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PayPal, Enphase, Servicenow, Nexus, Sinch, Esker: Wochen-Update Themendepot Zukunftstechnologien

Update zum Themendepot Zukunftstechnologien 07.03.2021 - Teil 2

 

In der zurückliegenden Börsenwoche geriet das auf besonders innovative Technologielösungen ausgerichtete und dabei auch sehr aktiv in Nebenwerten investierende Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN massiv in den Strudel der ausgedehnten Korrekturen aller Technologiesegmente sowie des gesamten NASDAQ-Indexes, und verlor folglich entgegen dem 2 %igen Anstieg des MSCI WORLD (Euro)-Indexes im Wochenverlauf um - 2,3 %.

Hieraus resultierte per 07.03. seit Auflage am 04.05.2020 auf Währungsbasis Euro eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 39,1 %, womit seit dem Depotstart jedoch weiter eine klare Outperformance gegenüber dem MSCI WORLD (Euro)-Index von + 13,3 % beibehalten wurde.

Wie es angesichts unseres grundsätzlich äußerst aktiven Risikomanagements über Index- und / oder Aktien-Stop Loss-Absicherungen (selbst auch in einem so offensiven Anlagemetier wie dem Technologiesektor) kaum ausbleiben konnte, hagelte es daher seit dem 04.03. Stop Loss-Verletzungen und Ausbuchungen folgender Aktien, die in der abgelaufenen Woche nahezu durchweg ohne jegliche neue fundamentale Unternehmensmeldungen auf einen Schlag zumeist prozentual zweistellig korrigierten:

PHARMAGEST INTERACTIVE (FR0012882389) – Ausbuchung 04.03. zu 93,00 EUR

GENMAB (DK0010272202) – Ausbuchung 04.03. zu 2068,00 DKK

ENPHASE ENERGY (US29355A1079) – Ausbuchung 04.03. zu 167,00 USD

SERVICENOW (US81762P1021) – Ausbuchung 05.03. zu 506,00 USD

AMERESCO (US02361E1082) – Ausbuchung 05.03. zu 54,00 USD

 

Weitere Stop Loss-Verletzungen am gestrigen Montag, d. 08.03.:

 

VEEVA SYSTEMS (US9224751084) – Ausbuchung 08.03. zu 249,00 USD

TERADYNE (US8807701029) – Ausbuchung 08.03. zu 109,00 USD

SYNOPSYS (US8716071076) – Ausbuchung 08.03. zu 219,00 USD

 

Diese Stop Loss-bedingten Ausbuchungen haben somit bereits in der letzten Woche inkl. der zusätzlichen, rd. 24 % betragenden angewachsenen NASDAQ-Absicherungsquote über das VONTOBEL FAKTOR-ZERTIFIKAT NASDAQ 100 2x SHORT (DE000VF5X0D1) einen noch größeren Performanceschaden des Depots erfolgreich abgewendet und werden dies angesichts des rechnerisch nach o.g. Absicherung aktuell nur noch bei rd. 50 % liegenden Aktieninvestitionsgrades auch weiterhin tun.

 

Chart: NASDAQ 100 – Index (in US-Dollar)

 

 

Unter den per heute, 09.03., noch im Depot vertretenen Einzelwerten verzeichneten darüber hinaus in der Vorwoche die Aktien der derzeit zu den wachstumsstärksten europäischen Cloud-Kommunikationsplattform-Entwicklern zählenden SINCH AB (SE0007439112 / - 10,7 %), der französische Spezialist für unternehmensinterne Kommunikationssysteme auf Fax-, E-Mail- und Videobasis ESKER SA (FR0000035818 / - 9,2 %), die europaweit zu den führenden Anbietern für unterschiedlichste Gesundheitssoftware-Anwendungen gehörende deutsche NEXUS (DE0005220909 / - 8,5 %) und schließlich auch noch die US-amerikanische PAYPAL (US70450Y1038 / - 8,0 %) die stärksten Kursabschläge.

Weder zu SINCH noch zu ESKER gab es in der letzten Woche fundamental neue, möglicherweise korrekturbegründende spezifische Unternehmensnachrichten.

Allerdings hatte Sinch bereits am 18.02. ein insgesamt gemischtes Zahlenbild zum 4. Quartal 2020 präsentiert, bei dem der auf 3 Mrd. SEK gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelte Umsatz die Analystenschätzungen zwar exakt traf, der sogar weit überproportional um + 170 % hochgeschnellte Nettogewinn des gewöhnlichen Geschäfts jedoch die noch optimistischeren Konsensschätzungen der Analysten (Wachstumsprognose + 200 %) recht deutlich verfehlte.

Konkrete Ergebnisprojektionen für das laufende Geschäftsjahr 2021 gab Sinch bisher zwar nicht ab, strebt infolge seiner ungebrochenen Wachstumsstabilität und -dynamik jedoch generell in den kommenden Jahren eine ständig fortgesetzte operative EBITDA-Ausweitung um mindestens + 20 % p.a. an (2020: + 29 % gegenüber 2019).

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNach den allgemeinen Technologie-Kursdesastern der vergangenen Tage wird auch SINCH (als nur ein Beispiel der mittlerweile eklatanten Fehlbewertungen nahezu aller prominenten Technologieaktien) mit ihrem aktuellen, gemessen an ihrer immensen Wachstumsstärke bereits moderaten KGV (2023e) von 48 derzeit von den Analysten im Konsens eine bereits 30 %ige Unterbewertung bzw. ein entsprechend gegebenes positives Kurspotenzial attestiert.

