Rückenwind für Repsol, Adidas verkauf mehr Trikots, die Aussichten bei Rheinmetall trüben sich ein und Micron bleibt im Korrektur-Modus
Es geht sorgenvoll in die neue Woche an der Börse
Allzu viel Zeit bleibt den Börsianern nicht, um den Abschluss der Fußball-Weltmeisterschaft zu feiern. Denn während in New Jersey die Korken knallen, fand im Nahen Osten zur neunten Nacht in Folge ein Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran statt. Der Ölpreis wird dadurch weiter angekurbelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet mittlerweile wieder etwas mehr als 90 US-Dollar.
Letzteres verschafft der Aktie des spanischen Ölkonzerns Repsol (ES0173516115) mehr Rückenwind als der Erfolg der spanischen Fußballer bei der WM. Das Unternehmen hat bei den derzeitigen Entwicklungen einen entscheidenden Vorteil: es ist selbst im Nahen Osten nicht vertreten. Lieferausfälle und dergleichen mehr sind also kein Risiko, während höhere Ölpreise die Margen direkt in die Höhe befördern. Das wissen auch die Anleger, welche die Kurse munter steigen lassen.
Am Wochenende standen bereits 24,50 Euro auf dem Ticker. Das sind gut 13 Prozent mehr als vor einem Monat und das 52-Wochen-Hoch bei 24,90 Euro ist nur einen Katzensprung entfernt. Alles deutet auf weiteren Rückenwind in der neuen Woche hin. Denn Gerüchten zufolge entsenden die USA wohl weitere Ressourcen in Richtung Nahost in Vorbereitung auf einen größeren Konflikt.
Voller Erfolg für Adidas
Für den Sportartikelhersteller Adidas (DE000A1EWWW0) wären steigende Ölpreise eine eher ungemütliche Angelegenheit. Für den Moment dürfte das Management sich aber erst einmal über eine sehr erfolgreiche Fußball-WM freuen. Das eigene Logo prangt auf dem Trikot der Weltmeister, was den Absatzzahlen nicht schaden dürfte. Verlieren konnte Adidas beim Finale nicht, da auch Argentinien mit Trikots des Unternehmens versorgt wird. Vor dem Finale wurde daher auch eine eigene Werbekampagne ins Leben gerufen.
Gelohnt hat sich das Turnier für Adidas laut einer Mitteilung am Wochenende in jedem Fall. Wie bei „Bloomberg“ zu lesen ist, konnten viermal so viele Trikots wie beim letzten Turnier verkauft werden. Außerdem verdoppelten sich die Verkaufszahlen von Bällen. Erwartet werden Verkäufe mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro, was laut CEO Björn Gulden am oberen Ende der eigenen Erwartungen liegt. Das dürfte wahrscheinlich auch den Aktionären gefallen.
Verliert Rheinmetall an Bedeutung?
Immer neue Eskalationen bedeuten für die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) schon lange nicht mehr Rückenwind. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass im Aufrüstungszyklus künftig andere im Vordergrund stehen könnten. Die Analysten von mwb Research mahnten kürzlich mit Blick auf einen durchgesickerten Entwurf für den deutschen Rüstungshaushalt 2027 zur Vorsicht. Allem Anschein nach fährt die Bundesregierung wohl ihre Ausgaben für Munition und Kampffahrzeuge zurück, während mehr Geld in Schiffe und Raumfahrt fließen soll.
Die goldenen Zeiten von Rheinmetall scheinen sich zum Ende zu neigen, während andere eher zum Zuge kommen. Insbesondere TKMS drängt sich seit einiger Zeit in den Vordergrund. Die Bullen befürchten schon seit einer Weile, dass die Erfolgswelle wohl abgeebbt sein dürfte, was die Rheinmetall-Aktie unter 1.000 Euro beförderte. Eine kleine Erholung am Freitag konnte den Kurs lediglich auf 984,20 Euro befördern.
Micron: Kein Ende in Sicht?
Immer unschöner wird es momentan auch bei der Aktie von Micron (US5951121038), die aus dem Korrekturmodus gar nicht mehr herauszukommen scheint. 848,95 Dollar standen per Handelsschluss am Freitag noch auf der Anzeigetafel. In nur vier Wochen ging es um rund 20 Prozent in Richtung Süden. Fundamentale Gründe dafür lassen sich nicht finden. Die jüngsten Zahlen konnten wieder einmal sämtliche Erwartungen übertreffen.
Die Märkte haben allerdings ihre Zweifel daran, ob es in Zukunft immer so weitergehen wird. Zuletzt wurde vermehrt über ein mögliches Ende der Speicherkrise gesprochen, was Absatzzahlen und Margen wieder erden könnte. Experten sehen momentan zwar erst für 2028 eine (heftige) Korrektur voraus. Die Börsianer scheinen aber jetzt schon mal in Deckung zu gehen, vielleicht auch mit der Befürchtung, dass die Bullen es zuvor mit den Aufschlägen etwas übertrieben haben könnten.
Immer schön vorsichtig
Es bleibt nervös an der Börse und Feierstimmung will weiterhin nicht aufkommen. Anhaltende Eskalationen in Nahost bleiben im Mittelpunkt. Das ist nachvollziehbar, da Zweitrundeneffekte das Zeug dazu haben, nicht nur die Preise an den Tankstellen explodieren zu lassen, sondern eine weltweite konjunkturelle Krise auszulösen. Dazu muss es zwar nicht kommen, doch ausschließen lässt sich wenig, solange die Waffen nicht schweigen. Daran scheinen mittlerweile aber beide Parteien mittlerweile kaum noch Interesse zu zeigen.
Repsol-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Repsol-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Repsol-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Repsol - hier weiterlesen...
20.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







04.07.2026
17.06.2026
11.06.2026
21.02.2026