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Kritische Rohstoffe - Norge Mining verkündet weiteren Sensationsfund

Weiteres Vorkommen an kritischen Rohstoffen in Norwegen könnte auch politisch zum Wendepunkt werden

 

Bereits Ende Januar berichteten wir über das britisch – norwegische Unternehmen Norge Mining und dem sensationellen Fund von kritischen Rohstoffen im Südwesten von Norwegen. Neben den 70 – 80 Milliarden Tonnen Phosphat – Erzgestein wurden große Vorkommen der Mineralien Vanadium und Titan erschlossen. Kaum mehr als 3 Monate nach dem ersten Fund veröffentlichte Norge Mining nun die nächste spektakuläre Pressemitteilung. Das Unternehmen gab bekannt, dass die SRK, eine unabhängige internationale Bergbau - und Umweltberatungsgruppe, eine zweite „World Class Ressource“ in dem Gebiet entdeckt hat. Als „World Class Ressource“ werden Ressourcen ab einer bestimmten Grösse betitelt, die neben einem essenziellen wirtschaftlichen auch einen strategischen Vorteil mit sich bringen.Norge Mining wurde erst im Jahr 2018 gegründet und verfügt über 46 Explorationslizenzen zur Erschließung neuer rohstoffreicher Gesteinsvorkommen in Norwegen. Das Unternehmen ist bislang an keiner Börse gelistet.

Die Bekanntgabe ist sofern erstaunlich, da es bislang nur wenigen Bergbau–Unternehmen gelungen ist, innerhalb solch kurzer Zeit gleich 2 Ressourcen dieser Grösse und dieses Grades in ein und demselben Gebiet publizieren zu können. Die Experten der SRK gehen bei dem neuen Vorkommen in der Storeknuten Exploration Area südlich von Stavanger von einer Fläche von 400 000 m2 aus. Gefunden wurden 240 Millionen Tonnen mineralhaltiges Erzgestein mit einem Durchschnittsgehalt von 2,36 % Phosphorpentoxid, 4,71 % Titandioxid und 0,07 % Vanadiumpentoxid. Hierbei können die real gefunden Vorkommen weit von den Schätzungen variieren, da sich die Festlegung der obengenannten Grösse und des Volumens sich bloss bis auf eine Tiefe von 400 m beziehen, die Mineralisierung aber bis auf eine Tiefe von 2‘200 nachgewiesen werden konnte, das mineralhaltige Gestein sich allerdings bis in eine Tiefe von 4500 m erstreckt, weshalb die Schätzungen meist unter dem tatsächlichen Wert liegen. Neben dem erschlossenen Gebiet in Storeknuten wurde ein weiteres potenzielles Gebiet entdeckt. Dieses könnte weitere 1,4 bis 2 Milliarden Tonnen der kritischen Rohstoffe enthalten und dürfte über eine ähnliche Zusammensetzung verfügen. Die Erkundung und Erschließung weiterer Gebiete wird in den nächsten Monaten fortgesetzt, um die Schätzungen zu verifizieren und die Minerale zu klassifizieren.

 

Kritische Rohstoffe als Exekutive auf dem Weg zur Unabhängigkeit von China

 

Die gefunden Mineralien Vanadium und Titan befinden sich auf der Liste der „kritischen Rohstoffe“ der EU – Kommission. Das bedeutet, dass gewissen Rohstoffe weltweit nur beschränkt vorkommen, zum einen äußerst selten sind und ausschliesslich ausserhalb Europas gefördert werden und zum anderen eine hohe Bedeutung für die europäische Wirtschafts – und Klimapolitik haben. Außerdem sind sie ein wichtiger Schritt, um die wirtschaftliche Abhängigkeit zu China etwas reduzieren zu können (siehe Interview mit Dr. Per Storm von der European Raw Materials Alliance). Denn bislang wurde nahezu 100 % der oben genannten Rohstoffe aus dem europäischen Ausland importiert. Über 60 % stammen dabei vom Weltmarktführer aus China. Und das, obwohl sie existenziell für nahezu jede Branche geworden sind. Gerade durch die Digitalisierung und dem Wandel zur Industrie 4.0 sind z.B Seltene Erden aus keinem Industriezweig mehr wegzudenken. Phosphat wird als strategisch einer der wichtigsten Rohstoffen bezeichnet, da er als Basis für die Düngemittelindustrie und somit der Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung dient. Vanadium wird unter Experten schon seit geraumer Zeit nur noch „Rohstoff der Zukunft“ genannt. Die Zukunft einer emissionsarmen Produktion kann chemisch nicht durch Lithium - Ionen – Batterien gesichert werden. Batterien auf Basis von Vanadium sind zwar deutlich teurer in der Herstellung, doch haben quasi keinen Leistungsverlust durch Häufiges auf – und entladen. Dies macht sie gerade für Hochleistungsanwendung in unter anderem der Schifffahrt so attraktiv.

Durch die enorme und weiter steigende Nachfrage und dem begrenzten Angebot sind die Preise für kritische Rohstoffe aber auch seltenen Erden in den letzten Jahren um ein Vielfaches angestiegen. Der Preis für Vanadium konnte im letzten Jahr um 130 % zulegen. Diese Steigerung wäre sicherlich noch höher ausgefallen, wenn die Produktionsausfälle durch die Corona – Pandemie die Nachfrage für Rohstoffe nicht temporär gegen null getrieben hätte.

 

04.05.2021 - Felix Eisenhauer - fe@ntg24.de

 






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