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Der Ölpreis hilft dem russischen Rubel nicht

Steht der russische Rubel vor neuem Abwertungsschub?

 

Der russische Rubel zeigt in den letzten Wochen, gemessen an seiner Entwicklung in der Vergangenheit, ein ungewöhnliches Verhalten.

Dabei folgte die russische Währung gegen den US-Dollar insgesamt der Inflationsdifferenz als Abwertungsrate, wie sie die ökonomische Theorie auch prognostiziert. Zu diesem Trendfaktor kommt aber weiterhin der Einfluss des Ölpreises und situativer Faktoren wie politische Sanktionen, die das Angebot von Fremdwährungen bzw. die Nachfrage nach Rubel beeinflussen.

Ein Blick auf Chart 1 zeigt, dass sich der russische Rubel seit dem massiven Abwertungsschub nach der ersten Ukrainekrise 2014/2015 und dem im Zuge der US-Sanktionen eingebrochenen Ölpreis seitwärts entwickelte.

Innerhalb dieser Seitwärtsbewegung aber hat der Rubel ein fraktales (selbstähnliches) Muster gebildet, welches tendenziell in Richtung Abwertung weist. Nicht nur durch den Trendfaktor Inflationsdifferenz, sondern auch durch die höheren Zwischentiefs auf immer kleinerer Skale, die für sich genommen eine Trendbestätigung in Richtung Abwertung sind.

Was nun noch fehlt ist ein Ausbruch über das Allzeittief des Rubels gegen den US-Dollar vom Januar 2016 bei 85,95 Rubel je Dollar. Aber bereits vor Erreichen dieser Marke würden die zuvor überwundenen Zwischenhochs (kleinere gelbe Rechtecke) Signale gegeben haben, dass dieser Sprung bevorsteht.

 

 

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Werbebanner Krypto TradingChart 2 zeigt nun beispielhaft die Abweichung des Verhaltens des Rubels gegen einen zentralen Treiber seines Außenwertes, den Ölpreis. Denn Letzterer bestimmt maßgeblich die ,,Terms of Trade‘‘ des russischen Außenhandels, was in der Vergangenheit dazu führte, dass der Rubel insbesondere dann schwach wurde, wenn der Ölpreis fiel.

Für dieses Verhalten steht das linke der beiden gelben Rechtecke, für die Abweichung steht das rechte. Denn in diesem wird deutlich, dass der Rubel trotz einer deutlichen Erholung des Ölpreises nicht wieder aufgewertet hat. Im Gegenteil: Er wertete deutlich ab!

 

 

Und was ist das Fazit?

 

Der Rubel leidet an einer Schwäche, die nicht vom Ölpreis herrührt. Ob dies mit einer steigenden Kapitalflucht aus Russland oder den wieder zunehmenden Sanktionen durch die USA und die EU zusammenhängt, lässt sich natürlich an der Oberfläche von Makro-Indikatoren nicht genau feststellen. Jedoch bleibt darauf hinzuweisen, dass sich der Rubel gegen den US-Dollar, aber auch gegen den Euro in einer ungemütlichen Lage befindet. Denn sowohl die Konsolidierungsmuster der letzten 5 Jahre als auch das Sentiment laufen derzeit in Richtung eines neuen Abwertungsschubes. Vor diesem Hintergrund sollte man verstärkt prüfen, ob man gegebene oder potenzielle Währungsrisiken im russischen Rubel nicht absichert.

 

12.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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