Ob selbst diese krasse Fehlbewertung jedoch angesichts der weiter akut herrschenden, zins- und konjunkturzyklisch geprägten „Gesamtmarkt-Verschwörungen“ gegen das Technologieaktien-Segment bereits dazu ausreichen wird, um auch in Sinch künftig eine Stop Loss-Verletzung (bei 1289 SEK) zu verhindern, werden die nächsten Aktienmarkttage zeigen.

 

Chart: SINCH AB (in Euro)

 

 

Die französische Esker SA wird ihr Gesamtjahresergebnis 2020 dagegen erst am 25.03. präsentieren. Hier gehen die Analysten derzeit im Konsens von einem Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um + 8 %, gepaart mit einem aufgrund der besonders starken konjunkturellen Pandemie-Belastung in Europa jedoch nur auf dem 2019er Niveau stagnierenden Nettogewinn aus.

In den kommenden 3 Jahren bis Ende 2023 sollte Esker jedoch ihren Nettogewinn weiter um + 72 % steigern können, weshalb auch hier die Analysten basierend auf dem aktuellen KGV (2023e) von rd. 66 trotz dieses optisch hohen KGVs der Aktie derzeit im Konsens zumindest eine 11 %ige Unterbewertung beimessen.

Die deutsche NEXUS dürfte hingegen im allgemein widrigen Aktienmarktumfeld der letzten Woche für Technologietitel noch zusätzlich dadurch belastet worden sein, dass hier nun heute, am 09.03. die Präsentation des Gesamtjahres-Ergebnisses 2020 anstand.

Und mit dieser Ergebnisvorlage erfüllte Nexus die Analysten- und Markterwartungen nun bestens. So wurde im Gesamtjahr 2020 eine 10,4 %-ige Umsatzausweitung auf 162,9 Mio. EUR erzielt (Analystenkonsens: 161,4 Mio. EUR), die sogar mit einer Ausweitung des unverwässerten Nettogewinns um + 37,7 % auf 0,95 EUR je Aktie einherging (Konsensschätzung nur 0,90 EUR je Aktie).

Auch für 2021 ist Nexus sehr optimistisch gestimmt. Zwar gab der Konzernvorstand bislang keinerlei quantitative Ergebnisprojektionen hierfür ab, äußerte jedoch seine starke Zuversicht, dass auch das diesjährige Geschäft erheblich durch die günstigen Faktoren des im deutschsprachigen Raum weiter massiv fortschreitenden Digitalisierungsausbaus des gesamten Krankenhaus-, Klinik- und Praxiswesens, die starke Ersetzung von Altprodukten durch modernere Softwareinnovationen wie auch die weiterhin dynamisch fortgesetzte Akquisitionspolitik des Konzerns begünstigt werde.

Vor diesem äußerst positiven und aussichtsreichen operativen Hintergrund ist zwar auch die Nexus-Aktie mit einem KGV (2023e) von nur 35 aktuell fraglos als moderat bewertet einzustufen, allerdings droht hier nun ebenfalls – wie auch in vielen anderen weiteren Depotwerten – eine schnell mögliche Verletzung des bei 49,00 EUR gesetzten Stop Loss-Kurses.

 

Chart: NEXUS AG

 

 

Und ohne neue Unternehmensnachrichten dürfte bei PAYPAL deren radikale letztwöchige Trendumkehr auf ein aktuell nach Analystenkonsens ebenfalls auf 26 % zu veranschlagendes Unterbewertungs-Niveau wohl am ehesten den künftig verstärkten Bitcoin- und Krypto-Transaktionsabwicklungs-Engagements von PayPal zuzuschreiben gewesen sein, die möglicherweise Anlegern nun ähnlich schwer im Magen zu liegen beginnen, wie dies sicher auch für die jüngste „Abschlachtung“ der TESLA-Aktie der Fall gewesen war (mit milliardenschweren Zusatz-Erträgen durch direkte Bitcoin-Engagements der Konzernspitze unter CEO Elon Musk).

Zwar steht PayPal zu Tesla dahingehend in einem diametralen Gegensatz hinsichtlich ihrer Kryptowährungs-Involvierung, dass sie als reiner Zahlungsabwicklungs-Agent rechtlich wohl kaum selbst eigene Investitions- und Spekulationspositionen in Kryptowährungen aufbauen darf und dies nach klarer Bekundung auch nicht tun wird.

Die heutige offizielle Bestätigung der schon seit Tagen kolportierten Meldung, dass PayPal nun zu einem äußerst attraktiven Preis von nur 200 Mio. USD das israelische Krypto-Vermögensverwaltungs-Startup CURV übernehmen wird, zeigt jedoch untrüglich, dass PayPal das gesamte Metier der Kryptowährungs-Aktivitäten künftig so tiefgreifend wie nur rechtlich möglich und zulässig in seinen Konzernverbund integrieren will, und es bleibt daher abzuwarten, wie die Anleger auch künftig auf diese Chance-Risiko-Hebelung des gesamten Geschäftsprofils von PayPal in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Kryptowährungs-Kurse (speziell Bitcoin) reagieren werden.

 

09.03.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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