eigene KI-Unternehmen gründen. Ein Management, welches die Sorgen und Nöte der Angestellten konsequent missachtet, könnte diese Entwicklung weiter beschleunigen.

 

Alphabet im Höhenflug

 

Trotz des kleinen internen Eklats trieb es die Alphabet-Aktie zuletzt munter in die Höhe. Das liegt vor allem an hervorragenden Zahlen, welche das Unternehmen gestern nach Börsenschluss vorlegte. Vor allem mit dem Cloud-Wachstum konnte für Begeisterung gesorgt werden. Die Umsätze wuchsen dort um rund 60 Prozent auf über 20 Milliarden Dollar, während gleichzeitig das Werbegeschäft floriert. Auch der Auftragsbestand stieg so rasant wie seit Langem nicht mehr an.

 

Die Aktie reagierte darauf nachbörslich mit Kursgewinnen von knapp sieben Prozent und für den heutigen Handel zeichnen sich bereits neue Rekordkurse ab. Alphabet und Google bleiben also für den Moment in der Erfolgsspur. Anleger kommen kaum umhin, die brachial guten Fundamentaldaten zu übersehen, weshalb die Aktie weiterhin eine interessante Investmentoption bleibt. Gleichwohl sollten interne Reibereien nicht gänzlich ignoriert werden. Wie jedes andere Unternehmen ist Google schließlich ohne seine Mitarbeiter nicht viel wert – KI hin oder her.

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20.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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