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SINCH AB: Verkauf aus dem Themendepot Zukunftstechnologien mit heutiger Stockholmer Markteröffnung

SINCH AB: Angesichts kurzfristig fortgesetzten Margendrucks Bewertung aktuell nur wenig attraktiv

NTG24 - SINCH AB: Verkauf aus dem Themendepot Zukunftstechnologien mit heutiger Stockholmer Markteröffnung

 

Bereits in unserem letzten Wochen-Update zum per 30.05. haben wir auf die zurückliegenden, stark volatilitätserhöhenden Unternehmensmeldungen rund um die schwedische SINCH AB hingewiesen, woraufhin wir das erhöhte Risiko einer sich nun zumindest über mehrere Wochen anbahnenden technischen Aktienkonsolidierung sehen.

Bei der 2008 ehemals unter dem Namen CLX Communications gegründeten SINCH AB (SE0007439112) handelt es sich um den größten europäischen Entwickler von vielfältigen, weltweit angebotenen Cloudplattform-Lösungen (PaaS / Platforms as a Service) im Sektor der unternehmerischen Telekommunikation und hierin vor allem den Gebieten der Installation unternehmensinterner SMS-, WhatsApp-, Video- und Telefonkonferenz-Systeme unter Gewährleistung höchster Identifikations-, Verifikations- und Sicherheitsstandards.

Wie wir schon im genannten letzten Wochen-Update zum Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN vom 30.05. ausführlich darlegten, fielen die am 28.04. publizierten Ergebniszahlen zum 1. Quartal 2021 hinsichtlich des Umsatzes (+ 104 % gegenüber Vorjahr) wie auch Nettogewinns (in absoluten Zahlen + 46 % gegenüber Vorjahr / je Aktie nur + 22 % gegenüber Vorjahr) zwar klar besser aus als von den Analysten prognostiziert, da auch allseits bereits aufgrund erhöhter expansionsbedingter Finanzausgaben und in der zurückliegenden Aktienhausse gesteigerten Ausübungen von Mitarbeiter-Aktienoptionen bereits ein hiermit verbundener Druck auf die Nettogewinnmargen (erst recht je Aktie) fest einkalkuliert wurde.

Anzeige:

Werbebanner ISIN-WatchlistDen gleichzeitigen aber vor allem auch operativ verzeichneten EBITDA- und EBIT-Margendruck in Form eines massiven Kostenauftriebs aus dem laufenden Geschäft über o.g. Belastungsfaktoren hinaus (EBITDA-Wachstum um + 30 % sowie EBIT-Wachstum um + 27 % weit hinter den Erwartungen zurückbleibend) hatten jedoch die Analysten wie Anleger in keiner Weise auf der Rechnung und wurde vom Markt daher nur folgerichtig mit einer Aktienabstrafung ab dem 28.04. um bis zu - 21 %, d.h. gegenüber dem Rekordhoch vom 17.02. sogar um bis zu - 30 % quittiert.

 

Chart: SINCH AB (in Euro)

 

 

Verschärft wurde dieser Aktienkursturz dabei auch ohne Frage noch durch die operativen Margendruck-Begründungen des Vorstands mit im 1. Quartal anhaltenden partiellen Geschäftsbelastungen durch die Corona-Pandemie und den hiermit verbundenen Lockdown-Modus, in dem sich zahlreiche ihrer Unternehmenskunden gerade des Dienstleistungsgewerbes weiterhin befanden, wie auch deutlich erhöhten operativen Aufwendungen für die Konzernintegration zurückliegender Unternehmensakquisitionen, z.B. auch bereits in Form hierdurch erheblich gesteigerter Personal- und Verwaltungsausgaben.

Diese wenig erfreulichen Aussagen des Unternehmensvorstands zur operativen Margenentwicklung des 1. Quartals ließen daher nach völlig nachvollziehbarer Analysten- und Anlegereinschätzung (mangels jeglicher weiterer Geschäftsprognosen von Sinch zum laufenden 2. Quartal) nur den Schluss zu, dass dieser Margendruck tendenziell - wenn auch vermutlich leicht abgeschwächt - im 2. Quartal noch immer grundsätzlich fortbestehen dürfte, was die zurückliegende starke Aktienkorrektur nochmals plausibler werden lässt.

Und schließlich kündigte der Vorstand unmittelbar nach der Quartalszahlenvorlage auch noch eine umfangreiche Aktienkapitalerhöhung zur weiteren Stärkung der Bilanzlage und zur Verwendung für künftige weitere Investitions- und Akquisitionsgelegenheiten an, deren erfolgreicher Vollzug schließlich am 25.05. unter Vereinnahmung eines Liquiditätszuflusses von immerhin rd. 9,4 Mrd. SEK (= rd. 8,5 % der aktuellen Aktienmarktkapitalisierung) und hieran bestehender Beteiligung so prominenter Adressen wie der japanischen SOFTBANK (JP3436100006) oder des Singapurer Staatsfonds TEMASEK vermeldet wurde.

Auch wenn wenigstens der sehr erfolgreiche Vollzug dieser Groß-Kapitalerhöhung der Aktie von Sinch bereits ab ihrem Tiefpunkt vom 11.05. wieder deutlichen Auftrieb verlieh, so steht doch das weiterhin brennendste Problem eines zunächst wohl weiter anhaltenden operativen Margendrucks nach wie vor ungeklärt im Raum und dürfte von den Analysten wie Anlegern zumindest bis zur Vorlage der nächsten Quartals- / Halbjahreszahlen am 16.07. (oder ggfs. auch länger, je nach Ausgang dieses Ergebnisses) weiterhin scharf beäugt werden.

Mit der stark positiven Gegenreaktion der Aktie seit dem 11.05. ist diese somit nunmehr in ein sehr breit angelegtes charttechnisches Konsolidierungsdreieck eingeschwenkt, welches zudem innerhalb einer aktuellen Range von ca. 122 – 164 EUR (= ca. 1230 – 1650 SEK) auch noch einen ausgeprägten sekundären horizontalen Widerstand bei ca. 156 EUR (= 1570 SEK) besitzt.

In der Erwartung, dass diese Konsolidierungsformation vor dem Hintergrund der oben geschilderten fundamentalen Gegebenheiten einstweilen nun noch über mehrere Wochen weiter fortbestehen dürfte und angesichts der Tatsache, dass auf dieser Basis die Aktie von Sinch mit einem aktuellen KGV (2023e) von rd. 50 nicht als sonderlich attraktiv bewertet anzusehen ist, haben wir uns daher nun mit heutiger Eröffnung der Stockholmer Börse zu einem Verkauf der Aktie aus unserem Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN entschlossen.

Der heutige Veräußerungspreis betrug dabei 1572 SEK, womit der Performanceverlust des Engagements seit der Aktienneuaufnahme am 17.02.2021 wenigstens noch auf moderate - 3,8 % begrenzt werden konnte.

 

Chart: TERNA ENERGY S.A.

 

 

Inklusive des bislang ebenfalls noch nicht wieder angelegten Verkaufserlöses aus der am 25.05. zu einem Kurs von 11,80 EUR mit einem Einstandsgewinn von + 38,3 % ausgestoppten TERNA ENERGY S.A. (GRS496003005) beläuft sich der Netto-Aktieninvestitionsgrad des Themendepots ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN damit aktuell nur auf rd. 79,4 %.

Wir werden die Aktienquote des Depots bis morgen daher durch Neukäufe von 2 Aktien à jeweils ca. 3 % Gewicht nun wieder an die strategisch anvisierte Zielmarke von rd. 85 % heranführen, worüber wir Sie ab morgen gesondert informieren werden.

 

07.06.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 

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